Zentbechhofen
Bewässerung

"Ein Friedhof ohne Wasser, das macht man doch nicht"

Wilde Gerüchte schwirren durch Zentbechhofen: "Die Feuerwehr darf das nicht mehr", "Die Stadt will Wasser sparen", wird gemunkelt.
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Derzeit arbeitslos: Die Gießkannen am Friedhof Zentbechhofen harren der Dinge.  Foto: Karina Brock
Derzeit arbeitslos: Die Gießkannen am Friedhof Zentbechhofen harren der Dinge. Foto: Karina Brock

Es geht um die Friedhofsbewässerung. Die Quelle, die die Zapfstelle speist, ist schon seit einiger Zeit trocken gefallen. Auf Bitten der Kirchengemeinde hat sich die Feuerwehr dann darum gekümmert, dass wieder Wasser zur Verfügung stand. Nun ist seit einer guten Woche wieder Schluss, wenn überhaupt tropft der Hahn noch. Was ist da los?

Feuerwehr muss Stadt fragen

"Das Wasser ist Eigentum der Stadt Höchstadt, darum müssen wir dort fragen, bevor wir etwas entnehmen", erklärt der Zentbechhofener Feuerwehrkommandant. Beim letzten Mal haben die Einsatzkräfte im Zuge dessen die Hydranten im Ortsgebiet überprüft. Anstatt das Wasser beim Spülen davonlaufen zu lassen, wurde es eben aufgefangen und der Friedhofsbewässerung zugeführt. "Das macht natürlich Arbeit. Aber wir haben bisher nichts davon gehört, dass wir das nicht mehr dürften." Er persönlich habe hingegen gar nicht gewusst, dass das Wasser schon wieder leer sei. "Es hat sich noch niemand bei der Feuerwehr gerührt. Dann können wir ja auch schlecht handeln."

Gerüchte sind nur Gerüchte

Das bestätigt Christof Himpel, Leiter des zuständigen Amtes in der Stadtverwaltung. "An diesen Gerüchten ist überhaupt nichts dran. Die Feuerwehr hat sich mit uns in Verbindung gesetzt. Natürlich darf sie weiterhin auffüllen."

Die Kirchenverwaltung habe beim ersten Mal, als kein Wasser mehr kam, bei der Feuerwehr angefragt, ob sie nicht Abhilfe schaffen könne. Der Kommandant wiederum hat sich an die Stadt gewandt. Es handelt sich schließlich um Wasser aus dem öffentlichen Netz. "Das geht aber vollkommen in Ordnung. Die Wehr verbindet das mit Übungen, spült das Ortsnetz, überprüft Hydranten", so Himpel.

Nur ein Brunnen sprudelt noch

Dass die Quelle derzeit trocken liegt und auch der Osterbrunnen in Zentbechhofen ausgetrocknet ist, hängt natürlich mit der allgemeinen extremen Trockenheit zusammen. Einzig der Brunnen in der Ortsmitte führt noch Wasser. Um die Feuerwehr zu entlasten und "öffentliches Wasser" zu sparen, hat der Pfarrer die Gemeinde kürzlich gebeten, doch auch auf diese Quelle zurückzugreifen, damit am Friedhof nicht ständig nachgefüllt werden müsse.

Wenn es aber nötig ist, darf die Feuerwehr das tun, betont Himpel: "Ein Friedhof ohne Wasser, das geht doch nicht, das macht man doch nicht."



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