Siegel

Erlangen-Höchstadt wird "Bildungsregion Bayern"

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt wurde als "Bildungsregion" von Kultusminister Bernd Sibler ausgezeichnet.
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Sven Czekal, Landrat Alexander Tritthart und Kultusminister Bernd Sibler mit der Urkunde, die Erlangen-Höchstadt als Bildungsregion auszeichnet (Foto links v. l.). Yannick Hupfer
Sven Czekal, Landrat Alexander Tritthart und Kultusminister Bernd Sibler mit der Urkunde, die Erlangen-Höchstadt als Bildungsregion auszeichnet (Foto links v. l.). Yannick Hupfer
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Seit Anfang 2016 hat der Landkreis Erlangen-Höchstadt darauf hingearbeitet, am Donnerstag wurde es Realität: Der Landkreis erhielt von Kultusminister Bernd Sibler (CSU) das Siegel "Bildungsregion Bayern".

Als 2016 ein erstes Dialogforum mit Landrat Alexander Tritthart (CSU) stattfand, bildeten sich sechs Arbeitskreise, die die nach neuen Lösungen suchen sollten. Behandelt wurden Themen wie "Frühes Lernen", "Übergänge an weiterführende Schulen", "Berufliche Bildung und Hochschule", "Integration, Inklusion und soziale Benachteiligung", "Ehrenamt" und "Demografischer Wandel".

"In den vergangenen zwei Jahren ist im Landkreis in Sachen Bildung wirklich viel passiert", resümiert Landrat Tritthart. Bildung, aber vor allem auch das Projekt "Bildungsregion", seien ihm von Anfang an wichtig gewesen. Leiter des Projektes für den Landkreis ist Sven Czekal, der mit den vorläufigen Ergebnissen äußerst zufrieden war.

Jetzt möchte man die Bildungsstätten des Landkreises mit dem Projekt "Bildungsnetzwerk" weiter verknüpfen. Kinder mit einer Behinderung werden zudem zu Coaches ausgebildet, die ihren Mitschülern dann erzählen sollen, welche Hürden sie im Alltag überwinden müssen und wie sich ihr Leben gestaltet. Czekal stellt fest: "Es passiert gerade einiges in unserer Bildungsregion."

Eines der pädagogischen Themen ist die Digitalisierung: Lehrer stehen vor großen Umstellungen, müssen sich umstrukturieren und mit neuen Medien arbeiten. "Es geht darum, mit der Technik den Unterricht besser zu machen", betonte Kultusminister Sibler. 300 Lehrkräfte nahmen an einer Umfrage teil, die den aktuellen Stand widerspiegeln soll: "Jede vierte bis fünfte Lehrkraft im Landkreis hat sich beteiligt", erklärt Czekal freudig. Die Ergebnisse werden im Herbst dem Schulausschuss vorgestellt.

Die Bildungsregion "ist nichts, das von oben, aus dem weit entfernten München, aufgesetzt wird", erklärt Sibler das Projekt. Man versuche damit, nah an der Region zu bleiben, um die Probleme vor Ort zu erkennen. Gerade im Umgang mit dem Internet brauche es Feingefühl. "Auch da geht es darum, Quellen zu bewerten und einzuordnen", so der Minister. Das müsse man vermitteln.

In Zeiten von Fake News und Cybermobbing seien gerade auch Pädagogen gefordert, erklärt Kultusminister Sibler, der früher selbst an einem Gymnasium unterrichtete. Er schlussfolgert: "Es geht darum, dass die Menschen die Technik beherrschen."

Landrat Tritthart stellte klar, dass nie das Siegel das Ziel gewesen sei, sondern eben jene Probleme und Herausforderung zu meistern. "Sie sind nicht am Ende. Sie stehen in der Mitte dieser Struktur", appelliert Sibler, der sich auch ins Goldene Buch des Landkreises eintrug.



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