Höchstadt a. d. Aisch
Vertrauensbeweis

"Er ist eine absolut ehrliche Haut"

Die Höchstadter CSU nominierte Alexander Schulz einstimmig als ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr. Schulz tritt zum zweiten Mal an.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit Bildern aus seiner Kindheit und Jugend machte Alexander Schulz seine Liebe zu seiner Heimatstadt Höchstadt deutlich. Foto: Evi Seeger
Mit Bildern aus seiner Kindheit und Jugend machte Alexander Schulz seine Liebe zu seiner Heimatstadt Höchstadt deutlich. Foto: Evi Seeger
+1 Bild

Alexander Schulz ist jetzt auch offiziell Kandidat der CSU für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr. In der Nominierungsversammlung votierten alle 25 anwesenden Mitglieder für den bekannten Höchstadter Stadt- und Kreisrat. Nach der Kandidatur 2014 ist es für Schulz der zweite Anlauf im Rennen um den Chefsessel im Höchstadter Rathaus. Die Chancen würden jedoch mit jeder Periode besser, sagte dazu Michael Schwägerl.

"Packen wir's an!", motivierte Schwägerl seine Parteifreunde. Nach seiner zündenden Rede bekam Schwägerl lang anhaltenden Beifall.

Mit ihrer Meinung über die Stadtpolitik hielten die Redner in der Versammlung nicht zurück. Höchstadt habe nach 24 Jahren einen Wechsel verdient, war der allgemeine Tenor. Für den frisch nominierten Bürgermeisterkandidaten geht es dabei "um einen echten Wandel und nicht nur um den Wechsel einer Person". Es sei "Zeit für einen Neubeginn, für das Aufbrechen verkrusteter Strukturen".

Der Unterstützung seiner Parteifreunde kann sich Schulz sicher sein. Landrat Alexander Tritthart, zugleich stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender, freute sich über die Kandidatur von Alexander Schulz, wohlwissend, dass auf den Kandidaten wie auf den gesamten Ortsverband einiges zukommt.

Bei der Nominierung musste der Ortsverband allerdings auf einige seiner Säulen verzichten. Ute Salzner, Bezirks-, Kreis- und Stadträtin, gab Schulz in einem Schreiben gute Wünsche mit auf den Weg. Humorvoll verwies Salzner darauf, dass der Name Schulz von Schultheiß abgeleitet sei, was per se dem Status eines Bürgermeisters entspreche.

"Gleich das Original wählen"

Dominik Geyer, Höchstadts JU-Vorsitzender, mahnte in der aktuellen Stadtpolitik Umwelt- und Digitalisierungsthemen an. Blühstreifen wie in Erlangen oder eine Bürger-App wie in der 5000-Einwohner-Gemeinde Möhrendorf müssten auch in Höchstadt möglich sein. Zum Thema "Blühstreifen" liege seit sechs Monaten ein CSU-Antrag vor, der bislang jedoch nicht im Stadtrat behandelt wurde, stellte dazu Alexander Schulz fest.

Dass im Stadtrat "viele CSU-Ideen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Wohnungen, Gewerbeansiedlungen endlich in die Gänge kommen", stellte Schwägerl fest. Dann müsse man "doch gleich das Original und nicht die Kopie wählen", fand Schulz.

"Ein Marathon"

Dass der angestrebte Wechsel "kein Sprint, sondern ein Marathon" sei, müsse allen bewusst sein, betonte Schwägerl. Alexander Schulz habe Charakterstärke, das nötige Durchhaltevermögen, er sei in seiner Heimatstadt verwurzelt und sei "eine absolut ehrliche Haut", was in der Kommunalpolitik noch immer ein Gütesiegel sei. "Er ist einer von uns, er kennt die Stadt" und er habe ein waches Auge darauf, was die Menschen brauchen.

Schulz selbst hat vor diesem Schritt "lange überlegt, viele Gespräche mit meiner Frau und mit Freunden geführt und dabei viel Zuspruch und Rückhalt erfahren". Im Wahlkampf 2014 sei er von Haus zu Haus gegangen, "um zu erfahren, wo die Menschen der Schuh drückt".

Er erinnerte daran, dass viel von der Infrastruktur - wie das Freibad, das Hallenbad, die Eishalle, die Grundschule - die Handschrift von CSU-Bürgermeistern trage.

Dass in der Ära Gerald Brehm auch "einiges passiert ist", wollte Schulz nicht abstreiten. Wenn sich Brehm jetzt aber mit dem "Töpfla" oder dem "Zwetschger" schmückt, seien dies Privatmaßnahmen.

Hingegen sei der "Sanierungsstau" im Straßenbau mehr als deutlich. Als Beispiel nannte Schulz die Steinwegstraße, deren Sanierung - durch die abwartende Haltung - die Stadt rund 2,5 Millionen koste. Wäre man dem CSU-Antrag gefolgt, hätte der Staat die "Kosten für begonnene Projekte" übernommen. Dass es beim Neujahrsempfang in der Aischtalhalle "durch das Dach tropfte und das Wasser in Baueimern aufgefangen wurde", fand Schulz schlichtweg beschämend.

Mittelständische Firmen im Blick

Ein Grund für Kritik sei auch, dass die Einwohnerzahlen der Stadt von 2000 bis 2018 trotz großer Neubaugebiete lediglich um 272 gestiegen sind. Hier seien Konzepte gefragt, "sonst landen wir bei Geistersiedlungen, wobei die Infrastruktur trotzdem vorgehalten werden muss". Bei den Gewerbeflächen müsse die Ansiedlung mittelständischer Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen, den Vorzug haben, "damit wir uns nicht zu einem Logistikzentrum mit zehn Mitarbeitern auf einem Hektar Fläche entwickeln".

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren