Adelsdorf
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Eine Straße ist Adelsdorfs Sorgenkind

Zwischen Neuhaus und Heppstädt besteht dringender Sanierungsbedarf, aber die Gemeinde hat zu wenig Geld.
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Karsten Fischkal (vorne Mitte) und die Mitglieder des Bauausschusses machten sich ein Bild davon, wie schmal die Straße ist.    Foto: Britta Schnake
Karsten Fischkal (vorne Mitte) und die Mitglieder des Bauausschusses machten sich ein Bild davon, wie schmal die Straße ist. Foto: Britta Schnake
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Mit der Kreisstraße ERH 35 präsentierte Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) inn der Bau- und Umweltausschusssitzung am Mittwochabend eines der derzeitigen Sorgenkinder im Gemeindegebiet. Die Verbindungsstraße zwischen Neuhaus und Heppstädt wurde von den Mitgliedern des Gremiums bei einer Ortsbegehung persönlich in Augenschein genommen.

Die etwa drei Kilometer lange Strecke zeigt sich als der reinste Flickenteppich und als wahre Stoßdämpferteststrecke. Mit ihren nicht mal vier Metern Breite ist sie nicht mehr zeitgemäß und erfüllt auch keineswegs die eigentlichen Vorgaben für eine Kreisstraße, wird für eine solche doch eine Breite von 5,5 Metern vorgeben.

Stillstand seit 36 Jahren

Bereits im Dezember 1983 entbrannte ein Kleinkrieg zwischen den Kreisräten Ewald Münch (CSU), damals auch Bürgermeister von Adelsdorf, und Helmut Achtziger (SPD) um die damals noch als Gemeindeverbindungsstraße bekannte Strecke. Auch damals schon ging es um eine Sanierung sowie Verbreiterung der Straße, wobei weder das eine noch das andere erfolgte.

Nun brennt dem Adelsdorfer Bürgermeister das Problem unter den Nägeln. "Machen müssen wir was, wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus", erklärte Fischkal.

Und auch Andreas Maier (CSU) stimmt mit einem "Die Straße wird immer mehr befahren und es ist notwendig, dass wir da mal rangehen" zu. Fischkal ergänzt mit einem "Auch Busse befahren diese Straße und Traktoren, wenn da was passiert ..." Gerhard Stingl (CSU) verleiht seinen Bedenken mit einem "Ziehen wir uns dadurch nicht noch mehr Verkehr her?" Ausdruck und Sabine König (Grüne) befürchtet, dass nach einer Sanierung eine Rennstrecke entstehen könnte.

Jedoch stehen zuerst zwei ganz andere Probleme im Raum. Einmal ist der kurvige Teil vor der Fischhalle Paulus noch in Privatbesitz und müsste erworben werden, zum anderen würde eine Herstellung der Straße mindestens 2,1 Millionen Euro kosten, von welchen die Gemeinde gut 50 Prozent zu tragen hätte. Ließe sich das erste Problem durch einen Grundstückstausch lösen, sieht die finanzielle Situation schon ganz anders aus. "Wir sehen uns nicht in der Lage, das für eine Million Euro durchzuführen", so Fischkal, "Wenn ich da eine Million Euro reinstecke, prügeln sie mich aus dem Ort."

Um das Problem schrittweise anzugehen, erteilte das Gremium seinem Bürgermeister erstmal die Legitimation für den Grunderwerb, denn erst wenn die gesamte Kreisstraße dem Landkreis gehört, können weitere Schritte unternommen werden. Ist das in trockenen Tüchern, wird das Problem erneut aufs Tapet gebracht.

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