Herzogenaurach
Junge Szene Herzo

Ein Festival für Hip-Hop-Fans auf der Music Base

Die Herzogenauracher Band "Null zwei zwei" will die musikalische Jugendkultur beleben: Akteure aus der Region rappen am Samstag auf dem MIH-Gelände.
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Die ganze "Bande" ist versammelt: "Null zwei zwei" steht für Rap und Hip Hop.  Foto: privat
Die ganze "Bande" ist versammelt: "Null zwei zwei" steht für Rap und Hip Hop. Foto: privat
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Patrick Pilch weiß genau, was er will. In Herzogenaurach gebe es eine Menge Fans von Rap und Hip Hop, sagt er. Und es gibt Musiker respektive Künstler, die sich diesem Genre verschieben haben. Da treffe man "viele junge und motivierte Leute, die was auf die Beine stellen wollen", berichtet der 26-Jährige. Aber bisher finden die seiner Meinung nach oft nicht die entsprechende Bühne.

Genau das will Pilch ändern, der Mitglied der Herzogenauracher Band (er nennt sie Bande) "Null zwei zwei" ist. Am Samstagabend (11. August) steigt das erste Hip-Hop-Festival in größerem Rahmen auf der Music Base der Musikinitiative Herzogenaurach (MIH) auf der Nutzung. Ein Open Air, an dessen Vorbereitung die Jungs seit Tagen arbeiten.

Hinter "Null zwei zwei" verbirgt sich eine Band von vier Musikern, oder wie es Pilch nennt: Künstlern. Sie alle singen und rappen, jeder nach seinem Talent und in seiner Stimmlage. Und dazu gibt's elektronische Musik, die Patrick selbst am Computer entwickelt und eingespielt hat. Ausschließlich eigene Sachen werden da produziert, und drei CDs, so genannte Mix-Tapes, hat das Quartett auch.
Bei den Auftritten geht die Post ab. Das haben die Besucher des "Velder-Festivals" auf der Music Base kürzlich erlebt, oder auch die beim letztjährigen Music-Base-Festival. "Zu viert kann man auch wirklich was machen", sagt der Bandleader. Für gewöhnlich treten Rapper eher solo oder im Duo auf.


Die Bande ist groß

Zu "Null zwei zwei" gehören aber noch viel mehr Akteure -- "unsere Bande", wie Pilch sagt, der mit seinen 26 Jahren der Älteste ist, die anderen sind zumeist um die zwanzig, wie er sagt. Die vier Talente singen, wie es einer aus der Bande beim Aufbau am Donnerstag formuliert, die anderen sorgen im Hintergrund dafür, dass alles passt. Um die zehn Leute kommen da zusammen, die den Bühnenaufbau machen, T-Shirts bedrucken, Plakate besorgen, Werbung machen und so weiter.

Aber da sind noch andere die rund ums Festival mithelfen. Die "alten Herren" der MIH, alles gestandene Männer, die im Verein seit vielen Jahren dabei sind, unterstützen die Jungen. Schließlich sind die auch Mitglieder und proben auf der Music Base. "Die haben eine super Planung hingelegt", sagt Vorstandsmitglied Bernhard Wilfer. "Unser Aufwand ist gerechtfertigt."

Freilich ist man in der MIH offen für alle Genres, auch wenn Hip Hop schon eine andere Generation bindet, meint Wilfer, der selbst Sänger bei "Faded Glory" ist und damit ein ganz anderes Publikum anspricht. Schmunzelnd erinnert er sich an einen Rapabend im Innern der Music Base. Da hat Wilfer gemeinsam mit einem anderen "Alten" bedient. "Wir fühlten uns wie die zwei von der Muppets Show", sagt der 56-Jährige angesichts des blutjungen Publikums.

Respekt haben sie von dem, was die Band auf die Bühne zaubert, allemal. Mike Amon, Schlagzeuger von "Tuff Enough", lobt: "Die sind schon ganz nah dran an der Professionalität." Die Veranstaltung jetzt ist das erste große Festival auf dem eigenen Gelände außerhalb des jährlichen Music-Base-Festivals.


Einlass ist um 14 Uhr

"Wir wollen auch die jungen Leute für die MIH begeistern", sagt Patrick Pilch. Und freut sich, dass die Jugendkultur im Verein angekommen sei. Fürs Festival hat man Hip-Hop-Künstler aus der Region eingeladen. Weitere zehn Interpreten und Bands stehen neben den Organisatoren von "Null zwei zwei" auf der Bühne. Das Spektakel beginnt um 15.30 Uhr, Einlass ist um 14 Uhr, der Eintritt kostet überschaubare fünf Euro.

Hinter dem Namen verberge sich übrigens ein Polizeicode, null zwei zwei stehe da für eine Bande, berichtet Patrick. Darüber hinaus hat jeder Akteur noch einen Künstlernamen. Er nennt sich Gregory. Angefangen hat er mit 15 Jahren, Musik zu machen. Damals haben es ihm die Disco Beats angetan, wie sie auch auf dem "Open Beatz" am Poppenhof wummern. Aber dieses "elektronische Bumbum" hat er eingetauscht gegen die Hip Hop Beats und hat angefangen selbst dazu zu singen. "Das ist melodischer und langsamer", sagt Patrick. Und so sind seine Songs entstanden, in einer Bandbreite, die den "Straßenrap für die härteren Jungs" ebenso umfasst wie "was schönes Musikalisches für die Frauen."


Mit dem Laptop vor der Tür

Fränkeln tut Gregory übrigens nicht. Seine Familie stammt aus Oberschlesien, geboren ist er in Deutschland. Und wie kam er zur Musikinitiative? "Ich hab mich mit meinem Laptop vor die Tür gesetzt und gesagt, ich geh erst wieder, wenn ich einen Probenraum kriege", verrät Patrick. So habe die Jugendkultur von Null zwei zwei Eintritt in die Familie der MIH bekommen. Wie gesagt, Patrick Pilch weiß genau, was er will.
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