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Höchstadt a. d. Aisch
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Dortmunder entdeckt Landkreis ERH

Johannes Wilkes, ein Erlanger Kinderpsychiater, geht den Eigenarten von Land und Leuten hinter dem Auto-Kennzeichen ERH nach. Am kommenden Freitag liest er in der Bücherstube in Höchstadt.
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Johannes Wilkes ist Kinderpsychiater und ein begeisterter Radfahrer. Seit über 20 Jahren wohnt er in Erlangen und hat per pedes und per Rad die Umgebung erobert. "Ich habe so viel Schönes entdeckt", bekennt er.
In ihm reifte bald der Plan, das die Besonderheiten des Landkreises erzählerisch darzustellen. Auch mit seiner Feststellung, dass die Bewohner der östlichen Teile und die der westlichen wenig miteinander zu tun haben. Der Autor geht mit viel Humor den Eigenheiten der Region im Stil der "Gebrauchsanweisungen für..." nach. Besonders hebt der gebürtige Dortmunder verdiente Menschen heraus, von denen gar nicht bekannt ist, dass sie in ERH geboren wurden, wie den Kaukasusforscher Merzbacher aus Baiersdorf oder den Großvater des früheren Verteidigungsministers von und zu Guttenberg.

"Meine Rechnung ging auf. Ich bin auf viele interessante Menschen gestoßen", sagt Wilkes. Auf etliche, die vergessen wurden, auch.
"Nicht einmal eine Tafel erinnert in Adelsdorf an Georg Mönius." Dabei setzte sich der katholische Theologe nach dem Ersten Weltkrieg für eine Aussöhnung mit dem Erzfeind Frankreich ein. Als Zeitungsherausgeber in München geriet er ins Visier der Nazis und musste ins Exil. "Vielleicht ist Mönius' Herkunft vergessen, weil er nur seine Kindheit in Adelsdorf verbrachte und mit seinen Eltern dann nach Nürnberg zog", meint Wilkes versöhnlich.

Die Gebrauchsanweisung "ERH entdecken" ist keineswegs sein erstes Buch. Auch den Städten Nürnberg, Fürth, Bamberg und natürlich Erlangen hat er ein Bändchen gewidmet. Zu den erzählerischen Formen ist er über seine Fachartikel gekommen. Ihr Thema: Literatur und Psychotherapie. Als Beispiel nennt er Friedrich Rückert, wie der Dichter die Trauer über seine früh verstorbenen Kinder bewältigte. "Aber da muss man trocken schreiben", erklärt Wilkes den Genrewechsel.

Über den Landkreis sagt er: "Die historischen Bezüge wirken noch nach" und verweist auf die Nürnberger Patriziersitze im Oberland und die dort vorherrschende Bauweise in Sandstein.Sein Augenmerk gilt auch den vielfältigen geschichtlichen Einflüssen, von den Nürnbergern Patriziern im Südosten, den Markgrafen um Erlangen und dem Hochstift Bamberg und den daraus resultierenden konfessionellen Abgrenzungen. Und immer wieder Kirsche und Karpfen.


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