Geld

Die Tür der VR-Bank in Höchstadt-Süd bleibt geschlossen

Die VR-Bank hat ihre SB-Filiale in Höchstadt-Süd geschlossen. Für die Anwohner bedeutet das vor allem eines: längere Wege und mehr Komplikationen.
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Kunden, die in die SB-Filiale in Höchstadt-Süd wollen, stehen vor verschlossenen Türen. Die Automatengeschäftsstelle wurde außer Betrieb genommen. Fotos: Franziska Rieger
Kunden, die in die SB-Filiale in Höchstadt-Süd wollen, stehen vor verschlossenen Türen. Die Automatengeschäftsstelle wurde außer Betrieb genommen. Fotos: Franziska Rieger
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Kunden der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach, die in diesen Tagen Geld in der SB-Filiale in Höchstadt-Süd abholen wollen, stehen vor verschlossenen Türen. Gerade für ältere Bewohner, die nicht mehr so mobil sind, ist das ein Problem.

"Ich finde es sehr schade, dass die Bank diesen Geldautomaten stilllegt", sagt ein Anwohner. Mindestens zwei Mal im Monat sei er sonst zu der SB-Filiale gegangen, die nur wenige hundert Meter von seinem Haus entfernt liegt, und habe dort Geld abgehoben.

Die Kontoauszüge habe er aber schon länger per Online-Banking eingesehen. Ob er sich auch vorstellen könne, in Zukunft direkt an der Kasse in Geschäften Geld abzuheben? "Dann brauche ich den Automaten da oben nicht mehr", sagt der Anwohner entschieden.


Zu viele Kosten für den Automaten

In der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach hat man deshalb reagiert. Seit einigen Tagen kommt niemand mehr in die SB-Filiale in der Lerchenstraße hinein. An der Tür hängt ein Zettel: "Diese Automatengeschäftsstelle wurde außer Betrieb genommen." Die Kunden aus Höchstadt-Süd müssen jetzt zum Geldabheben in die Innenstadt fahren.

"Die Nutzung des Automaten war gewaltig unterdurchschnittlich", sagt Gabriele Stiefler, Leiterin Marketing bei der VR-Bank. Der Kosten-Nutzen-Aspekt habe sich nicht mehr rentiert. "Wir müssen wirtschaftlich denken", erklärt Stiefler. Ende Juni habe das Geldinstitut seine Kunden über die Schließung informiert. Unter anderem mit Plakaten, die direkt in der SB-Filiale aufgehängt wurden.

Nicht nur die Unterhaltungskosten des Geldautomaten waren ein Grund für die Schließung. Viele Geschäfte bieten mittlerweile das Geldabheben an der Ladenkasse an, die Geldautomaten der Filialen werden überflüssig. Wer beispielsweise bei Rewe einkauft und kein Bargeld bei sich hat, kann dieses mit der EC-Karte an der Kasse abheben.

EC-Karten und Kreditkarten würden in den Mittelpunkt des Bezahlens rücken, so Stiefler. In anderen Ländern, beispielsweise in den USA, sei dies schon längst Gang und Gäbe. "Deutschland ist ein Land, das noch sehr verhalten mit Geldkarten umgeht", sagt Stiefler. Damit werde die Entwicklung aber noch nicht aufhören: In Zukunft würden die kompletten Zahlvorgänge über das Handy organisiert. Zahlen per Handy-App ist in manchen Ländern bereits Alltag.

Den Anwohnern in Höchstadt-Süd, die nicht mehr mobil sind, ist damit wenig geholfen. Wie an Geld kommen, wenn man es alleine nicht mehr in die Innenstadt schafft? "Die Kunden können jederzeit ihrem Berater ihr Anliegen schildern", sagt Stiefler. Individuell müsse dann nach Lösungen gesucht werden. Etwa, ob die Familie beim Geldabholen helfe. Wer Bankgeschäfte abwickeln möchte, könne dies telefonisch über das Kunden-Dialog-Center tun.

Bei Höchstadts zweitem großen Geldinstitut, der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach, habe man derweil keine Pläne, einen der Geldautomaten zu schließen. "Es gibt keine Pläne, dass sich etwas an unseren Strukturen ändert", sagt Vorstandsmitglied Thomas Pickel.

Dass Kunden seit einiger Zeit auch in Supermärkten Geld abheben können, nehme man nicht als Indiz dafür auf, dass die Geldautomaten weniger genutzt werden.


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