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ERH-Grüne: "Wir haben die Jugend integriert"

Grüne sehen wie SPD, FW und FDP keine Notwendigkeit, mit zusätzlicher Liste ihrer Nachwuchsorganisationen in die Kreistagswahl in ERH zu ziehen.
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Seit Juni 2018 tagt der Kreistag im neuen Sitzungssaal des Landratsamtes. Hier möchte künftig auch die JU vertreten sein.  Foto: Christian Bauriedel
Seit Juni 2018 tagt der Kreistag im neuen Sitzungssaal des Landratsamtes. Hier möchte künftig auch die JU vertreten sein. Foto: Christian Bauriedel

Die Junge Union (JU) bleibt im Landkreis Erlangen-Höchstadt die einzige Nachwuchsorganisation einer Partei oder Gruppierung, die bei den Kreistagswahlen am 15. März 2020 mit einer eigenen Liste antritt.

Bis zum vergangenen Jahr galten eigene Listen von Nachwuchsorganisationen als Tarnlisten und waren nicht zulässig. Dann änderte der Bayerische Landtag mit Mehrheit der CSU das Kommunalwahlrecht und erlaubte solche Listen unter bestimmten Voraussetzungen. SPD, Grüne und Freie Wähler verweigerten ihre Zustimmung zu dieser Novelle.

Ein Viertel im Juso-Alter

Nachahmer wird die JU bei der kommenden Wahl im Kreis noch nicht finden. "Wir haben unsere Liste schon stark verjüngt", sagt dazu SPD-Kreisvorsitzender Fritz Müller. "Ein Viertel der aussichtsreichen Plätze 1 bis 20 sind mit Leuten im Juso-Alter besetzt." Außerdem würden es die SPD-Parteistatuten schwer machen, die Jusos mit einer eigenen Liste an den Start zu schicken, sagt Müller.

Für ihn haben Parteien den Auftrag, ein umfassendes Angebot zu machen und Antworten für alle zu bringen. Müller vermutet, dass JU und CSU die gleichen Themen haben werden und sich gegenseitig Stimmen wegnehmen.

Manfred Bachmayer, Kreissprecher der Grünen, sieht die Jugend auf seiner Kreistagsliste sehr gut integriert. Eine eigene Liste des Grünen-Nachwuchses wäre für ihn nicht zielführend. Bachmayer: "Bündnis 90/Die Grünen ist ein klares Angebot, damit treten wir an." Der Grünen-Sprecher geht davon aus, dass sich CSU und JU nach der Wahl ohnehin zu einer Fraktion zusammenschließen. Da stelle sich für ihn die Frage, ob der Wähler das goutiert.

Die Freien Wähler werden ebenfalls nur mit einer Liste antreten, kündigt Kreisvorsitzende Irene Häusler an. Darauf habe man genügend junge Leute. Häusler kann sich vorstellen, dass ein Großteil der Stimmen für die JU bei der CSU abgehen. Ziel der Freien Wähler sei es, zu den aktuell 13 Kreisräten noch einen dazuzubekommen.

Die FDP werde ihre Liste so gestalten, dass viele junge Leute dabei sind, sagt FDP-Kreisrätin Elke Weis. Eine eigene Liste der Jungen Liberalen werde es nicht geben. Weis hält dies für vernünftig, "sonst müsste sich der Wähler ja noch eine Liste mehr anschauen".

Um die Liste der Jungen Union kommt der Wähler jedenfalls nicht herum. Die JU sei mit dem Wunsch nach einer eigenen Liste auf ihn zugekommen, sagt CSU-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Stefan Müller. Der Nachwuchs hätte zwar auch die Chance gehabt, auf die CSU-Liste zu gehen, allerdings hatte die JU 40 bis 60 interessierte junge Leute, die mitmachen wollten. Da blieb nur eine eigene Liste.

Müller findet es gut, wenn sich die Jugend für Politik interessiert. "Bis vor einiger Zeit waren junge Menschen nicht bereit, sich für Politik zu interessieren, das ist jetzt anders", stellt Müller fest.

Einen Generationenkonflikt sieht der Bundestagsabgeordnete, der selbst jahrelang Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern war, durch die zwei Unionslisten für den Kreistag nicht. Die JU habe aber schon auch die Aufgabe, ein Stachel im Fleisch der CSU zu sein.

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