Herzogenaurach
Demografieforum

ERH ist bereit für den Wandel

Der Landkreis sieht sich für die Herausforderungen durch die demografische Entwicklung bestens gewappnet.
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Auch in Erlangen-Höchstadt wird die Bevölkerung immer älter. Landkreis und Gemeinden stellen sich darauf ein. Foto: Matthias Hiekel, dpa
Auch in Erlangen-Höchstadt wird die Bevölkerung immer älter. Landkreis und Gemeinden stellen sich darauf ein. Foto: Matthias Hiekel, dpa
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Der demografische Wandel ist bekanntlich eine außergewöhnliche Bevölkerungsdynamik, die eine oder mehrere der folgenden Tendenzen umfasst: die Bevölkerung wird weniger, älter und "bunter". Während eine Bevölkerungsabnahme im Landkreis Erlangen-Höchstadt mittelfristig nur in Teilräumen zu erwarten ist, sind die Alterung der Bevölkerung sowie die Diversifizierung durchaus relevant. Deshalb haben vor drei Jahren Vertreter der Landkreisgemeinden und Fachexperten des Landratsamtes in vier Regionalkonferenzen einen Maßnahmenplan aufgestellt, wie der Landkreis dem demografischen Wandel begegnen kann.

Bei einem Treffen im Novina-Hotel in Herzogenaurach zog jetzt der Koordinator und Regionalmanager Matthias Nicolai Bilanz, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, und Tobias Chilla vom Institut für Geografie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stellte den zahlreichen Zuhörern die aktuelle demografische Entwicklung des Landkreises vor. Außerdem berichtete er, dass 2015 von den Teilnehmern 98 Maßnahmen formuliert und bis Juni 2018 davon bereits 81 Maßnahmen realisiert wurden. Vier Maßnahmen sind in der Planung und 13 wurden nicht umgesetzt. "Das ist insgesamt ein positives Gesamtbild hinsichtlich der Umsetzung", urteilte Chilla.

Landrat Alexander Tritthart (CSU) berichtete über einige Projekte und Maßnahmen, an denen der Landkreis arbeitet. Insbesondere verwies er im Bereich Wirtschaft auf das Forum Ausbildung und die Ausbildungsbörse sowie auf den Arbeitskreis Familie und Beruf. Auch die Ausbildung betrieblicher Pflegelotsen bezeichnete der Landkreischef als vielversprechend, denn die Bündnisse für Familie der Städte und Landkreise, die Initiative familienbewusste Personalpolitik, die Metropolregion Nürnberg sowie die Rummelsberger Diakonie als durchführender Träger würden dieses Angebot für Unternehmen ermöglichen.

"Die guten finanziellen Voraussetzungen des Landkreises mit seiner prosperierenden Wirtschaft und die gute Infrastruktur sowie die Steuerkraft der Gemeinden bilden gute Voraussetzungen für zukünftige Entwicklungen", erklärte der Landrat.
Im Bereich Integration gehe es weniger um Flüchtlinge und Migranten, sondern insbesondere auch um Neubürger, die wegen der Arbeitsplätze ihren Wohnsitz in den Landkreis verlegen. Mit der Vernetzung der Integrationsberater und der neuen "Integreat"-App werden laut Tritthart die Angebote zur Integration Neuzugewanderter optimal gebündelt.


Unvermietbarer Leerraum

Die Neubürger im Landkreis und den Gemeinden wirken sich aber auch auf die Wohnsituation aus. So berichtete der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD), dass die aktuell 19 000 Einpendler einen hohen Wohndruck erzeugen und nicht nur junge Familien zuziehen, sondern teils auch die ältere Generation nachzieht und es deshalb zu Problemen bei Mietwohnungen komme. Chilla stellte fest, dass die Wohnfläche pro Einwohner im Landkreis steige. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kinder ausziehen, die Eltern allein das Haus bewohnen und der entstandene Leerraum aufgrund der Bauweise nicht vermietbar ist.


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