Erlangen
263. Bergkirchweih

Erlangener Bergkirchweih: Sexuelle Übergriffe, Körperverletzungen und Diebstähle - Die Polizei zieht Bilanz

In den frühen Morgenstunden des Dienstag endete auch für die Polizei die 263. Bergkirchweih in Erlangen. Doch einige Fälle werden die Polizei noch weiter beschäftigen.
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Am Dienstag in den frühen Morgenstunden fand für die Einsatzkräfte Polizei die 263. Erlanger Bergkirchweih ihr Ende. Die Erlanger Polizei blickt zusammenfassend auf einen friedlichen und harmonischen Berg zurück, der dennoch eine Vielzahl von Einsätzen mit sich brachte.

Erfreulich darf in der Gesamtschau laut Polizei festgehalten werden, dass die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen ist. Herauszuheben ist hier die positive Entwicklung bei den Gewaltstraftaten und Diebstahlsdelikten.


Diese überwiegend friedliche und ausgelassene Stimmung wurde auch im Verhalten der Bergbesucher gegenüber den Einsatzkräften der Polizei immer wieder deutlich. So bedankten sich viele Gäste bei den Polizeibeamten für deren Arbeit und hielten nicht wie sonst so manches Mal den ausgestreckten Mittelfinger, sondern den Daumen nach oben.

 


Körperverletzungen - drei Mal mit Maßkrügen zugeschlagen


Die überwiegende Anzahl der Körperverletzungen ging glimpflich aus und war in der Regel der starken Alkoholisierung der Beteiligten geschuldet.

In drei Fällen kamen auch Maßkrüge als Tatwerkzeug zum Einsatz. Dabei wurde ein Geschädigter schwer verletzt. Er musste mit einer Kopfverletzung und einer erheblichen Schnittverletzung an der Hand in einer Klinik behandelt werden.

 

 


Ein weiterer Festbesucher wurde bei den sogenannten After-Berg-Feiern vor einer Diskothek mit einem Faustschlag ins Gesicht angegriffen. Dabei ging seine Brille zu Bruch, wodurch sich der Geschädigte eine schwerwiegende Verletzung am Auge zuzog.

In beiden Fällen gelang es der Polizei die Tatverdächtigen zu ermitteln. Gegen den "Maßkrug Schläger" erließ das Amtsgericht einen Haftbefehl.

 

 


Rückgang bei Diebstählen


Erfreulich darf der deutliche Rückgang der Diebstahlsdelikte erwähnt werden. So sank die Zahl der Diebstähle von abgestellten Handtaschen und Rucksäcken um fast 40 %. Bei Taschendiebstählen, bei denen aus am Körper getragenen Taschen oder gar aus der Kleidung überwiegend Geldbörsen und Mobiltelefone entwendet werden, registrierte die Polizei sogar mehr als 75 % weniger an Straftaten.

 

 


Bergkirchweih: Mehrere sexuellen Übergriffe auf Frauen


Bedauerlicherweise ereigneten sich während des Festbetriebes mehrere sexuelle Übergriffe auf weibliche Festbesucherinnen sowohl auf dem Festgelände sowie bei den Feierlichkeiten in der Innenstadt. Der gravierendste Vorfall trug sich, wie berichtet, am letzten Bergtag kurz vor Festende zu.
Zu diesen Übergriffen konnten drei Tatverdächtige vorläufig festgenommen werden.

Gegen einen dieser Tatverdächtigen wurde zudem ein Betretungsverbot für das Festgelände sowie die Innenstadt während der After-Berg-Feiern ausgesprochen.
Insgesamt wurden von der Stadt Erlangen auf Antrag der Polizei bereits im Vorfeld sowie während der 12 Festtage zehn solcher Aufenthaltsverbote ausgesprochen.

 

 


Steigende Zahl der Fahrraddiebstähle


Ebenso wurden während des Festbetriebes weniger Sachbeschädigungsdelikte wie in den Vorjahren festgestellt. Eine leichte Zunahme war bei den Fahrraddiebstählen zu verzeichnen. So "wechselten" 22 Fahrräder ihren Besitzer. In sechs Fällen gelang es der Polizei die Täter auf frischer Tat zu betreffen.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass es, wie bereits im Vorjahr, zu keinerlei Raubdelikt im Zusammenhang mit der Bergkirchweih kam. Glücklicherweise blieb der Berg vor schwerwiegende Unglücksfälle, wie sie sich in den zurückliegenden Jahren immer wieder ereigneten, verschont.

 

 


Sechs Unfälle aufgrund von Alkohol


Trotz eindringlicher Appelle der Polizei zeigten sich wiederum zahlreiche Verkehrsteilnehmer uneinsichtig. Alkoholisiert traten sie ihren Heimweg mit Auto und Fahrrad an. Trauriger Spitzenreiter war der Lenker eines E-Bikes, der mit 2,74 Promille bei einer Kontrolle auffiel.
Während sich im Vorjahr lediglich ein, dem Alkohol geschuldeter Verkehrsunfall ereignete, verzeichnete die Polizei bei der diesjährigen Bergkirchweih sechs Alkoholunfälle.

So kollidierte ein alkoholisierter Fahrradfahrer auf dem Nachhauseweg von der Bergkirchweih mit einem entgegenkommenden Taxi. Mit mehr als 2,2 Promille touchierte eine Radlerin einen in gleiche Richtung fahrenden Fahrradfahrer. Beide Radfahrer kamen zu Sturz.

Auf dem Parkplatz Fuchsengarten stieß eine, mit mehr als 2 Promille alkoholisierte, Pkw-Fahrerin gegen einen fremden Pkw und verursachte einen Sachschaden.

Mit annähernd 2 Promille stieß ein Radfahrer in der Güterhallenunterführung gegen das Brückenbauwerk und zog sich erhebliche Verletzungen zu.

 

 


Neuer Einsatzschwerpunkt für die Polizei


Als neuer Einsatzschwerpunkt für Polizei kristallisierte sich die Grünanlage am Bürgermeistersteg heraus. Dort sammelten sich jeweils in den Abendstunden mehrere Hundert junge Leute, um dort zu feiern. Erst kurz vor Ende des Festbetriebes begaben sie sich auf das Festgelände und hinterließen ihren Müll in der Grünanlage.

Trotz verstärkter Polizeipräsenz in diesem Bereich ereignete sich am Samstagabend eine dort eine tätliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen.

Obwohl der Festbetrieb der Bergkirchweih nun zu Ende ist, wird die Abarbeitung der Vorgänge die Polizei noch längere Zeit beschäftigen. Gleichzeitig beginnen in Kürze bereits die Vorbereitungen auf die 264. Bergkirchweih 2019.

 



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