Herzogenaurach
Planung

Ein Zentrum für Vereine im Stadtnorden Herzogenaurachs

Der Tennisclub und andere Vereine sollen sich auf der Nutzung ansiedeln dürfen. Sieben Stadträten missfielen Probleme beim Grunderwerb, Konrad Eitel (SPD) sprach gar von einem "enteignungsgleichen Vorgang".
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Blick auf bereits ansässige Vereine und die Deponie im Hintergrund. Hier im Herzogenauracher Norden soll ein Gelände für Vereine entstehen. Foto: Bernhard Panzer
Blick auf bereits ansässige Vereine und die Deponie im Hintergrund. Hier im Herzogenauracher Norden soll ein Gelände für Vereine entstehen. Foto: Bernhard Panzer
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Auf der Nutzung, im Norden der Stadt, entsteht ein neues Zentrum für die Herzogenauracher Vereine. Der Stadtrat brachte am Donnerstagabend den Bebauungsplan für das etwa vier Hektar große Gelände auf den Weg. Wenn auch nicht einstimmig, denn sieben Räte lehnten mit dem Hinweis auf Probleme beim Grunderwerb ab.
Für "sehr sinn- und maßvoll" hält Bürgermeister German Hacker (SPD) die Erweiterung des schon bestehenden Vereinsareals an dieser Stelle. Es seien mehrere Optionen geprüft worden, auch vom Tennisclub selber, der ja die Ursache für diese Überlegungen gegeben hatte. Der TC 66 muss sein bisheriges Gelände in Hauptendorf verlassen, weil der Pachtvertrag in wenigen Jahren ausläuft.
Aber unter all diesen Optionen war die gefundene Lösung die geeignete, sagte Hacker.

Schon jetzt befinden sich in unmittelbarer Nähe mehrere Vereine dort: Schützengilde und Eisstockschützen, die Radfahrer von der Soli, der Karnevalsclub und die Musikinitiative. Weiter unterhalb an den Gilgenweihern, aber auch noch in der Nachbarschaft, sind Tierzuchtvereine und Kleingärtner angesiedelt.

Nicht von "Acker zu Acker"

Diese beiden Bereiche planerisch zusammenzubringen, das regten Konrad Eitel (SPD) und Maximilian Maydt (Grüne) an. Nicht von "Acker zu Acker" solle man planen, sondern zusammengehörende Bereiche auch gemeinsam betrachten. Eitel kritisierte darüber hinaus Probleme beim Grunderwerb. Der Besitzer des zentralen Herzstücks wolle sein Areal nicht hergeben. Wenn der Bebauungsplan aber zustande kommt, seien hohe Erschließungskosten zu erwarten.

Eitel sprach öffentlich von 260.000 Euro und wertete das als ein Drängen der Stadt, doch zu verkaufen. "Hier passiert ein enteignungsgleicher Vorgang", sagte der seit vielen Jahren als unbequem geltende SPD-Politiker. Solche Maßnahmen aber halte er für falsch und lehne daher die Planung ab.

Unterstützung fand Eitel bei seiner Fraktionskollegin Renate Schroff. Für sie ist das für den Tennisclub gefundene Grundstück nicht ideal. Das daneben liegende Gelände, als Fläche für Gemeinbedarf eingezeichnet, wäre geeigneter. Doch das gehöre demjenigen Besitzer, der nicht verkaufen möchte. Der aber, so die Dritte Bürgermeisterin weiter, würde bei den Kosten unverhältnismäßig stark getroffen.

Bürgermeister German Hacker relativierte. Man mache dort keine "Erschließung de luxe", sondern setze nur die Mindestanforderungen durch. Aber: "Die Erschließungskosten sind halt nicht mehr so wie früher", sagte er und verwies darauf, dass man halbe Lösungen nicht mehr genehmigt bekomme. Hacker: "Das ist Standard 2013, kein de luxe." Und dass die Stadt bei der Ausweisung von Gebieten auch Grundstücke von Dritten benötigt, was auch gelegentlich Probleme bereitet, sei auch nichts Neues.

Aber man müsse auch eine Gegebenheit betrachten: "Der Tennisclub hätte sonst in Herzogenaurach mittel- bis langfristig keine Zukunft, trotz sehr erfolgreicher Arbeit, vor allem im Jugendbereich", sagte Hacker. Und sprach auf ein Kernproblem in Herzogenaurach an. "Jede neue Flächenausweisung dieser Form geht zulasten der Landwirtschaft", stellte der Bürgermeister fest. Das sei ein Kerndilemma jeglicher Flächenentwicklung in Herzogenaurach. Deshalb müssten Flächenentwicklungen "nicht nur wohlüberlegt sein, sondern auch nötige Ausgleichsflächen mit einberechnet werden".

Ein Magnet in der Region

Diese können laut Hacker in Zukunft nicht mehr alle in Herzogenaurach abgebildet werden. Man müsse darüber nachdenken, solche Ausgleichsflächen nicht mehr nur zulasten der hiesigen Landwirtschaft gehen zu lassen, sondern diese auch in ländlichere Räume der Umgebung zu geben.

Herzogenaurach sei ein Magnet in der Region. Man habe einen Pendlerüberschusses von fast 10.000 Menschen. Dabei sei das Stadtgebiet sehr beengt: Obwohl Herzogenaurach etwa 10.000 Einwohner mehr habe als der Nachbar Höchstadt, sei die Fläche und mit knapp 48 km² wesentlich kleiner (Höchstadt hat 71 Quadratkilometer).

Unterstützung fand Hacker in der Diskussion auch in Reihen der CSU. Auch Kurt Zollhöfer bezeichnete die Ausweisung als eine sinnvolle Änderung, weil man ein Vereinszentrum dort im Ansatz ja schon habe. Was den Grunderwerb angeht, habe die Stadt alles unternommen, um den nötigen Grund zu erwerben.

Angesprochen wurde auch der Feldweg, der von den Gilgenweihern hochführt. Der dürfe keinesfalls als Schleichweg hergenommen werden, sagte Bürgermeister Hacker. Notfalls werde man eine Durchfahrt per Schranke verhindern. Die Erschließung findet ohnehin "von oben" statt, also über die Kreisstraße entlang der Herzo Base.


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