Höchstadt a. d. Aisch
Infrastruktur

Eisstadion Höchstadt: CSU will HEC zur Kasse bitten und Besuchervolumen senken

Sanierung oder Neubau: Die CSU Höchstadt spricht sich für einen Neubau des Höchstadter Eisstadions aus - allerdings sollen das Besuchervolumen reduziert und der HEC zur Kasse gebeten werden. Beim HEC sorgt das für Unmut.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des HEC mit über 200 Kindern und Jugendlichen würde von einem Neubau profitieren.  Foto: Franziska Rieger
Auch die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des HEC mit über 200 Kindern und Jugendlichen würde von einem Neubau profitieren. Foto: Franziska Rieger

Passend zu den kalten Temperaturen wird auch die Diskussion um das Höchstadter Eisstadion - ob Neubau oder Sanierung - eisiger.

In der Oktober-Sitzung beschäftigte sich der Stadtrat mit der Frage sanieren oder neu bauen. Die CSU gab sich da noch vorsichtig und warnte vor einer überstürzten Entscheidung. Nun spricht sich die Fraktion für einen Neubau der Eishalle aus - mit der Bedingung, die Kosten niedrig zu halten. Bürgermeisterkandidat Alexander Schulz (CSU) legte einen entsprechenden Antrag vor.

Nach ersten Schätzungen der Architekten Möller und Meyer würde ein Neubau rund 13,5 Millionen Euro kosten - ein Mammutprojekt für die Stadt, der noch viele weitere Investitionen (Straßenbau, Aischtalhalle) bevorstehen. "Ich möchte nicht in zehn Jahren dafür zahlen, wenn das gegen die Wand fährt", sagt Schulz. Sich auf die derzeitige Niedrigzins-Phase zu verlassen, sei reine Spekulation. Außerdem: Hätte man schon eher saniert, so wie es die CSU seit Jahren fordere, wäre es erst gar nicht zu solchen Summen gekommen.

Besuchervolumen senken

Um die Kosten für den Neubau in einem tragbaren Rahmen zu halten, beantragt die CSU, die Planungen für die Eishalle auf ein Besuchervolumen von 1200 Zuschauern zu reduzieren. Diese Anzahl reiche für die Spiele des HEC deutlich aus, derzeit würden im Schnitt rund 500 bis 700 Zuschauer die Heimspiele besuchen, so Schulz. Hierdurch könnten Kosten in Höhe von rund einer Million Euro gespart werden, beruft sich Schulz auf die Planer. "Größer, höher, weiter": Dieses Denken sei zwar verständlich. Die Halle sollte aber in einer umsetzbaren Version geplant werden, die vor allem für den Normalbetrieb ausgelegt ist.

Um die Kosten niedrig zu halten, sollte außerdem der HEC an dem Anbau, der hinter der Halle entstehen soll, finanziell "die Hauptlast tragen", fordert Schulz. In dem Anbau sollen Multifunktions- beziehungsweise VIP-Räume entstehen.

Dazu kommen Kabinen und Lagerräume für Material- und Ausrüstungsgegenstände. Dieser Bereich kostet nach Angaben der Planer rund 800 000 Euro, so Schulz. "Die Wünsche des HEC auf eigene Räumlichkeiten sind nachvollziehbar", sagt er. Dennoch: Andere Höchstadter Vereine, etwa der TSV oder der ASV, hätten ihre Vereinsheime auch selbst finanziert. Außerdem solle die Stadt mit geeigneten Sponsoren Kontakt aufnehmen, um zu klären, ob ein Namenssponsoring für die Halle möglich wäre.

Unmut beim HEC

Bei der Vereinsspitze des HEC sorgen die Forderungen der CSU für Unmut. "Es ist schade, dass der Fraktionsführer einer Partei nicht mit dem Verein redet, bevor er irgendetwas vorschlägt", sagt Dominik Rogner, stellvertretender HEC-Präsident, auf FT-Nachfrage. Das Besuchervolumen der Halle auf 1200 Zuschauer zu senken, sei eine Verschlechterung zum jetzigen Zustand und würde dem Verein keinerlei Möglichkeit zur Entwicklung geben.

Rund 2000 Zuschauer passen momentan in das Eisstadion. Im Durchschnitt besuchen rund 700 Zuschauer die Heimspiele, sagt Rogner. Doch Besucherzahlen von 1200 und mehr gebe es immer wieder, beispielsweise bei Spielen gegen Selb. Eine neue Halle deshalb nur auf 1200 Zuschauer auszulegen, "wäre absolut nicht in Ordnung".

Mehr Komfort - mehr Besucher

Mit einem Neubau soll schließlich auch der Komfort des Eisstadions steigen (ausreichend Sitzplätze, neue Sanitäranlagen und Kioske) und so noch mehr Zuschauer anlocken. Dass die Zuschauerzahl mit einem neuen Stadion nach oben geht, würden Beispiele wie Kaufbeuren oder Deggendorf zeigen. "Der Verein braucht die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln", betont Rogner. Der HEC habe jeglichen Komfort, der aktuell im Stadion enthalten ist, größtenteils selbst getragen. Seien es der VIP-Raum, die Sitzplätze oder die Bürocontainer.

Dass der HEC den Anbau mit Multifunktionsräumen mitfinanzieren soll, ist für Rogner eine Farce. "Es geht ja nicht um ein Vereinsheim, sondern um eine Eishalle." Von den Multifunktionsräumen in dem Anbau könnten schließlich auch andere profitieren. So könnten Eltern während des Trainings in den Räumen auf ihre Kinder warten. "Wenn Höchstadt den Eissport fördern möchte, braucht es einen HEC, der stark ist.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren