Höchstadt a. d. Aisch

Die Stadtkapelle Höchstadt kann auch Klassik

Die Höchstadter Musiker geben ein begeisterndes Konzert in der Fortuna Kulturfabrik.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dirigent Markus Koppmann (links) kitzelte auch aus den jungen Musikern Höchstleistungen heraus.   Foto: Dieter Gropp
Dirigent Markus Koppmann (links) kitzelte auch aus den jungen Musikern Höchstleistungen heraus. Foto: Dieter Gropp
+13 Bilder
Mit dem Titel "Achtung Klassik" überraschte die Stadtkapelle Höchstadt am Samstagabend bei ihrem Frühlingskonzert in der Fortuna Kulturfabrik. Das Wagnis ist gelungen.

Schon der Ankündigungs-Flyer weckte diesmal besondere Aufmerksamkeit, denn "Achtung Klassik" erzeugte zugleich Neugier und Skepsis. Ein ganzer Abend klassische Musik - das war bei der Höchstadter Stadtkapelle ein Novum.

Was die Zuhörer an diesem Abend im gut besuchten Saal erlebten, war eine außergewöhnliche Überraschung. Der Leiter der Stadtkapelle, Markus Koppmann, hatte aus der Opern- und Operetten-Literatur ausgesprochene Leckerbissen ausgewählt. Die Musiker hatte er Anfang März in einem Wochenend-Übungslager gründlich darauf vorbereitet.

Was an diesem Konzertabend geboten wurde, war eine gut durchdachte und sauber dargebotene klassische Musikauswahl, gespielt von einem symphonischen Blasorchester. Ein gelungenes Experiment war es ganz besonders für die zahlreichen jungen Musiker der Kapelle, für die eine Begegnung mit Opern- und Operettenmusik ganz gewiss nichts Alltägliches ist.

Für eine interessante und heitere Einführung in die Werke der klassischen Musik an diesem Abend sorgten die verbindenden Kommentare von Ulli Weiß, der manche Hintergründe von Werk und Komponist zusammengefügt hatte.

Mit der Eröffnungsfanfare zu Richard Strauß' "Also sprach Zarathustra" begann das Konzert. Rossinis Ouvertüre zur Oper "Semiramide" wurde abgelöst durch die mitreißende Ouvertüre zur Operette "Die lustige Witwe" von Franz Lehar. Zurück zur italienischen Oper führte die hervorragend interpretierte Ouvertüre zur Oper "Nabucco", deren tragendes Element die Intonation von Verdis Glanzstück, dem "Gefangenen-Chors" mit seiner freiheitlichen Grundidee ist.


Stürmischer Beifall

Nach der Pause setzte sich das klassische Musikfeuerwerk fort mit dem "Triumpf-Marsch" aus Verdis "Aida" und Tschaikowskis "Suite charactéristique". Ein weiterer Konzerthöhepunkt war Maurice Ravels "Bolero", von dem einst der Komponist auf eine entsprechende Frage schlagfertig antwortete: "Was mein Meisterwerk ist? Der Bolero natürlich. Schade nur, dass das Stück keinerlei ,Musik' enthält." Der stürmische Beifall der Konzertfreunde belehrte eines Besseren.

Das Ende des Konzerts leitete Ulli Weiß mit einem Hinweis auf Justus Franz ein, einem zeitgenössischen Pianisten. In einer ZDF-Sendung mit dem Titel "Achtung Klassik" hat Franz ein breites Publikum, vor allem auch Kinder, an die klassische Musik herangeführt.

Eine weitere Tradition stand bei Markus Koppmann Pate mit Blick auf den bekannten Abschluss der Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker: die Schnellpolka von Johann Strauß, "Donner und Blitz". Damit ging auch das Konzert der Höchstadter Stadtkapelle offiziell zu ende.

Das begeisterte Publikum forderte jedoch Zugaben ein und bekam sie auch. Die Musik zu Puccinis Arie "Nessun dorma" aus der Oper "Turandot", eine der berühmtesten Tenor-Arien überhaupt, wurde von den Musikanten leidenschaftlich interpretiert.

Und letztendlich, vom rhythmischen Klatschen des Publikums begleitet, der Radetzky-Marsch von Johann Strauß.
Einmal mehr wurde deutlich, dass Höchstadt ein Konzertpotenzial hat, das sich sehen und hören lassen kann: das Kammerorchester Höchstadt unter Rüdiger Kaufmann, die Projekt-Gesangs-Ensembles von Klaus-Dieter Stolper und den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr mit Evelin Berier.Die Stadtkapelle setzte mit ihrem Konzert einen weiteren maßgeblichen Stein in das Mosaik der Klassik-Pflege in der Stadt ein.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren