Elegant ist der Talar, den Georg Forster trägt. Der Metzger ist Ritter in der Confrérie mit Sitz im niederländischen Roermond, die sich um den Erhalt handwerklicher Wurst- und Schinkenherstellung bemüht. Seit 1981 lobt sie europaweit Preise in verschiedenen Kategorien aus.
Der Sieg in der Kategorie Bratwurst/Griller ging heuer an den Dorfmetzger Jürgen Reck in Möhrendorf. Der 36-jährige Metzgermeister legt Wert auf seine ländlichen Wurzeln, auch wenn er einen Verkaufsladen auch in Nürnberg betreibt.

"Scheene Bradwörschd"


Den betrat um halb sieben in der Früh Forster. Zufällig. Denn der Ruheständler half einem befreundeten Lieferanten nur aus. "Du hast aber scheene Bradwörschd", hat er laut Reck beim Blick auf die Ladentheke ausgerufen und dann den Ladeninhaber animiert, sich dem Wettbewerb der Confrérie zu stellen. Mit Erfolg. Seine fränkische Bratwurst trug den Sieg davon aus rund 1000 Proben, die von 150 Metzgereien eingesandt worden waren."Ich bin stolz auf die Auszeichnung, auch als Franke", sagt Reck. Nur: die Auszeichnung mit der Goldenen Bratwurst darf er nur ein Jahr tragen. Danach muss er sich erneut dem Wettbewerb stellen.

Gekonnte Mischung


Über seine Würste sagt er nur: "Sie sind, so wie ich sie mir vorstelle." Und damit traf er auch die Vorstellungen der Jury. Gelernt hat Reck sein Handwerk bei der Metzgerei Knaus in Erlangen und 1999 hat er in Landshut die Meisterprüfung abgelegt. Danach ist er in etlichen Betrieben, auch in der Gastronomie, herumgekommen, hat sich deren Rezepturen genau angesehen und - offenbar - das Beste mitgenommen. "Wir sind stolz auf dich, weil du auch etwas Glanz an Möhrendorf weiterreichst", lobte Bürgermeister Konrad Rudert (FW) den Preisträger.
Vor eineinhalb Jahren hat Reck den Laden in Möhrendorf eröffnet, aber sich schon 2002 der Regionaltheke angeschlossen. Deshalb war Landrat Eberhard Irlinger (SPD) auch zu einer Verkostung gekommen, ist er doch ein vehementer Verfechter regionaler Lebensmittel. "Es ist für mich eine Horrorvorstellung, wenn es nur mehr Riesenmärkte mit Einheitswurst und Einheitsbrot gäbe", sagte Irlinger unter beifälligem Nicken von Heiner Sindel, dem Sprecher der fränkischen Regionaltheke. Eine solche Auszeichnung brächte die Verbraucher vielleicht zum Nachdenken über ihr Ernährungsverhalten. So sehen das auch Sindel und Reck, die beide auf Sätze wie den setzen: "Mein Nachbar macht wirklich was Gutes."