"Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert: Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele." Mit diesem Zitat von Aurelius Augustinus, einem der größten Kirchenlehrer, eröffnete Landrat Eberhard Irlinger (SPD) den definitiv letzten Ball in seiner Amtszeit unter dem Motto "Der Landkreis tanzt" in der Höchstadter Aischtalhalle.
Rund 400 Gäste waren der Einladung gefolgt und erlebten einen jährlichen Ball der Superlative. Schon der erste Höhepunkt war ein "echter Knaller" - im wahrsten Sinne des Wortes. Bevor der Tanz begann, lud der Landrat seine Gäste vor die "Aischtalhalle". Die Böllerschützen der Höchstadter Musketiere donnerten einen kräftigen Salut auf ihren historischen Waffen in den Abendhimmel. Irlinger ließ es sich nicht nehmen, das letzte "Salut" selbst zu schießen.

Den musikalischen Kontrast dazu lieferte vor der Halle die Jagdhornbläsergruppe der Jägervereinigung Erlangen mit zünftigen Jagdklängen.
Lebhafter Beifall begrüßte dann im Saal die Band "Jump5", die mit gewohnter Spielfreude die Tanzlustigen immer wieder in Begeisterung versetzte. Michael Ulbrich am Keyboard moderierte locker und einfallsreich, seine Interpretationen der Gesangstitel waren brillant und mitreißend.
Für die Einlagen in den Tanzpausen hatten die Organisatoren echte Könner ins Programm geholt. Die Mädchen und Jungen der Sportakrobatikgruppe der Trainings- und Wettkampf-Gemeinschaft DJK/TSV Kersbach und SV/Eggolsheim ernteten viel Beifall für ihre anspruchsvollen und gelungenen Darbietungen. "Durch hartes und mehrmaliges Training bis zu vier Mal die Woche brachten es die Kinder der Truppe zu außerordentlichen akrobatischen Leistungen", erklärte die Leiterin, Sportfreundin Leuchner.
Ein weiterer Höhepunkt des Rahmenprogramms war der Auftritt des Rock'n'Roll-Club Fürth. Nicht nur der Rhythmus ihrer Musik riss die Gäste zu Beifallsstürmen hin, sondern vor allem die hohe Kunst ihres Tanzens mit spektakulären artistischen Einlagen. Irlinger erwog in seiner Moderation, ob er als künftiger Rentner der Rock'n'Roll-Gruppe beitrete. Auf seine Frage an das jüngste Mitglied der Gruppe, warum sie gerade diese Tanzart gewählt habe, antwortete diese: "Weil Rock'n'Roll Spaß macht!"
Eine besondere Begrüßung gab es für den jüngsten Gast der Veranstaltung. Die erst drei Monate alte Madita, die sich im Bindetuch ihrer Mama, Annette Kunath-Zeh, der Geschäftsinhaberin von "Project Dance" in Höchstadt, eng an deren Brust geschmiegt, schien sich sehr wohl zu fühlen und vom Trubel ringsum keinerlei Notiz zu nehmen. Die letzte Tanzeinlage war der Auftritt des Tanz- und Folkloreensembles "Ihna" aus Erlangen. Durch kunstvolle choreografische Bearbeitungen wurden kleine tänzerische Kunstwerke geschaffen. Diese kunstvollen Bearbeitungen haben professionellen Charakter, beziehen den Gesang mit ein und übernehmen Bühnenfunktionen. Hier wirken nicht mehr die Gesetze des Mitmachens, sondern die ästhetischen Gesetze der Bühne. Das Publikum nahm die Darbietungen des Ensembles mit großem Beifall auf.
Mit einer kulinarischen Mitternachtsüberraschung gab es nochmals ein Vergnügen der besonderen Art. Mitarbeiter des Landratsamtes trugen mit brennenden Wunderkerzen geschmückte Eistorten in den Saal und setzten damit einen lukullischen Akzent.
Ebenfalls um Mitternacht galt es, Stefan Lorz von den Höchstadter Musketieren zum Geburtstag zu gratulieren. Der feierte mit den Gästen des Landkreisballs in seinen Geburtstag hinein. Lorz ist bei den Musketieren von Anfang an dabei, also seit zwölf Jahren. Er bevorzugt die "Muskete" beim Schießen. Er erzählte so nebenbei, dass beim Film "Das kleine Gespenst" auch die Höchstadter Musketiere mitgewirkt haben. Für die gastronomische Betreuung der Gäste war die Mannschaft des Restaurant "Sinelis" in Heßdorf verantwortlich.