Herzogenaurach
Innenstadt

Ein Barbershop folgt dem "Basti" nach

Ein Teil des "Basti" in der Hauptstraße hat einen Nachfolger: Der 26-jährige Iraker Hangaw Wahab eröffnet im April "Hangau's Barbershop Herzo".
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Am 23. Februar schließt der "Basti" in der Hauptstraße. Die Ladenfläche wird künftig wieder zweigeteilt, im kleineren Bereich (auf unserem Bild im Vordergrund) zieht ein Barbershop ein.  Für den größeren Bereich sucht Hausbesitzer Lindner noch einen Mieter. Fotos: Bernhard Panzer, Marco Rothacker
Am 23. Februar schließt der "Basti" in der Hauptstraße. Die Ladenfläche wird künftig wieder zweigeteilt, im kleineren Bereich (auf unserem Bild im Vordergrund) zieht ein Barbershop ein. Für den größeren Bereich sucht Hausbesitzer Lindner noch einen Mieter. Fotos: Bernhard Panzer, Marco Rothacker
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So genannte Barber-Shops liegen im Trend. Vor allem in den Großstädten schießen sie derzeit wie Pilze aus dem Boden. Als Hangaw Wahab vor drei Jahren seinen kleinen Laden eröffnet hat, in der Breiten Gasse mitten im Herzen Nürnbergs, war er dort einer der ersten, wie er sagt. Er erkannte den Zeitgeist, dass auch die Herren der Schöpfung mehr wünschen als nur einen schnellen Haarschnitt, und fügte schon bald einen zweiten Shop in Oberasbach hinzu.

Jetzt kommt sein Dritter, und auch in Herzogenaurach will der 26-Jährige der erste Barbier vor Ort sein. Er zieht in die Hauptstraße in der Fußgängerzone ein und mietet einen Teil des "Basti" an. Der hat zurzeit Ausverkauf und schließt in Herzogenaurach zum 23. Februar.

Wahab ist Kurde und stammt aus dem Irak, aufgewachsen ist er seit seinem vierten Lebensjahr in Nürnberg. Er sieht sich als klassischen Barbier, arbeitet detailgetreu und mit viel Liebe zur Authentizität, wie er über sich sagt. Also ein Barbier der alten Schule. Mit "zack zack" möchte er nichts am Hut haben.

"Gents only" in Nürnberg

"Das Bewusstsein hat sich geändert", sagt er. "Auch die Männer wollen schick aussehen." In der Breiten Gasse in der Nürnberger Fußgängerzone wird auf 17 Quadratmetern im gewissen Sinne also Wellness für den Mann geboten. Und zwar ausschließlich für den Mann: "Gents only" steht an der Tür, im Laden duftet es nach Zigarrenrauch und Whiskey. Die Männer werden frisiert und rasiert, denn ein Barbier kümmert sich vor allem auch um die Bärte. Und die Kunden haben Zeit zum Plaudern.

"Viele kommen auch einfach mal auf einen Kaffee vorbei", berichtet Hangaw Wahab, dessen Vornamen man Hangau ausspricht, weshalb er mit dieser Bezeichnung auch firmiert. "Hangau's Barbershop" nennt er seinen Betrieb, den er 2016 eröffnet hat. Ihn "packte der Traum, einen authentischen Barbershop zu eröffnen, um seine Kunden in eine andere Welt zu entführen", heißt es auf seiner Homepage. Und das bedeutet, dass Mann dort auch verweilen kann. Rasiert wird klassisch mit Messer und Schaum, die Barbiere zupfen Augenbrauen und setzen ätherische Öle ein, die Hangau extra in einer Nürnberger Manufaktur für seinen Laden fertigen lässt, und es gibt jede Menge Tipps rund um Styling und Pflege. "Ich möchte traditionelle Handwerkskunst mit zeitlosem Interior-Design kombinieren", sagt der 26-jährige Friseurmeister.

Anfang April will er seinen neuen Laden eröffnen, ab März wird umgebaut. Freilich hat "Hangau's Barbershop Herzo" viel mehr Platz als in Nürnberg. 86 Quadratmeter sind es hier, und es sollen nicht nur Männer bedient werden. Der Laden sei gleichermaßen für "Ladies and Gentlemen", sagt der junge Mann, der seine Leistungen in englischer Sprache an- und auspreisen möchte. Einer international ausgerichteten Stadt eben angemessen. Für die weibliche Kundschaft sucht er noch eine Friseurin.

Komplettumbau

"Es wird komplett umgebaut", sagt Hausbesitzer Maximilian Lindner. Seit Wochen führt er Gespräche mit potenziellen Nachmietern des "Basti"-Bastelladens. Dessen Betreiber Manfred Weigand zieht sich aus Herzogenaurach zurück und konzentriert sich fortan auf seine Läden in seiner Heimat im Spessart. Am 23. Februar ist Schluss, bis dahin versucht er seine Regale leer zu bekommen - für satte Rabatte, versteht sich.

Einen Nachmieter für das gesamte Areal konnte Lindner nicht finden, also wird das Gebäude wieder aufgeteilt. Schon früher, bevor seine Großmutter Anni Lindner hier einen von drei Puma-Shops eröffnete, waren es zwei Häuser. Seither gab es dort eine einzige große Verkaufsfläche. Bis zum Auszug vom "Basti" ist auch noch der Serviceshop des Fränkischen Tags darin untergebracht. Auch für den vorderen Teil gibt es laut Lindner bereits mehrere Interessenten. Dieser Bereich umfasst rund 150 Quadratmeter.



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