Erlangen
Abschied

Ein Pony auf der Palliativstation

Der Verein "Lenas Pferde" erfüllt einer schwerstkranken Pferdeliebhaberin einen ihrer letzten Wünsche.
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Einfach tierisch: Eine schwerstkranke Pferdeliebhaberin kann noch einmal das samtige Fell einer Ponydame streicheln. Foto: Uni-Klinikum Erlangen
Einfach tierisch: Eine schwerstkranke Pferdeliebhaberin kann noch einmal das samtige Fell einer Ponydame streicheln. Foto: Uni-Klinikum Erlangen
Mitarbeiter, Patienten und Besucher staunten nicht schlecht, als ein eher ungewöhnlicher Gast in der Palliativmedizinischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen erschien. Da stand doch tatsächlich ein Pferd auf dem Flur. Einer Initiative des Vereins "Lenas Pferde" ist es laut Pressemitteilung der Uniklinik zu verdanken, dass Patienten der Palliativstation dem bekannten Lied eines Schlager-Duos nun so nah kamen.
Ein Sprichwort besagt: Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde. Doch was, wenn man selbst so schwer krank ist, dass man nicht mehr über Felder und Wiesen reiten kann? Angehörige einer Patientin der Palliativstation wollten der Pferdeliebhaberin noch mal die große Freude ermöglichen, den samtigen Kopf eines Pferdes zu streicheln. Sie hatten sich deshalb an "Lenas Pferde" gewandt und ihr Vorhaben gemeinsam geplant.


Scheu schnell verflogen

Als das Pferd dann tatsächlich auf der Terrasse der Palliativstation stand, suchte die Ponydame nach anfänglicher Scheu schnell die Nähe zur Patientin. Deren Tochter versicherte ihrer kranken Mutter immer wieder, dass es wirklich ein echtes Pferd sei, was da ihre Hand liebkost, nicht etwa ein Schaukelpferd.
In Zusammenarbeit mit dem Reiterhof Hager aus dem Herzogenauracher Ortsteil Höfen ermöglicht der Verein "Lenas Pferde" kranken Menschen, mit den Tieren in Kontakt zu kommen. Lena, die Namensgeberin des Vereins, verstarb 2013 auf der Palliativstation des Uni-Klinikums Erlangen. Ihr sehnlichster letzter Wunsch war es, sich persönlich von ihrem Pferd Leopold - liebevoll Leo genannt - verabschieden zu dürfen. Der palliativmedizinische Dienst des Uni-Klinikums Erlangen holte damals in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik 5 - Hämatologie und Internistische Onkologie und der Uni-Klinikumsverwaltung Leo aufs Gelände. Einen solchen Moment in schwieriger Situation wollten Angehörige und Freunde von Lena auch anderen Patienten ermöglichen und gründeten den Verein.
Das Team der Palliativmedizinischen Abteilung der Klinik unter Leitung von Professor Dr. Christoph Ostgathe setzt sich immer wieder mit viel Engagement und Kreativität dafür ein, die Wünsche seiner Patienten wahr werden zu lassen und Momente der Freude für Schwerstkranke und ihre Familien zu schaffen.
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