Höchstadt a. d. Aisch
Wunschzettel

Ein Kino und vieles mehr: Das wünschen sich Höchstadter Kinder von ihrer Stadt

Höchstadter Kinder haben dem Bürgermeister ihre Wünsche geschickt. Wir fragen nach, ob das Christkind aus dem Rathaus dafür im Haushalt noch Platz findet.
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Kinder bei der Eröffnung des diesjährigen Höchstadter Weihnachtsmarkts. Foto: Christian Bauriedel
Kinder bei der Eröffnung des diesjährigen Höchstadter Weihnachtsmarkts. Foto: Christian Bauriedel

Zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts haben Höchstadter Kinder ihre Wünsche beim Bürgermeister eingereicht. Und es ist interessant, was herausgekommen ist. Wir haben beim Stadtoberhaupt nachgefragt, wie realistisch das ein oder andere davon ist.

Ein Kino für Höchstadt - damit man nicht immer fahren muss

"Wir haben in Höchstadt mit dem Kleinkunstkino ein Kino, das einen Teil des Angebots abdeckt", sagt Bürgermeister Gerald Brehm. Allerdings glaubt er, die Jugendlichen würden sich eher etwas anderes vorstellen, etwa ein größeres Kino wie das Cinemax in Erlangen mit den großen Hollywood-Blockbustern.

Brehm verweist zunächst auf die AKKU-Filmabende in der Fortuna Kulturfabrik. Diese verteidigt er erneut gegen die Kritik von Werner Schramm, Betreiber des Aischtaler Filmtheaters. "Wir sehen sein Engagement positiv. Mittlerweile die Nebenerscheinungen nicht mehr", so Brehm. Damit meint er die permanenten Anwürfe Schramms gegen die Filmabende für Jugendliche. "Wir ziehen Kooperation vor statt Agitation", sagt das Stadtoberhaupt. Bei der Stadt gebe es Pläne für ein Open-Air-Kino im Sommer. Man könne das zusammen mit Gewerbetreibenden organisieren. Alle seien eingeladen, ihre Ideen und Konzepte einzubringen. Als Ort könnte sich Brehm die Bühne auf dem neu gemachten Außengelände hinter der Fortuna vorstellen.

Und ein größeres Kino eines Privatbetreibers? Da habe es vor ein paar Jahren schon mal eine Anfrage gegeben, so Brehm. Doch damals scheiterte es an der vermuteten Frequenz. Mit dem gewachsenen Mittelzentrum, 4000 Schülern alleine in Höchstadt, dem nun fertigen Aischpark-Center und dem Hotel, das bald nahe des Medbacher Kreisels entstehen soll, könne er sich jedoch vorstellen, dass in der Zukunft doch noch ein privater Kinobetreiber anbeißt. Brehm könnte sich etwa die leer stehende Diskothek im Kieferndorfer Weg als Standort vorstellen. "Dort könnte man sicher Filme zeigen." Es sei ja schade, dass die Räume momentan ungenutzt seien.

Ausbau des Hallenbads - Moderneres Planschen - nur wo?

Das Hallenbad der Stadt Höchstadt stammt aus dem Jahr 1972. Der Bürgermeister und der Stadtrat haben eine Erneuerung beziehungsweise einen moderneren Ersatz schon länger auf ihrer eigenen Wunschliste. Vor allem zwei Dinge seien zu bedenken, sagt der Bürgermeister. Wie immer natürlich die Kosten. Und die Frage: Macht es vielleicht Sinn gleich ein neues Hallenbad an einem anderen Ort zu errichten? Eine Erneuerung des alten Bads in der St. -Georg-Straße würde mehrere Millionen Euro kosten. Ein Neubau könne locker mal 15 Millionen Euro verschlingen, sagt Brehm. Das müsse man sich daher im Stadtrat gut überlegen. Für den jetzigen Standort spreche die Nähe der Schulen. Würde man sich entscheiden, neu zu bauen, würde eine Anbindung an das Freibad Sinn machen, so Brehm. Dann könnten die Badegäste im Sommer eventuell an Regentagen nach drinnen ausweichen. Vielleicht wäre auch Platz für ein etwas großzügigeres Bad inklusive Saunalandschaft. Denn dafür sei es am Standort St.-Georg-Straße einfach zu eng. Für einen Hallenbad-Neubau spräche auch, dass man dann energetisch auf dem neusten Stand sei und langfristig Geld sparen könnte. Aber die Stadt habe heuer zunächst die Verbesserung des Freibads mit Kinderbereich und Minigolf angepackt. Doch Brehm verspricht, das Thema Hallenbad werde nicht von der städtischen Wunschliste verschwinden. Doch es sei wie bei der Eishalle eine teure Sache und abhängig von der Bewilligung von Fördergeldern. Brehm bittet Kinder und Jugendliche also etwas um Geduld: "Es wird leider nicht so sein, dass das sofort umgesetzt ist."

