Herzogenaurach
Literatur

"English Book Club" feiert Geburtstag

Seit fünf Jahren treffen sich Bücherfreunde in der Herzogenauracher Stadtbibliothek, um die neuesten Werke zu diskutieren und zu interpretieren. Das Besondere daran ist, dass sich die Teilnehmer ausschließlich auf Englisch unterhalten und auch die Romane in dieser Sprache verfasst sind.
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"One Day" ist der Titel des aktuellen Buchs, das im Buchclub besprochen wird.  Fotos: Bernhard Panzer
"One Day" ist der Titel des aktuellen Buchs, das im Buchclub besprochen wird. Fotos: Bernhard Panzer
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Sprache verbindet, und Bücher tun das auch. Was liegt in einer internationalen, weltoffenen Stadt also näher, als gemeinsam zu lesen und sich auszutauschen. Und das in einer Sprache, die die Welt verbindet - auf Englisch.
Das war die Idee, die vor fünf Jahren in der Stadtbibliothek reifte, wo die Philippina Dewey Zapf arbeitet. Lange hat sie, gemeinsam mit der Amerikanerin Lisa Pfeiffer, nicht werben müssen, und schon fanden sich interessierte Menschen aus aller Herren Länder zusammen. Auf diese Weise entstand der "English Book Club", der jetzt seinen fünften Geburtstag feiern kann.

In dieser Zeit haben die Literatur begeisterten Teilnehmer 44 englischsprachige Bücher gelesen und diskutiert. Und nicht nur das: Das gemeinsame Hobby inspirierte auch dazu, einen Ableger zu gründen. So entstand zusätzlich der Literaturclub.

Beiden Clubs gehört Christoph Schech an.
Ihn ziehen nicht nur die Bücher in die Gesprächskreise. "Es ist ja auch, dass man andere Menschen kennen lernt", sagt er. Das Spannende ist für den Herzogenauracher der Austausch an Information. "Wir haben so eine gute Atmos phäre, dass man wirklich frei sprechen kann".

Durch ihre unterschiedlichen Sprachkenntnisse profitieren die Teilnehmer auch voneinander. Für Ingrid Scheiderer-Steidl ist es schon "ein Genuss zuzuhören". Wenn die Muttersprachler diskutieren, wie beispielsweise die Kanadierin Carol Nestoruk. "So tolle Sätze kann ich nicht sagen", meint die Weisendorfer Seniorin zu ihr. "Aber ich weiß was du meinst." Scheiderer-Steidl ist vom Lesen derart begeistert, dass sie auch im Mehrgenerationenhaus in Weisendorf einen Lesekreis initiiert hat. "Und überall mache ich Werbung für unseren Club", sagt sie. Susanne Haupt lebt seit fünf Jahren in Herzogenaurach. Sie schätzt an dem Buchclub, dass man über die Diskussion, über die Interpretation der Charaktere aus den Werken auch die Teilnehmer aus anderen Ländern besser versteht: "Da lernt man sich kennen."

Meist stammen die Teilnehmer aus englischsprachigen Ländern oder sie haben Englisch als feste zweite Sprache. Für die Slowakin Livia Papst war es da etwas schwieriger, sie hatte sowohl Deutsch als auch Englisch als Fremdsprache gelernt. Im Zweifelsfall hilft dann auch noch Fränkisch. Aber auch da gibt es Unterschiede. Lisa Pfeiffer, die Amerikanerin aus Iowa, "kann das viel besser als ich", schmunzelt Susanne Haupt aus Kiel.

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