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Herzogenaurach
Bildung

Einblick in die Facetten der Berufswelt

In einer Woche der Berufsorientierung schnuppern Mittelschüler am Liebfrauenhaus in die Berufswelt. Aus 80 Workshops mit 40 Betrieben konnte ausgewählt werden.
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Im Workshop Rohrleitungsbauer in der Firma Rotec übten die Schüler unter anderem das Zusammenschrauben eines Hydranten.  Foto: privat
Im Workshop Rohrleitungsbauer in der Firma Rotec übten die Schüler unter anderem das Zusammenschrauben eines Hydranten. Foto: privat
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Schon im zwölften Jahr läuft an der Schule des Liebfrauenhauses kurz nach dem Zwischenzeugnis eine Woche der Berufsorientierung (BO). Diese dient den Jugendlichen aus den siebten bis zehnten Klassen, einen Einblick in die Vielfalt möglicher Berufe zu bekommen. Firmen besuchen den Unterricht und laden die Schüler zu sich ein. Manch einer hat auf diesem Weg schon eine Lehrstelle gefunden.

In diesem Jahr wurde das Angebot noch ausgeweitet. Auch die "Kleinen" aus den fünften bis siebten Klassen durften schon mal schnuppern. Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) hatte die Kinder zu einer Technik-Rallye eingeladen.

Neu ist diesmal auch ein Service-Point im Eingangsbereich. Dort werden die Referenten aus den Betrieben von Schülern empfangen und in die Klassenzimmer geleitet. Nebenan im Schülercafé können die Schüler ihre freie Zeit zwischen den Workshops verbringen, hierfür zeichnen Schüler aus der zehnten Klasse verantwortlich.

Knapp 150 Schüler nehmen an der Woche der Berufsorientierung teil. Das sagte Maike Gieck, die neue Organisatorin der Aktion, bei der offiziellen Eröffnung. Sie unterrichtet sonst eine neunte Klasse. 40 Betriebe aus Herzogenaurach und Umgebung nehmen teil, insgesamt können die Schüler aus 80 Workshops auswählen. Von Adidas bis Weiler, von der AOK bis zur Berufsschule, vom Gastwirt bis zum Gebäudereiniger reicht das Spektrum. Es sind Experten aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung sowie von Innungen und Gewerkschaften, die den Schülern die unterschiedlichen Facetten des Berufslebens vorstellen.

Neu in diesem Jahr war auch ein Theaterstück, in dem ein Zimmermann die Geschichte seines Lebens erzählte. Er musste Umwege gehen, um sein Faible für das Handwerk zu entdecken. "Das passt zur zentralen Frage aller Jugendlichen", sagte Maike Gieck: "Wie finde ich meinen eigenen Weg im Leben?" Die Jugendlichen dürfen nun, losgelöst vom Unterricht, an vier Tagen "viele Dinge ausprobieren, also sich ausprobieren." Seit Jahren nimmt die Zehntklässlerin Antonia Üblacker an der BO-Woche teil. Ihr gefällt, dass es viel aus der Praxis gibt und man nicht nur den Referenten zuhören muss.

Auch Bürgermeister German Hacker sah sich um. Er verwies darauf, dass in vielen Betrieben ausgebildete Mitarbeiter fehlen. Das wiederum ist laut Schulleiter Michael Richter für die Schulabgänger nicht nachteilig: "Wer ein vernünftiges Zeugnis hat, kriegt auch einen Job." Das helfe den Mittelschulen auch aus der Sackgasse. Umgeschaut hat sich auch Katja Heun, die im Bildungsbüro der Stadt Erlangen das Projekt "Qualifiziertes Praktikum" leitet und mit Schulen und Betrieben aus dem Landkreis zusammenarbeitet. Wer die Voraussetzung erfüllt, also gute Einblicke in Praktika gibt, erhält ein Gütesiegel. Die Liebfrauenhausschule hat's, ebenso wie viele Betriebe.

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