Wachenroth
Kerwa

Die Wachenrother feiern mit deftigen Liedla und frechen Sprüchen

Mit Baumaufstellen und Kerwasumzug pflegen die Wachenrother alte Traditionen.
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Die Kerwasmadla spornten die Baumaufsteller mit ihren Liedern an.     Foto: Evi Seeger
Die Kerwasmadla spornten die Baumaufsteller mit ihren Liedern an. Foto: Evi Seeger
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"Ja wos wär denn des Nermberch, wos wär denn des Fürth, wos wär denn des Deutschland, wenn's Wachenroth net hätt." Das war eines der harmlosen Kerwaslieder, die die Wachenrother Kerwasmadla so drauf hatten. Die übrigen waren weit weniger druckreif, aber bei genauem Hinhören sicher seit langem überliefert. Denn wenn bei der Kerwa vom Schuster, vom Schäfer oder von den Bauernbuum gesungen wird, stammen die Liedla bestimmt aus längst vergangenen Zeiten.

Am Samstagnachmittag holten die Wachenrother Burschen ihren Kerwasbaum ein und stellten ihn mit viel Kraftaufwand auf dem Festplatz auf. 25 Meter lang war die stattliche Fichte, die sie mit einem großen Kranz, bunten Bändern und Luftballons geschmückt hatten. Die Madla sangen dazu die alten fränkischen Lieder.

Wie das so Brauch ist, wurden darin auch immer wieder die Nachbarortschaften "derbleckt". Musikalisch begleitete die Kleine Dorfmusik den alten Kirchweihbrauch. Unter den Augen vieler Zuschauer wurde die Kerwasficht'n in die Senkrechte gehievt.

Auf dem Festplatz an der Hauptstraße stand das Kirchweihzelt. Es gab Süßigkeiten, eine Schießbude und - zur Freude aller kleinen Besucher - ein Karussell, das die Kinderaugen zum Leuchten brachte, und sogar eine Schiffschaukel. Auch der zweite Festplatz hinter der Ebrachtalhalle war sehr gut besucht. Dort gab es ebenfalls ein buntes Angebot von Buden und Fahrgeschäften.

Satirischer Blick zurück

Am Sonntagnachmittag säumten bei herrlichem Oktoberwetter Hunderte von Schaulustigen die Straße, um den Kirchweihzug zu sehen. Dieser musste wegen der Baustelle im Ortskern eine andere Strecke nehmen. Auf sieben Motivwagen hatten die Kerwasburschen und -madla Ereignisse des vergangenen Jahres dargestellt. Eine Schlägerei zwischen zwei Frauen im Fasching musste - so jedenfalls war es auf dem Wagen zu sehen - von der Polizei geschlichtet werden. Auf einem anderen Wagen war ein Badender in einem Pool zu sehen. Der Besitzer hatte offensichtlich zu viel des Guten getan, so dass der Nachbar einen Teil des Wassers abbekam.

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