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Infrastruktur

"Eine historische Chance"

Im Zuge des A 3-Ausbaus muss der Landkreis ordentlich Geld in die Hand nehmen.
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Eng geht es zu auf der Brücke bei Neuhaus. Sie ist eine der Autobahnquerungen, die im Zuge des A3-Ausbaus verbreitert werden soll.  Foto: Andreas Dorsch
Eng geht es zu auf der Brücke bei Neuhaus. Sie ist eine der Autobahnquerungen, die im Zuge des A3-Ausbaus verbreitert werden soll. Foto: Andreas Dorsch

Für die Erneuerung und Verbreiterung von zwei Brücken und einer Unterführung haben sich die Kosten, die der Landkreis zu tragen hat, inzwischen mehr als verdoppelt. Es geht um die Brücken über die A 3 bei Neuhaus und Hannberg sowie die Unterführung bei Medbach. Im Zuge des sechsstreifigen A 3-Ausbaus sollen diese Bauwerke verbreitert und mit Geh- und Radwegen versehen werden (wir berichteten).

Kosten sind festgeschrieben

"Das ist eine historische Chance", warb Landrat Alexander Tritthart (CSU) für die Maßnahmen. Auch wenn die Verbesserungen deutlich teurer würden, als geplant, müsse man diese Chance wahrnehmen. Gestern segneten die Kreisräte nun einstimmig Vereinbarungen mit dem Bund über die anteilige Kostenübernahme ab. "Mit dieser Vereinbarung signalisieren wir dem Bund: Wir sind bereit, auch selbst Geld in die Hand zu nehmen", so Tritthart.

In den Verträgen sind Fixsummen festgeschrieben, die der Landkreis zu tragen hat. "Es sind Festbeträge", betonte Sachbearbeiter Dieter Mußack. "Das wird nicht noch einmal teurer." Sollte die Ausführung am Ende jedoch billiger werden, muss der Kreis trotzdem zahlen. "Aber das ist mehr als unwahrscheinlich", so Mußack.

Baukosten sind explodiert

Aber warum diese extreme Verteuerung? Das fragte sich unter anderem Kreisrätin Elke Weis (FDP). Die Unterführung bei Medbach als billigstes der drei Bauwerke kommt auf inzwischen rund 870 000 Euro. Vor sechs Jahren waren noch 400 000 Euro veranschlagt gewesen. Die Brücke bei Neuhaus verteuert sich von 700 000 auf 1,7 Millionen Euro, die bei Hannberg von 750 000 auf 1,6 Millionen Euro.

Seit den ersten Berechnungen im Jahr 2012 seien die Baukosten und auch Grunderwerbspreise explodiert, erklärte Mußack. "Außerdem wurden schon für damalige Verhältnisse sehr geringe Grunderwerbspreise angenommen, diese Schätzungen waren nicht ganz richtig."

Die Frage, ob der Beschluss von damals dann überhaupt noch gültig sei, erübrigte sich. Durch die Vereinbarungen mit dem Bund zeige man sich ja auch mit der Übernahme der Kosten einverstanden, so Tritthart. Die Mittel sind bereits im Investitionsplan 2019 bis 2022 enthalten. "Wir sind also bereit - sie können mit dem A 3-Ausbau gerne bei uns beginnen."

Wann genau die jeweiligen Streckenabschnitte in Angriff genommen werden, steht jedoch noch nicht fest. Das liegt in der Hand der Autobahndirektion und der ausführenden Firmen.

Die Beträge im Einzelnen

1 735 977,60 Euro für die Autobahnüberführung über die Kreisstraße ERH 16 bei Neuhaus.

1 640 633,61 Euro für die Überführung der A 3 über die Kreisstraße ERH 26 zwischen Hannberg und Röhrach.

870 726,15 Euro für die Autobahnunterführung der Kreisstraße ERH 36 bei Medbach.

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