Höchstadt a. d. Aisch
Comedy

Ein Nilpferd entdeckt Ochsenschenkel

Bauchredner Sebastian Reich und seine Hippo-Dame Amanda bekamen bei ihrem Gastspiel in Höchstadt geografischen Nachhilfeunterricht.
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Amanda hat Ochsenschenkel seit Samstag zum Fressen gern.    Foto: Paul Frömel
Amanda hat Ochsenschenkel seit Samstag zum Fressen gern. Foto: Paul Frömel

Auch in Ochsenschenkel leben glückliche Menschen. Die Ochsenschenkler selbst haben das wahrscheinlich schon immer gewusst, Hunderte von Besuchern der Höchstadter Aischtalhalle wissen es seit Samstag, und durch das Internet könnte es bald die ganze Welt erfahren. Zu verdanken ist diese Erkenntnis einem sprechenden Nilpferd, das auf Einladung von Eishockey spielenden Alligatoren, in Begleitung eines kalauernden Esels und eines deprimierten Glücksschweins einen Abend lang für ein tierisches Vergnügen sorgte.

Bauchredner Sebastian Reich war mit seiner Amanda zu Gast im Aischgrund, und weil das aktuelle Programm den Titel "Glückskeks" trägt, durften die Zuschauer den beiden auf Kärtchen mitteilen, was sie glücklich macht - natürlich unter Angabe des Namens und des Wohnorts. Einige dieser Kärtchen wurden auf der Bühne vorgelesen, und alles ging gut, bis Sebastian Reich auf die Zeilen eines gewissen W. (Name der Redaktion bekannt) stieß, der als Heimat besagten Vestenbergsgreuther Ortsteil angegeben hatte.

Der Running Gag des Abends

"Gibt's das wirklich?", fragte Reich ins Publikum, und nachdem einige Ortskundige das bejaht hatten, war der Running Gag des Abends geboren. Einen Ochsenschenkel hätte das hungrige Nilpferd Amanda gerne zu essen gehabt, lässt es in einem für Reichs Facebook-Seite gedrehten Video wissen, und auch in einige Witze, die der Bauchredner seine Puppen erzählen ließ, war der Ortsname schnell eingebaut. Kostprobe gefällig: "Ochsenschenkel ist nicht der Arsch der Welt, aber man kann ihn von dort aus sehr gut sehen." Oder: "Ein Vampir gerät in Ochsenschenkel in eine Verkehrskontrolle der Polizei und wird gefragt, ob er etwas getrunken hat. Antwort: Ja, ein Radler." Kommentar von Amanda: "Der dauert ein bisschen ..." Dass im Wald bei Ochsenschenkel der geografische Mittelpunkt Frankens liegt, erfuhren Amanda und Sebastian erst einen Tag später.

Ein Glücksschwein bringt Pech

Durch die hohe Kunst des Bauchredens, garniert mit einem Zaubertrick, durch eine Mischung aus Kalauern, Situationskomik und humorvollen Anspielungen auf das gesellschaftliche und politische Zeitgeschehen schafft es Reich, Menschen im Alter zwischen acht und 80 Jahren zum Lachen zu bringen und vielleicht sogar kurzzeitig glücklich zu machen, so wie es der Titel seines Programms andeutet. Im Gepäck hat er unter anderem einen Esel, der flache Witze erzählt, das Marzipanschwein Pig Nic, das allen nur Pech bringt, und den gealterten Liebesgott A. Mor, der schlecht sieht und deswegen mit seinen Pfeilen schon Paare wie Dieter Bohlen und Thomas Anders als "Modern Talking" zusammengebracht hat.

Amanda, die manchmal etwas zickige Nilpferddame mit den großen Kulleraugen und der noch größeren Nase, ist zwar nicht ganz glücklich, weil sie kein "Häändy" bekommt, würde gerne auch den gastgebenden Eishockeyclub von "Höchstadt Alligators" in "Höchstadt Hippos" umbenennen, damit sie selbst als Spielerin mitmischen kann, aber am Ende stimmt sie ein aufmunterndes Lied an und vereint das Publikum im Refrain "Schubidubidu" zu einem großen Chor. Und außerdem darf sie ihr Lieblingswort sagen, das jeder kennt, der Amanda kennt, und auch noch erklären, was es bedeutet: "Wenn der Cola-Fisch mit dem Fanta-Fisch ..., dann ... Spezi-Fisch."

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