Erlangen
Teilhabe

Erlangen gründet muslimisches Bildungswerk

Neben den christlichen Kirchen hat in Erlange auch die muslimische Gemeinde ein Bildungswerk. Damit nimmt die Stadt eine Vorreiterrolle ein.
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Das Muslimische Bildungswerk Erlangen (MBE) stellt sich vor:  OB  Florian Janik, Dritte Bürgermeisterin Elisabeth Preuß,  MBE-Sprecherin Kübra Tan und  Abdelilah El Badi, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Erlangen (v. l.)
Das Muslimische Bildungswerk Erlangen (MBE) stellt sich vor: OB Florian Janik, Dritte Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, MBE-Sprecherin Kübra Tan und Abdelilah El Badi, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Erlangen (v. l.)
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Die Gründung des deutschlandweiten ersten muslimischen Bildungswerks (MBE) wurde im Rathaus in Erlangen bekanntgegeben. OB Florian Janik und Dritte Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, die Sprecher des MBE, Kübra Tan und Mahmoud Abushuair; Grit Nickel und Martin Ogiermann, Sprecher der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG), sowie Abdelilah El Badi, der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Erlangen (IRE), präsentierten das Vorhaben.

In Erlangen stimmen die Voraussetzungen. Hier tritt zum Beispiel der Freundeskreis der muslimischen Gemeinden in Erlangen (FMGE) seit 2010 gegen Diskriminierung und für grundgesetzkonforme Gemeindearbeit ein. Dazu gesellte sich in 2012 noch ein Department für Islamisch-Religiöse Studien an der FAU. Zudem gibt es in Erlangen nur zwei große Gemeinden mit rund 5000 Mitgliedern, in denen man gut miteinander auskommt.

OB Janik bedauerte, dass es dem im Dezember 2017 verstorbene Wolfgang Vogel (SPD), mit dem die Idee zum MBE entstand, nicht vergönnt war, diesen Tag zu erleben.

MBE-Sprecherin Tan stellte die Zielsetzung vor: "Wir schließen die Lücke zwischen theologischen Diskussionen und Alltagsthemen mit niederschwelligen Bildungsangeboten zu religiösen und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen." Abushuair ergänzte: "Wir werden zum Beispiel am 20. Juli die Landtagswahlen thematisieren - wie kann man sich beteiligen, welchen Beitrag kann man leisten?"

Außerdem sind im Sommersemester 2018 Jugend- und Familienseminare, Film- und Grillabende sowie ein monatlicher Koran-Lesezirkel - auch für nicht-muslimische Teilnehmer - geplant. "Viele Diskussionen, die mit der muslimischen Gemeinde geführt werden, werden durch politische Debatten getriggert - Stichwort: Kopftuch. Mit dem MBE werden eigene Schwerpunkte gesetzt, wie zum Beispiel Halal Banking - Bankgeschäfte im Einklang mit den islamischen Werten des Zins- und Spekulationsverbots - oder Islam und Umweltschutz", erklärte Grit Nickel.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Auftaktveranstaltung am 16. März, 19 Uhr, im großen Saal des Pacelli-Hauses (Sieboldstrasse 3) mit Gastredner Muhammad Sameer Murtaza zum Thema "Vom Islam als abrahamitische Religion lernen?" Murtaza, ein pakistanisch-deutscher Islam- und Politikwissenschaftler, gehört als erster Muslim der Stiftung Weltethos des katholischen Theologen Hans Küng in Tübingen an. Der Eintritt ist frei.
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