Erlangen
Stadtspaziergang

Erlanger Großparkplatz soll ein neues Gesicht bekommen

In Erlangen diskutieren Bürger, Verwaltung und Politiker über die Zukunft des Großparkplatzes und der angrenzenden Flächen.
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Baureferent Josef Weber (r.) erläuterte die Überlegungen, die es bisher für das Areal gibt.    Foto: Isabel Gaschler
Baureferent Josef Weber (r.) erläuterte die Überlegungen, die es bisher für das Areal gibt. Foto: Isabel Gaschler

Bei einem Stadtspaziergang waren die Erlanger Bürger vor Kurzem dazu eingeladen, ihre Wünsche und Ideen für die weitere Entwicklung des Großparkplatzes einzubringen. Nachdem Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) kurzfristig abgesagt hatte, übernahm Baureferent Josef Weber die Leitung des Spaziergangs. Dessen Aussagen in Bezug auf die Zukunft des Großparkplatzes, der durch die Gerberei, das SPD-Haus, die Autobahn und die Bahnlinie begrenzt wird, fielen jedoch sehr vage aus.

Wie Weber betonte, sei es nicht einfach, alle Bedürfnisse in einem Konzept zu berücksichtigen. Insbesondere das unterschiedliche Höhenniveau des Großparkplatz-Gebietes stelle bei den Planungen eine große Herausforderung dar. So habe die Autobahn als künstlicher Schutzwall eine Hochlage von drei Metern, während sich der Bahnhof auf der sogenannten "Minus-Eins-Ebene" befindet.

Einerseits stehen derzeit Überlegungen im Raum, zusätzlich zu den vorhandenen rund 1550 Stellplätzen, welche die Parkplatzflächen und das Parkhaus derzeit bieten, noch weitere Stellplätze zu schaffen und somit die Parkplatzanzahl zu erhöhen. Fest steht diesbezüglich nur, dass das marode Parkhaus abgerissen werden und durch ein neues Parkhaus ersetzt werden soll.

Haltestelle für die Stub

Andererseits überlege man aber auch, das Gebiet rund um das SPD-Haus und das Haus des Handwerks, die sich beide auf dem Platz zwischen der Münchener Straße und der Friedrich-List-Straße befinden, zu einer autofreien Zone zu machen und einen besonderen Fokus auf die dortige Erschließung durch Busse, Züge und die geplante Stadt-Umland-Bahn (Stub) zu legen. Da der Stadt ein schnelles Umsteigen zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln besonders wichtig ist, wolle man die Haltestelle der Stadt-Umland-Bahn sehr nah an den Gleisen des Bahnhofs bauen. Das dortige Quartier solle dann keinesfalls eine Konkurrenz zur Altstadt darstellen, sondern diese beleben und stärken, erklärte Weber. Ebenfalls würde es sich anbieten, dort neuen Wohnraum entstehen zu lassen. Zudem sei die Münchener Straße, die im weiteren Verlauf als Brücke über den Großparkplatz verläuft, aus heutiger Sicht nicht mehr verkehrsnotwendig, sodass diese Fläche durchaus auch anderweitig genutzt werden könnte.

Der Busbahnhof ist zu groß

Allgemein herrsche in Erlangen aktuell eine "Übererschließung", da es zu viele Straßen gibt, die alle zum Großparkplatz führen. Dies wolle man in Zukunft ändern, indem man den Verkehr rechtzeitig abfängt und in einer Straße bündelt. Auch der Busbahnhof sei für die vergleichsweise wenigen Buslinien, die dort halten, derzeit viel zu groß und soll eventuell verkleinert werden.

In den kommenden Tagen soll mit der konkreten Planung und der Konzepterstellung verschiedener Architekturbüros begonnen werden. Ende nächsten Jahres sollen die Ergebnisse dann den Bürgern vorgestellt werden. Ebenso gibt es eine Jury, die anschließend entscheiden wird, welches Konzept organisatorisch gesehen am besten ist. Im Anschluss an den Stadtspaziergang hatten die Bürger die Möglichkeit, an einem Workshop im E-Werk teilzunehmen, bei dem sie ihre konkreten Ideen und Vorschläge einbringen durften.

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