Weisendorf
Umzug

Ein kleiner, aber feiner Gaudiwurm

In Weisendorf spießte das närrische Volk heuer wieder einige Begebenheiten des vergangenen Jahres auf.
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Die Strohbären gehören seit vielen Jahren zum Weisendorfer Umzug.Richard Sänger
Die Strohbären gehören seit vielen Jahren zum Weisendorfer Umzug.Richard Sänger
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Der Faschingszug des Weisendorfer Heimatvereins war, auch dank des sonnigen Tages, heuer geradezu perfekt. Trotz der Sonne war es etwas kühl, und die Gardemädchen hielten sich warm, indem sie dem Wagen der "Blummazupfer" hinterhertanzten. Ein bisschen Kondition brauchte es dazu allerdings, weshalb die Jüngsten der Garde auf dem Wagen mitfahren durften.
Die Urzeln und die Strohbären führten traditionell den Faschingszug an, dahinter zogen Gruppen wie der ASV und der Heimat- und Gartenbauverein mit seinem "Prunk-Leiterwagen" sowie die Ortsburschen und die Bulldogfreunde aus dem Ortsteil Buch lärmend durch Weisendorf. Bei den Ortsburschen hieß es "Rettungstrupp Buch - Schwalbenkönige". Sie spielten damit auf die Weisendorfer Kerwa an, bei der die Bucher Ortsburschen beim Baumaufstellen mit ihren Schwalben aushelfen mussten.
Auf dem Wagen der Weisendorfer Narren fuhren auch Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) sowie der Elferrat mit, die unermüdlich Süßigkeiten, Spielzeug und Rosen für die Damen an die dicht gedrängten Zuschauer verteilten. In diesem Jahr war auch die Prunklosia aus Emskirchen mit ihrem Prunkwagen samt Elferrat und Gardemädchen dabei.
Er war zwar nicht allzu lang, der Weisendorfer Zug, aber allemal fein und durchdrungen von guter Laune. Immerhin kommen manche Zug-Gäste immer wieder. So die Urzeln, jene schaurigen Gestalten, die mit ihren Peitschen gefährlich klingende Töne erzeugten. "Das ist ein alter Handwerksbrauch aus dem Mittelalter", erklärte Georg Hutter von der Urzel-Gruppe im Kreisverband Nürnberg der Siebenbürger Sachsen.
Natürlich durfte auch der Wagen des Heimatvereins nicht fehlen. "Das Breitband-Kabel ist verlegt. Es war doch ein langer Weg. Der Anschluss ist jedoch noch nicht geschafft! Doch die User wollen mit aller Kraft, dass man endlich 50 Mbit schafft", war dort zu lesen. Auf der anderen Seite des Wagens ging es um fehlende Toiletten im Marktort: "Hundetoiletten gibt es überall. Toiletten für Bürger auf keinen Fall. Im Schlosspark sitzen ein Genuss - solang man nicht zur Toilette muss!"
Der Faschingszug endete mit viel Lärm und Tanz am Marktplatz und es gab Bratwürste und Getränke. Anschließend ließ der Heimatverein das Faschingstreiben in der Trattoria Cardelli am Marktplatz ausklingen und die "Blummazupfer" wie in den vergangenen Jahren in der Mehrzweckhalle. Am heutigen Aschermittwoch sind die Narren samt Gardemädchen nochmal gefordert, denn Bürgermeister Heinrich Süß möchte gerne seinen Rathausschlüssel zurückhaben.
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