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Erlangen
Polizei

"Erlangen ist sehr sicher"

Die Erlanger Ermittler sind mit der Kriminalitätsstatistik 2018 weitgehend zufrieden. Probleme gibt es vor allem am Wochenende und mit dem "Konfliktbeschleuniger" Alkohol.
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An Wochenenden passieren 50 Prozent der Körperverletzungsdelikte. Hauptgrund dafür ist, dass Erlangen ein Attraktionsmagnet und der Alkohol als "Konfliktbeschleuniger" wirke.  Symbolbild: Patrick Seeger, dpa
An Wochenenden passieren 50 Prozent der Körperverletzungsdelikte. Hauptgrund dafür ist, dass Erlangen ein Attraktionsmagnet und der Alkohol als "Konfliktbeschleuniger" wirke. Symbolbild: Patrick Seeger, dpa

In der Stadt Erlangen hat es im vergangenen Jahr 5815 Straftaten gegeben - für eine Großstadt mit rund 111 000 Einwohnern ist das vergleichsweise wenig, wie die aktuellen Zahlen der Kriminalitätsstatistik zeigen. Das Fazit von Dienststellenleiter Peter Kreisel und Gerhard Hittinger, stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei: "Erlangen ist sehr sicher".

In Erlangen gebe es 40 000 Studenten, erklärt Kreisel. Das Partyleben des ein oder anderen wirke sich zum Teil auf die Statistiken aus. Darüber hinaus lockt Erlangen mit vielen Gaststätten, Freizeitangeboten und Geschäften viele Menschen an - das bringe automatisch höhere Zahlen bei der Kriminalität mit sich.

Erlangen ist dennoch eine der sichersten Städte Bayerns und liegt auf dem drittletzten Platz, was die Straftaten angeht. Bessere Zahlen als Erlangen weisen nur Fürth (4254 Straftaten) und Schwabach (3280 Straftaten) vor. Bamberg dagegen schneidet mit 9260 Straftaten im Jahr 2018 wesentlich schlechter ab.

Den größten Teil der Straftaten in Erlangen machen Diebstähle aus (39,5 Prozent). 2296 einzelne Diebstahlsdelikte zählte die Polizei. Sogenannte Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen, Raub und Vermögens- und Fälschungsdelikte machen insgesamt 26,7 Prozent der Straftaten aus.

Den geringsten Anteil (1,7 Prozent) machen Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit 99 Taten aus. 20 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung wurden verzeichnet. "Diese fanden nicht im öffentlichen Raum statt und es wurden keine k.o.-Tropfen verwendet. Diese Taten sind alle in Beziehungen passiert", sagt Hittinger. Straftaten gegen das Leben, wie (versuchter) Mord, Totschlag oder Tötung auf Verlangen, gab es vergangenes Jahr in Erlangen in vier Einzelfällen.

Aufklärungsquote steigt wieder

Mit 63,3 Prozent an aufgeklärten Straftaten ist die Polizei Erlangen ebenfalls sehr zufrieden. Ein Raub aus dem Jahr 2000 konnte gelöst werden. "Damals wollte ein Mann einer Frau auf der Straße die Halskette klauen. Letztes Jahr hatten wir dann Glück und konnten den Täter aufgrund seiner Fingerabdrücke identifizieren", erklärt Hittinger.

Natürlich hat die Bergkirchweih einen großen Einfluss auf die Kriminalitätszahlen. 2018 waren dort bei der einfachen Körperverletzung 38 Fälle und bei gefährlicher Körperverletzung 22 zu verzeichnen. "Trotzdem wurde das Fest sicherer. Dazu tragen wahrscheinlich der vermehrte Einsatz von Sicherheitsdiensten und Taschenkontrollen bei", erklärt Kreisel.

Unter dem Jahr sind es vor allem die Wochenenden, an denen die Polizei alle Hände voll zu tun hat. Von Freitag bis Sonntag ereignen sich 50 Prozent der Körperverletzungsdelikte. Alkohol sei dabei immer das größte Problem. Kreisel bezeichnet ihn als "Konfliktbeschleuniger".

Straftaten werden vor allem von Erwachsenen begangen: diese machen 77,3 Prozent der Straftäter aus. Heranwachsende von 18 bis 21 machen 10,4 Prozent aus. 9,8 Prozent aller Straftäter sind Jugendliche, 2,5 Prozent Kinder. Es gebe aktuell kein Problem mit kriminellen Jugendgruppierungen. "Das wirkt sich auf die Zahlen positiv aus", sagt Kreisel.

Ausländerkriminalität im Fokus

Ein weiteres Augenmerk der Polizei liegt auf der Ausländerkriminalität, wie Kreisel betont. Laut Erlanger Polizeistatistik werden 39,8 Prozent der Straftaten von Nichtdeutschen begangen. Statistisch vorneweg sind hier mit Abstand Menschen aus Rumänien, gefolgt von Syrien/Arabische Republik und der Türkei. Der Dienststellenleiter verschweigt dieses Problem nicht. Gerade in diesem Bereich arbeite die Erlanger Polizei mit verschiedensten Institutionen wie der Asylsozialberatung zusammen. Kreisel weist aber darauf hin, dass der Großteil der Ausländer nicht straffällig wird.

Für die Zukunft möchte die Polizei das Sicherheitslevel weiter steigern.

Im vergangen Jahr fanden im Stadtgebiet über 2000 Fuß- und Fahrradstreifen statt und die Sicherheitswacht, die 2200 Stunden Streifentätigkeit leistete, wurde um sechs Personen verstärkt.

Weitere Maßnahmen sind die Jugendprävention mit Alkohol- und Suchtaufklärung sowie Graffitiprävention in Schulen. Außerdem soll die Zivilcourage und Streitschlichtung in dem Projekt Mutwerk "Courage" mehr gefördert werden.

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