Mehr Blumen - Höchstadt braucht mehr Blüten

Mehr Blumen in der Stadt? "Das ist ein berechtigter Wunsch", sagt Brehm. Die Stadt habe vor zwei Jahren über 10.000 Euro investiert. An den Stadteingängen und am Karpfenkreisel sehe man das, etwa im Frühjahr in Form von blühenden Tulpen. Brehm kündigt an, dass man vor allem an der neuen, etwas kahlen Aischbrücke mit Blumenschmuck nachhelfen wolle - wenn die Behörden mitspielen. Er erwähnt aber auch die Rekultivierung der alten Sandgrube neben der Eishalle. Hier könne er sich ein Naturprojekt oder Patenschaften von Schulklassen vorstellen zusammen mit Obst- und Gartenbauverein, Imkern, Vogelfreunden und Bund Naturschutz.

Bedarf in Jungenhofen und Etzelskirchen-West?

Spielplätze seien immer eine Frage des Bedarfs, sagt Brehm. Ob in Jungenhofen genug Kinder wohnen (das kleine Baugebiet könnte für Nachwuchs sorgen), das müsse man zunächst feststellen. So werde auch geprüft, ob in manchem Ortsteil der Kinderspielplatz überhaupt noch gebraucht wird. In Etzelskirchen habe man sich zunächst entschieden, den bestehenden Spielplatz zu erneuern. Wenn die Wohngebietsausweisungen im Gebiet Etzelskirchen/Nackendorf weitergehen, sei es sicher sinnvoll einen zweiten Platz zu bauen. Hinter den Wunsch der Kinder nach Spielgeräten an der Schule in Etzelskirchen macht Brehm einen Haken. Hier habe man erst etwas gemacht.

Gerald Brehm selbst wünscht sich für seine Stadt, dass die Bürger optimistisch und offen in die Zukunft schauen: "Ich habe den Wunsch, dass das positive Denken Einzug hält."

Aischpark-Center, Innenstadtbelebung, Ansiedlung von Edeka dort, wo Erdbeeren angebaut werden, Nachverdichtung mit Wohnungsbau dort, wo Naturschützer ein Biotop erkennen: Das Jahr war voll mit kontroversen Themen. Brehm sagt, er verstehe viele Einwände. Doch ein Bürgermeister müsse immer das große Ganze im Blick behalten.

Für das nächste Jahr kündigt Brehm an, dass man eine neue Gesamtplanung für das kommende Jahrzehnt auflegen wolle. Denn der bisherige Agenda-Prozess 2021 laufe ja langsam aus. Welche Themen stehen an? Was ist wichtig? Wie soll Höchstadt in ein paar Jahren dastehen? Hierzu wolle man im Frühjahr alle Bürger, Vereine, Arbeitskreise, Politiker und die Verwaltung in themenbezogenen Klausurtagungen zusammenholen.

Einen Schwerpunkt sieht Brehm in den Themen Umwelt und Klima. "Nach 23 Jahren habe ich eine klare Sichtweise, dass sich die grüne Welle heute schneller bewegt. Es ist eine gesellschaftliche Entwicklung." Der Klimawandel sei spürbar. Und daher müsse man sich als Kommune verstärkt Gedanken machen.

Stadträte schreiben ihre Wunschliste

Vielleicht haben Brehms Überlegungen auch etwas damit zu tun, dass vor Kurzem Sonja Koenigk angekündigt hat, einen Grünen-Ortsverband Höchstadt gründen zu wollen. Was die Wünsche anbetrifft weiß Andreas Hänjes, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, was aus seiner Sicht ganz dringend ist: "Mein Wunsch ist: Wir schaffen Mietwohnungen für Menschen in besonderen Lebenssituationen." Etwa für alleinstehende Frauen mit Kindern, Familien mit vielen Kindern, Familien ohne Arbeit. Wunschlos glücklich sei die SPD in Höchstadt ansonsten zwar nicht. Aber man fordere lieber, gemachte Beschlüsse erst einmal umzusetzen.

Ähnlich sieht es Alexander Schulz, CSU-Fraktionschef: "Ich spreche mit Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Man müsse Beschlossenes anpacken. "Gute Vorsätze sollten nicht nur als Ankündigungen verstanden werden, sondern müssen auch umgesetzt werden." Auf dem Wunschzettel der CSU ganz oben: die Sanierung der Steinwegstraße, bei der der Bürgermeister kurz nach dem erneuten Drängen der CSU endlich in die Planungen gegangen sei. Zweiter Wunsch: ein Konzept für die Radwege. Dies habe man zwar jüngst endlich beschlossen, aber nun müsse man es auch machen. Wie das mit Wünschen so ist: Es bleibt spannend, welcher als erstes in Erfüllung geht.

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