Zukunftsinvestition

E-Mobilität: Visionen können Realität werden

Die Stadt Höchstadt plant drei weitere Ladestationen für Elektroautos. Auf die Kosten von 64 000 Euro gibt es 21 000 Euro Zuschuss.
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Die Ladesäule am Höchstadter Rathaus läuft in der Testphase. Noch können Elektroautos hier kostenlos Strom tanken.  Foto: Christian Bauriedel
Die Ladesäule am Höchstadter Rathaus läuft in der Testphase. Noch können Elektroautos hier kostenlos Strom tanken. Foto: Christian Bauriedel
Wie könnte ein Elektromobilitätskonzept für Höchstadt aussehen? "Momentan ist alles noch sehr visionär, aber aus Visionen kann Realität werden", sagte Diplomingenieur Martin Veh von dem in Innsbruck ansässigen Beratungsbüro "eLoaded" am Dienstagabend im Umweltausschuss des Höchstadter Stadtrats. Der Experte referierte über ein Konzept für nachhaltige und zukunftsfähige Elektromobilität. Höchstadt will die Visionen realisieren.

So schlägt der Ausschuss auf Vorschlag der Verwaltung dem Stadtrat einstimmig vor, drei zusätzliche Ladesäulen im Stadtgebiet zu installieren. Als Standorte wurden die Parkplätze an der Fortuna Kulturfabrik, am Freibad und im Engelgarten festgelegt. Im Engelgarten soll es eine Schnellladesäule werden. Den ersten größeren Schritt in Richtung Elektromobilität lässt sich die Stadt auch einiges kosten.

Ralf Schwarz, Kommunalkundenbetreuer beim Bayernwerk, präsentierte das Angebot für die drei Ladestationen, an denen jeweils zwei Fahrzeuge gleichzeitig Strom tanken können. Die Installationskosten betragen demnach 64 700 Euro. Weil sich solche Ladesäulen wirtschaftlich aber noch nicht rechnen, gibt es Förderprogramme. 21 700 Euro Zuschuss würde Höchstadt bekommen, blieben noch 43 000 Euro, die die Stadt für die drei Ladestationen ausgeben müsste.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL), dem die Elektromobilität ein besonderes Anliegen ist, erinnerte daran, dass mit den drei Ladestationen ein SPD-Antrag umgesetzt werde. Seit Anfang 2017 läuft die erste Höchstadter Ladesäule am Rathaus im Testbetrieb. Am Anfang kaum genutzt, wird dort inzwischen täglich ein Elektroauto beim Stromtanken gesehen. Wer an der Säule einstecken möchte, kann sich im Rathaus eine spezielle Chipkarte abholen. Das "Tanken" ist in der aktuellen Testphase noch umsonst. 17 solcher Karten sind bereits im Umlauf.

An den neuen Säulen wird es kostenloses Laden nicht mehr geben. Wie dann aber abgerechnet wird, ist noch völlig offen. "Bei der Ladesäulen-Infrastruktur gibt es noch keine Standards", ließ Bayernwerk-Experte Schwarz wissen. Martin Veh betonte, in die Elektromobilität müssten die privaten Fahrzeuge und der ÖPNV eingebunden werden. Ziel sei es dabei, im öffentlichen Raum möglichst viele Ladesäulen zu installieren.

Der Vorstellung von Zweitem Bürgermeister Günter Schulz (SPD), der bisher davon ausging, Elektroautos würden am besten nachts zu Hause an der Steckdose geladen, musste Veh widersprechen. Wenn in einem Wohngebiet wie Höchstadt-Süd nur auf jedem zweiten Anwesen ein Elektroauto geladen werden würde, würde das Stromnetz nicht mehr mitspielen, erklärte Veh. Ziel sei es vielmehr, tagsüber erzeugten Strom aus regenerativen Energien in die Akkus der Elektroautos zu laden, um nachts daraus sogar abzapfen zu können.

Dass aus den momentanen Visionen schnell Realität werden kann, ist für Martin Veh keine Utopie. Ein Beispiel sei der Innovationspark zur Elektromobilität in Zusmarshausen bei Augsburg, der von Vehs Büro mit geplant werde. Dort werde man nicht nur arbeiten und einkaufen können, es sollen auch 144 Ladestationen entstehen, an denen täglich bis zu 4000 Elektroautos geladen werden können. Anfang März wurde mit dem Bau begonnen, Ende 2019 soll der erste Abschnitt fertig sein.

Berührungsängste in Sachen E-Mobilität abbauen möchte auch Simon Rebitzer, der Klimaschutz-Manager des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt. Er bot in der Ausschusssitzung an, die Stadt zu unterstützen. Im Kreis sei die neue Mobilität Thema und man arbeite auch an einem Fahrplan für die Ladeinfrastruktur.
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