Höchstadt
Pilotprojekt

Eltern müssen Abstand vom Spielfeld halten

Ab dem Frühjahr wird es bei der F-Jugend im Spielkreis Erlangen heißen: Keine Erwachsenen mehr an der Außenlinie. Eltern und Betreuer müssen dann zehn Meter Sicherheitsabstand halten, damit sie ihre auf dem Fußballplatz spielenden Kinder nicht mehr unter Druck setzen können.
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Eltern und Betreuer müssen weg von der Seitenlinie, so will es zumindest der Bayerische Fußball-Verband.  Symbolbild: Archiv
Eltern und Betreuer müssen weg von der Seitenlinie, so will es zumindest der Bayerische Fußball-Verband. Symbolbild: Archiv
In der Jugend des Bayerischen Fußball-Verbands wird auf den zunehmenden Wahnsinn an der Außenlinie reagiert. Wie Tobias Körner, Kreisjugendleiter des Spielkreises Erlangen mitteilt, sind Änderungen ab kommenden Frühjahr fällig.

In einem Pilotprojekt wird es bei der F-Jugend in einer Spielgruppe keinen Schiedsrichter mehr geben. Den stellte bisher die Gastmannschaft. Doch damit scheint man beim Verband nicht mehr ganz glücklich zu sein: "Gerade bei den Kleinfeld-Mannschaften bringen die Eltern, Trainer und Betreuer teilweise hohen Druck in das Spiel der Kinder", sagt Körner zur Erklärung. Die Erwachsenen nehmen damit Einfluss auf die Entscheidungen des freiwilligen Schiedsrichters. Aber auch auf die erst sechsjährigen Spieler. Ohne Schiedsrichter sollen die Kinder selber lernen, ihr Spiel zu organisieren und Fair-Play auszuüben.


Eine weitere Änderung sieht vor, dass dann auch weder Trainer, Betreuer Eltern oder andere Zuschauer an der Linie stehen dürfen: "Die Eltern müssen in eine acht bis zehn Meter entfernte Coaching-Zone", erklärt Körner.
Der 28-Jährige, der seit 2010 Kreisjugendleiter ist, glaubt, dass die Umstellung grundlegend was bringen kann, um den Kindern in erster Linie wieder die Freude am Fußball zurückzugeben.

Wettbewerb sei in der F-Jugend sowieso fehl am Platze, sagt Tobias Körner. Seiner Ansicht nach könnte man die Tabellen auch abschaffen. "Warum sollten wir uns nicht zusammensetzen und was probieren?", fragt Körner, denn nur so könne man Veränderungen durchsetzen.

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