Seit mehr als 20 Jahren ist Wolfgang Knobl aus Münchaurach der barmherzige Samariter für das Kinderheim, das Seniorenheim und die Schule in der ungarischen Gemeinde Högyesz. Mit Kleidersammlungen, aber auch anderen Gebrauchsartikeln, ist Knobl Jahr für Jahr mehrmals mit vollem Kofferraum nach Ungarn gefahren, um die Spenden persönlich abzugeben. Wie Knobl sagte, war er bis zum heutigen Tag mehr als 50 Mal in Högyesz, um dort mit Spenden zu helfen.
Das neueste Projekt ist die Planung und die baldige Eröffnung einer Kleiderkammer. Nach Rücksprache mit dem derzeitigen Bürgermeister Görgy Botta, der von diesem Vorschlag begeistert war und seine Hilfe zusicherte, soll dieses Vorhaben möglichst schnell realisiert werden. Geplant sei nach den Worten von Knobl, die Räumlichkeiten innerhalb des Gebäudes der Gemeindeverwaltung einzurichten, um damit jedem Gemeindemitglied die Möglichkeit zu geben, sich für einen geringen Betrag mit guten, gebrauchten Bekleidungsstücken auszustatten. Der Erlös aus dem Verkauf soll der Jugend des Ortes zu Gute kommen, wünscht Bürgermeister Botta.

Ein Lastwagen voller Spenden


Der erste Schritt in Richtung Kleiderkammer ist getan. Vor kurzem war eine Abordnung von vier Personen in Münchaurach, um die gespendeten Artikel in Empfang zu nehmen. Die Menge war dieses Mal so groß, dass ein Lastwagen für den Transport erforderlich war. Dieser wurde kostenlos vom ungarischen Bürgermeister, der ein Baugeschäft betreibt, zur Verfügung gestellt. Damit die Benzinkosten gering gehalten werden konnten, beteiligte sich eine ortsansässige Bank mit einer Geldspende an den Kosten.
Neben Skiern und dem dazugehörigen Schuhwerk für die Schule wurde vor allem Kleidung für die geplante Kleiderkammer transportiert. Der Seniorenclub in Högyesz bekommt neben Verbandsmaterial auch Töpfe und Brillen. Auch die ortsansässigen Ärzte gehen nicht leer aus. Dieter Fiebig, der Knobl beim Sammeln der Spenden tatkräftig unterstützt, hat OP-Material besorgt. Obwohl es nach wie vor viele spendenfreudige Mitbürger gibt, fehlt es in Högyesz noch an vielem.

Sportvereine brauchen Bälle


Vor allem im sportlichen Bereich, nicht nur in der Schule, sondern auch im Verein, fehlt es an geeigneten Sportartikeln, angefangen bei den Kleidungsstücken bis hin zu geeigneten Bällen, egal ob im Fußball- oder Handballbereich. Hier sind die Herzogenauracher Sportartikelhersteller gefragt, bei denen es nach Aussage von Knobl sehr schwer ist, Spenden für kleine Vereine zu bekommen.
Was die Spendenfreude der Bevölkerung bei Bekleidung angeht, ist diese sehr groß. Seit der Abholung der erwähnten Spenden vor wenigen Tagen hat sich in der Garage von Knobl bereits wieder eine größere Menge angesammelt, die der Münchauracher in nächster Zeit nach Högyesz bringen will.