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Höchstadt a. d. Aisch
Fanaktion

Ein Fest nicht nur für die Fans

Panini in Höchstadt: Zehn Wochen lang gibt es nun ein HEC-Stickeralbum im Rewe-Markt im Aischparkcenter zu kaufen.
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Die U9 mit den Großen (von links): Philipp Seelmann, Saskia Rogner, Vera Feuerlein und Thorsten Ramspeck mit Fiona  Fotos: Britta Schnake
Die U9 mit den Großen (von links): Philipp Seelmann, Saskia Rogner, Vera Feuerlein und Thorsten Ramspeck mit Fiona Fotos: Britta Schnake
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So ein Andrang dürfte schon lange nicht mehr geherrscht haben an der Rewe-Kasse im Aischparkcenter. Und das alles nur wegen eines Albums und vieler kleiner Sticker. Doch der Reihe nach.

Im Mai dieses Jahres kam die Marketingabteilung des Höchstadter Eishockey Clubs um Christian Götz auf Matthias Zwingel vom Rewe-Markt mit einer abgefahrenen Idee zu: Sämtliche Eishockey- und Basketball-Spieler sollten in einem Stickeralbum verewigt werden!

Das Berliner Start-up-Unternehmen Stickerstars bietet solche Aktionen an und hat in Zusammenarbeit mit Rewe schon ähnliche Projekte in ganz Deutschland durchgeführt. So lief das nun auch in Höchstadt: Mathias Zwingel wurde Kooperationspartner für den Verein.

"Ich bin der Meinung, dass wir der erste Verein in Höchstadt sind, der so eine Aktion gestartet hat", so Axel Rogner, Ehrenpräsident und Verwaltungsratsvorsitzender des HEC. "Das fördert die Bindung zwischen Fans und Verein." Rogner war bekannt, dass schon andere Rewe-Märkte solch eine Aktion unterstützt hatten, so dass der Zwingel-Markt die logische Konsequenz war. "Zudem hat unser Markt den HEC schon öfter mit Sachspenden unterstützt", sagt Fabian Zwingel, der das Projekt von seinem Vater übernommen hat. "Im Album sieht man halt auch, dass der HEC nicht nur aus der 1. Mannschaft besteht, sondern sehr, sehr viel Nachwuchs hat. Wir können zeigen, dass Eishockey und Basketball zusammengehören", so Rogner weiter. "Wir haben über 600 Mitglieder, mit Fanclub sogar über 1000, bei Eishockey. Und bei Basketball über 250 Kinder und Jugendliche."

Nadine Kostroun managte als Projektleiterin das Einholen der Einverständnis- und Datenschutzerklärungen bei den Eltern der Kids. Um die ganzen Fototermine und das Buchen der Fotografen kümmerte sich Stickerstars - wobei Kostroun aber alles koordinieren sowie die Bilder sammeln, hochladen und zuordnen musste. Der Fotograf Thomas Hahn aus Nürnberg lichtete die erste Eishockeymannschaft am Eisstadion ab, während der gesamte Nachwuchsbereich vom Höchstadter Bernfried Ackermann fotografiert wurde. "Das war angesichts der kurzen Zeit eine echte Herausforderung, da es alles an einem Tag laufen musste", so Kostroun. Die rund 90 Basketballer fotografierte ebenfalls Ackermann und zwar in der Aischtalhalle und den Turnhallen der Rittter-von-Spix-Schule, der Anton-Wölker-Schule sowie der Grundschule Süd. Die restlichen der insgesamt 312 Sticker setzen sich zusammen aus Bildern aus der Vereinsgeschichte, gespendet von Jürgen Hauke aus Dachsbach und Georg Kaczmarek aus Erlangen, sowie Bildern von Sponsoren. Die Kosten in Höhe von 6000 Euro für Fotografen, 300 Alben und unzählige Sticker trägt der Rewe-Markt.

Am Samstag schließlich wurde der Verkauf von Alben und Stickern mit einer Kick-Off-Party im Rewe-Markt eingeläutet. Von den 4 Euro für ein Album geht die Hälfte an den HEC, eine Tüte mit fünf Stickern kostet den Sammler 90 Cent. "Wir machen das heute aus zwei Gründen", so Philipp Seelmann, Trainer der U9 Eishockey-Mannschaft. "Zum einen wegen des Stickeralbums. Zum anderen um ein Zeichen zu setzen, dass Kinder Sport sehr lieben und uns das neue Eisstadion sehr helfen würde. Für das Trainerteam, die Kinder und die Eltern würde vieles leichter werden. Ein neues Stadion wäre rundum geschlossen, so dass man sich als Zuschauer wohler fühlt. Bei uns pfeift der Wind durch. Wenn es richtig kalt ist, kommen weniger Leute."

"Sport ist Motivation für die Jugend", erklärte Bürgermeister Gerald Brehm kurz drauf, und als hätte er Seelmann gehört: "Wir haben seit fast 30 Jahren eine klasse Mannschaft. Wir brauchen ein neues Eisstadion und wollen uns das auch leisten."

Fabian Zwingel gab schließlich das Startsignal und unzählige kleine und große Füße stürmten zur Kasse 5, wo es Album und Sticker gab. In der ersten Viertelstunde gingen 250 Alben über den Scanner - Zwingel wird weitere Alben ordern müssen.

Sarah Baier und Celina Schönlein (beide 14) hoffen auf einen Sticker mit Nick Dolezal, der siebenjährige Luke Striegel sucht in den 15 Tüten, die Mama Heike gesponsert hat, nach sich selbst. Marleen Wagner (9) ist mit ihrem Opa Werner unterwegs. Sie hätte gern den Basketball-Schnabbes und hofft, dass er sich in einer der zehn Tüten verbirgt.

"Das gibt dem Training ganz neue Bedeutung", sagt Bettina Koch, während Sohn Jannik Sticker sortiert. Zehn Wochen lang kann der Sammelwut noch gefrönt werden, dann muss auf die Möglichkeit des Tauschens zurückgegriffen werden, um das Album voll zu bekommen. Bei so vielen begeisterten Sammlern dürfte das aber kein Problem darstellen.

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