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Herzogenaurach
Erlaubnis

Erfolg für Meister Adebar: Storchenpaar darf nun doch auf dem Schlossdach bleiben

Die Störche auf dem Dach des Herzogenauracher Schlosses dürfen bleiben. Das hat die Regierung der Stadt jetzt erlaubt.
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Das Paar ist fleißig, der Storchenhorst wächst heran.  Foto: Birgit Jentsch
Das Paar ist fleißig, der Storchenhorst wächst heran. Foto: Birgit Jentsch

Die Hartnäckigkeit eines Storchenpaars zahlte sich aus. Auch ein Einsatz der Feuerwehr (der FT berichtete) konnte Meister Adebar und seine Gattin nicht davon abhalten, auf dem Dach des Schlosses ein Nest zu bauen. Störche gelten als standorttreue Tiere und lassen sich nicht gern verscheuchen.

Und erneut hatte Adebar damit Erfolg. Schon im vergangenen Jahr durfte das Storchenpaar brüten, trotz aller Vergrämungsmaßnahmen. Dieses Jahr sollte es anders werden. Man versuchte, die Tiere rechtzeitig zu vertreiben. Aber auch davon zeigten sich die Vögel nicht beeindruckt, und jetzt lenken die Behörden ein. Die Höhere Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken habe überraschenderweise eingewilligt, wie Monika Preinl vom Sachgebiet für Natur- Umwelt- und Klimaschutz am Herzogenauracher Rathaus, mitteilt.Demnach dürfen die Störche bleiben.

Die Sache mit dem Haken

Anfang April hatte das Storchenpaar begonnen, am westlichen Kamin des Schlossgebäudes Nistmaterial anzuhäufen, erinnert Preinl in ihrer Pressemitteilung. Die Stadt habe, "wie bekannt und im Bescheid der Regierung von Mittelfranken gefordert", sämtliche Kamine auf dem Schlossdach mit einer Holzkonstruktion abgedeckt und dabei auch den Bereich zwischen Kamin und Dach komplett verschlossen, berichtet sie. Dennoch hätten die Störche eine Möglichkeit gefunden, mit dem Nestbau zu beginnen. Wie der FT berichtete, nutzten sie einen Dachhaken, um dort Zweige zu verankern und eine Basis für einen Horst zu schaffen.

Rechtliche Grundlage für die Vergrämungsmaßnahmen der Stadt ist ein Bescheid der Regierung vom Mai 2018, der auf einem Fachgutachten respektive einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung basiert. Neben umfangreichen Vergrämungsmaßnahmen hat dieser Bescheid laut Preinl auch die sofortige und vollständige Entfernung von Nestbaumaterialien gefordert, um eine Wiederansiedlung zu vermeiden. Die Umweltschutzbeauftragte wörtlich: "Die Stadt Herzogenaurach sah sich zwingend an diesen Bescheid gebunden und hat deshalb die Feuerwehr sowie einen Kletterer mit dem Abtrag der Astmaterialien beauftragt."

"Legenot" befürchtet

Nachdem die Störche nach dem Feuerwehreinsatz über das Wochenende den Aufbau des Storchenhorstes fortsetzten, habe die Stadt erneut um Rat bei der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken gebeten.Von dort kam nun die überraschende Aussage, die Störche gewähren zu lassen.

Da die Eiablage in der Regel Anfang April beginne und nicht mehr damit zu rechnen wäre, dass die Störche rechtzeitig einen neuen Horstunterbau annehmen würden, könnte es zu einer Art Legenot kommen. Diese von der ursprünglichen Vorgabe abweichende Vorgehensweise sei nun die "tatsächlich in der Abwägung dieses Einzelfalls schonendere", so die fachliche Einschätzung der Höheren Naturschutzbehörde.

Die Stadt habe mit ihren Vergrämungsmaßnahmen ihre Verpflichtungen erfüllt. Da damit zu rechnen wäre, dass die Störche immer wieder mit dem Nestbau beginnen, müsse die Stadt nicht weiterhin das Nistmaterial abtragen, berichtet Preinl weiter. Die Störche können trotz laufendem Baubetrieb also weiter am Nest bauen.

Absturzgefahr besteht

Gleichwohl bestünde die Möglichkeit, dass das Nest aufgrund der möglicherweise instabilen Konstruktion während der Brut oder während der Aufzucht vom Dach fallen könnte. Dies wäre ein hinzunehmendes Risiko, für das die Stadt Herzogenaurach nicht verantwortlich gemacht werden könne, da sie ihren Verpflichtungen nachgekommen sei, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.