Möhrendorf
Wahl

Christina (27) aus Franken will Miss Germany werden

Beim Wettbewerb "Miss Germany" wird heuer ein weibliches Vorbild gesucht. Die Möhrendorferin Christina Pfaller steht in der bayerischen Endausscheidung.
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Bilder im Bikini sind nicht mehr gefragt beim Wettbewerb "Miss Germany", es geht um Ausstrahlung und Persönlichkeit.    Foto: studioline
Bilder im Bikini sind nicht mehr gefragt beim Wettbewerb "Miss Germany", es geht um Ausstrahlung und Persönlichkeit. Foto: studioline
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Lange braune Haare, schlanke Figur, makelloses Gesicht. Für viele Menschen dürfte Christina Pfaller einem Schönheitsideal entsprechen. Doch für sie ist das zweitrangig. Wichtiger ist ihr, was sie leistet. Die 27-Jährige macht beim Wettbewerb "Miss Germany" mit. Doch in diesem Jahr soll der Schönheitswettbewerb weg von der Oberflächlichkeit. "Es sind eher die inneren Werte entscheidend", sagt die Fränkin, die sich unter über 7500 Bewerberinnen durchgesetzt hat. Nun ist sie eine von 16 Frauen in Bayern, für die man ab Montag auf der Seite missgermany.de/voting-2020 abstimmen kann.

Pfaller kommt eigentlich aus Hilpoltstein, wohnt aktuell aber in Möhrendorf. Der Grund: Sie schreibt ihre Master-Arbeit bei der Firma Siemens. Denn an der Uni Würzburg studiert sie Wirtschaftsinformatik. "Ich habe immer mehr gesehen, dass Frauen in der Unterzahl sind", sagt sie. Im IT-Bereich mangele es massiv an Frauen - und das, obwohl sie laut Pfaller auch dort wichtig wären. "Alles, was Männer können, können Frauen auch", sagt die Miss-Kandidatin. Sie selbst muss sich aber immer wieder viel gefallen lassen, denn die Vorurteile in der Branche seien groß: "Ich werde oft als Püppchen gesehen." Sie habe immer das Gefühl, mehr beweisen zu müssen als ihre männlichen Kollegen.

"Wir brauchen einfach mehr weibliche Vorbilder"

Das sei laut Pfaller auch der Grund, warum sie bei der Wahl zur Miss Germany mitmacht. Denn erstmals komme es dem Wettbewerb nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern vor allem auch auf die Persönlichkeit an. "Wir brauchen einfach mehr weibliche Vorbilder", meint Christina Pfaller. Bei der Bewerbung mussten sich die Kandidatinnen zunächst für drei Themenfelder entscheiden, die sie charakterisieren. Die Master-Absolventin entschied sich für Nachhaltigkeit, Fashion und Nature.

Aktuell entwickelt sie eine Software, die Unternehmen helfen soll, schon bei der Konzeption von Produkten auf Nachhaltigkeit zu achten. So sollen sie später besser recycelt werden können. "Ich möchte als Botschafterin für Nachhaltigkeit stehen", formuliert die Miss-Kandidatin ihre Ziele.

Sie möchte Frauen für Technik begeistern, ihre Aufmerksamkeit mit der Miss-Wahl nutzen. Sollten in den kommenden sieben Tagen auf der Miss Germany-Webseite genügend Menschen für die Fränkin voten, bewertet sie anschließend eine Jury. Dann würde es weiter in ein Miss-Camp gehen, bevor letztendlich das große Finale im Europapark in Rust anstehen würde.

Sicher ist aber eins: 16 Frauen stehen in der Endrunde - eine aus jedem Bundesland. Doch auch wenn es Christina Pfaller nicht bis dahin schafft, einsetzen will sie sich trotzdem weiter. Für schöne Frauen mit klugen Köpfen und gegen Vorurteile und Diskriminierung.

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