Buch
Bauausschuss

Ehemaliger Bucher Gasthof weicht Reihenhäusern

Im Weisendorfer Buch wird ein ehemaliges Wirtshaus abgerissen und das Grundstück neu bebaut.
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Der Landgasthof Heller steht seit zwei Jahren leer.       Foto: Richard Sänger
Der Landgasthof Heller steht seit zwei Jahren leer. Foto: Richard Sänger

Obwohl in der Sitzung des Weisendorfer Bau- und Umweltausschusses neben einem Freistellungsverfahren nur zwei Bauanträge, ein Antrag auf Vorbescheid zum Bau von zwei Einfamilienhäusern und ein Antrag auf Abbruch eines bestehenden Gebäudes auf der Tagesordnung standen, gab es trotzdem Anlass für eine etwas längere Diskussion. Dafür sorgte der Bauantrag zum Neubau von sieben Reihenhäusern mit Garagen im Ortsteil Buch.

Durch dieses Vorhaben endet in Buch nämlich eine lange Wirtshaustradition, denn bei dem betreffenden Grundstück handelt es sich um den Landgasthof Heller, der bereits seit zwei Jahren geschlossen hat und für den kein Pächter mehr gefunden worden war. "Damit geht wieder ein Stück Kulturgut verloren", bedauerte Andreas Süß (UWG). Das Sterben der Gasthäuser setze sich fort, das käme aber nicht von ungefähr. Einer der Hauptgründe sei fehlendes Personal, aber auch die Vorschriften trügen wesentlich dazu bei, meinte Süß.

Sitzungsleiter Karl-Heinz Hertlein (CSU) sagte voraus, dass es so etwas noch öfter geben werde, denn auch ehemalige Hofstellen würden irgendwann einem Neubau weichen müssen. Norbert Maier (Grüne) und Günther Vogel (BWG) kündigten ihr Ablehnung an. Nach ihrer Meinung würden die sieben Reihenhäuser massiv ins Ortsbild eingreifen, denn in der näheren Umgebung würde es derartige Gebäude überhaupt nicht geben. Norbert Maier wies auf einige negative Beispiele in Weisendorf hin. "Es wäre fatal, bereits gemachte Fehler zu wiederholen." "Nachverdichtung ist aktuell das Schlagwort, aber nicht um jeden Preis", erklärte Vogel.

Baulücken schließen

Wie der Zweite Bürgermeister Hertlein anmerkte, gibt es für diesen Bereich am Rand des Ortskerns keinen Bebauungsplan, und ein Investor versuche natürlich, möglichst viel Wohnfläche zu schaffen. Andreas Süß wies darauf hin, dass jeder Eigentümer mit seinen Gebäuden und Grundstücken machen könne, was er wolle, wenn er sich an die Vorschriften hält. Zudem gäbe es in Buch noch eine ganze Reihe von Baulücken. "Bevor solche Wohneinheiten außerhalb des Dorfes gebaut werden, ist es immer noch besser, die Baulücken im Ort zu schließen", plädierte der Bucher Gemeinderat für den Bauantrag.

Nach Meinung von Nobert Maier könne das ehemalige Gasthaus immer noch saniert und Wohnzwecken zugeführt werden. Hans Kreiner (CSU) wies nochmal darauf hin, dass die Gemeinde nicht eingreifen könne und deshalb die Diskussion dazu auch nicht zielführend sei, schließlich liege das Vorhaben in der Verantwortung des Eigentümers.

Wie Engelbert Söhnlein vom Bauamt erklärte, bekomme jedes Haus einen eigenen Wasseranschluss und auch ein zweiter Kanalanschluss müssen auf Kosten des Investors geschaffen werden. Die Wärmeversorgung erfolge über eine gemeinsame Technikzentrale. Zusammen mit dem Bauantrag wurde ein Antrag auf Abgeschlossenheitsbescheinigung eingereicht.

Drei Gegenstimmen

Die einzelnen Reihenhäuser sollen mit der aufgezeigten Grundstücksfläche als Sonderwohnungseigentum aufgeteilt werden. Beim Beschluss blieben Maier und Vogel bei ihrer Ablehnung, der sich dann auch Angelika Mechtold-Schmitz von der SPD anschloss.

Der Anbau eines Wintergartens "Am Mühlweiher" wurde zur Kenntnis genommen und die Befreiungen vom Bebauungsplan zur Überschreitung der Baugrenze und Zulassung eines Satteldaches wurden genehmigt.

Auch dem Antrag auf Vorbescheid zum Bau von zwei Einfamilienhäusern und einem Zweifamilienhaus im Ortsteil Neuenbürg wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt und den Befreiungen zum Kniestock und der Teilung der Wohnungen, ähnlich einem Doppelhaus, sowie der Dachneigung zugestimmt.

Auch zur sanierungsrechtlichen Erlaubnis zum Abbruch von bestehenden Gebäuden "Am Anger" in Weisendorf gab es keine Einwände. Auch vom Sanierungsplaner wurden keine Bedenken erhoben und die Wiedernutzung des Grundstückes begrüßt.

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