Großenseebach
Schwerarbeit

Ein Prachtstück zur Großenseebacher Kerwa

In Großenseebach stellten die Ortsburschen einen relativ dünnen, aber immerhin 32 Meter langen Baum auf.
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Beim Aufstellen des Kirchweihbaums halfen alle zusammen.  Fotos: Manfred Welker
Beim Aufstellen des Kirchweihbaums halfen alle zusammen. Fotos: Manfred Welker
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32 Meter misst der Baum, den bei der Kirchweih in Großenseebach die Kerwasburschen am Wochenende neben dem Festzelt in die Höhe hievten. Aus dem Wald wurde er stilgerecht mit den zwei Pferden von Herbert Müller zum Festplatz gefahren.

Eingespielt hat es sich inzwischen, dass der FSV-Förderverein den Vorstand des Großenseebacher FSV bei der Arbeit um die Organisation der Kerwa unterstützt. Über 100 Helfer halten somit die Kerwa "am Laufen".

Bereits vor dem Bieranstich war das Festzelt beim Sportheim gut besucht. Das gute Wetter hatte es ermöglicht, dass auch vor dem Zelt genausoviele Gäste saßen, wie im Zelt selbst.

Der Vorsitzende des FSV, Norbert Jakobs, begrüßte im Namen der Vorstandschaft die Gäste: Bürgermeister Bernhard Seeberger (FW), die Großenseebacher Gemeinderäte und vor allem die Helfer, ohne die das ganze Fest nicht funktioniert hätte.

Er würdigte die 28 Kirchweihburschen und ihren Oberortsburschen Sebastian Denk ganz besonders, denn sie tragen das Programm der Kerwa; die Kerwa würde sonst ganz erheblich an Attraktivität verlieren.

Auch in diesem Jahr kamen neben Bürgermeistern der Nachbargemeinden auch zahlreiche Kreisräte und Landrat Alexander Tritthart (CSU) zum Anstich.

In diesem Jahr hatte Brauereichef Georg Hofmann von der Brauerei Hofmann ein richtiges Holzfass zum Anstich nach Großenseebach mitgebracht. Seeberger musste zwei Schläge aufwenden, bis das erste Bier in die Krüge fließen konnte.

Für die musikalische Umrahmung des Anstichs sorgten die Leutenbacher Musikanten. "Es war auch in diesem Jahr wieder viel los beim Anstich", konnte Jakobs rückblickend auf den Freitag sagen.

Der Kerwasbaum, ein Prachtexemplar von Fichte mit 32 Metern und einer schönen Krone, war im Korporationswald im Steinbruch von Herbert Müller gefällt und von den Pferden Mirabelle und Marille unter Musikbegleitung nach Großenseebach gebracht worden. Danach durften die Pferde ihren verdienten Feierabend im Stall verbringen.

Um das gute Stück beim Baumaufstellen in die Senkrechte zu hieven, mussten die Ortsburschen kräftig zupacken.

Auch wenn der Baum trotz seiner Größe eher schlank war, bedeutete das natürlich viel Arbeit beim Aufstellen. Aber es war gar keine Frage, dass der große Baum möglichst weit zu sehen sein sollte. Denn dadurch diene er für die anderen Ortschaften im Seebachgrund als Messlatte, die es zu erreichen gilt. Ein Übertreffen sei ohnehin kaum möglich.

Manfred Weiser gab Kommando

In die Äste der Spitze wurden bunte Bänder eingeflochten und das obere Stück des Baumstammes in den fränkischen Farben rot und weiß umwickelt.Die Spitze erhielt eine rot-weiße Frankenfahne, oberhalb des Kranzes mit rot-weißen Bändern wurden ebenfalls drei rot-weiße Fahnen am Stamm angebracht. Im liegenden Zustand befreiten zwei Mann den Stamm mit einer Kette von losen Rindenteilen. Das Aufstellen unter dem bewährten Kommando von Manfred Weiser erfolgte wie früher mit den sogenannten "Schwalben", das heißt Heubäumen, die allerdings in der heutigen Zeit an den Spitzen mit Schwerlastgurten oder Ketten verbunden werden. Diese Aufgabe hat er bereits vor langer Zeit von Jakob Schaub übernommen. Unter seinem Kommando brachten die Ortsburschen bis jetzt jeden Baum ohne Probleme in die Senkrechte.

"Also Männer, noch einmal zusammen", lautete sein Kommando, bedingt durch den großen Baum.

Während die Kirchweihburschen ins Schwitzen kamen, behielt Weiser in jeder Situation den Überblick. "Also, ihr seid jetzt in der Pflicht" meinte er zur Gesamtsituation.

Während des Hochhievens mit vier Paar Schwalben wurde nahe am Loch eine mannshohe Leiter immer wieder nachgerückt, um den Baum zusätzlich zu stützen. Begleitet von den kritischen Blicken der älteren Großenseebacher wurde der Baum Stück für Stück in die Senkrechte gehoben. Als der Baum nach mehrmaligem Nachrücken der Schwalben aufrecht im Loch stand, wurde er verkeilt.

Begleitet von einer Musikkapelle wurde unter dem Absingen von Kirchweihliedern das Loch abgedeckt. Erst danach konnten sich die Akteure im Zelt von der Anstrengung erholen.

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