Höchstadt a. d. Aisch
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Die Seniorenheime im Raum Höchstadt sind voll

Wer einen Betreuungsplatz sucht, muss sich in den Einrichtungen in Höchstadt und Umgebung auf die Warteliste setzen lassen.
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Nicole Stegmeyer von der Pflegedienstleitung und Heimleiter Jan Pyschny vergeben im BRK-Seniorenheim in Etzelskirchen freie Plätze primär nach der Warteliste.  Foto: Andreas Dorsch (Archiv)
Nicole Stegmeyer von der Pflegedienstleitung und Heimleiter Jan Pyschny vergeben im BRK-Seniorenheim in Etzelskirchen freie Plätze primär nach der Warteliste. Foto: Andreas Dorsch (Archiv)
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Wer derzeit einen pflegebedürftigen Angehörigen in einem Seniorenheim unterbringen oder selbst in eine solche Betreuungseinrichtung ziehen möchte, muss viel Geduld haben. Die Heime im Raum Höchstadt sind ausgebucht. Interessenten können sich nur auf die Wartelisten setzen lassen.

"Sofort geht es in der Regel nicht", sagt Jan Pyschny, Leiter des BRK-Seniorenheimes in Etzelskirchen. Nur äußerste Notfälle könnten auf der Warteliste ganz nach vorne rücken. Dafür hätten die anderen Kandidaten auf der Liste dann auch Verständnis. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist hoch und wird auch hoch bleiben, prognostiziert Pyschny.

Primär nach Warteliste

Für die beiden Pflegedienstleiterinnen Nicole Stegmeyer und Beate Bednarski ist die Verwaltung der Warteliste für das Etzelskirchener BRK-Haus keine leichte Aufgabe. Sie haben inzwischen Nachfragen von Menschen aus dem ganzen Landkreis. Die Vergabe der 159 Plätze erfolgt laut Heimleiter Pyschny primär nach der Warteliste, es können aber auch Notfälle dazwischen funken.

Das Haus in Etzelskirchen ist voll, alle Personal-Planstellen sind besetzt. Auch wenn der Bedarf da wäre, denkt das BRK aktuell aber nicht an eine Erweiterung.

Im März dieses Jahres stellte ein Bamberger Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut das seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Landkreis Erlangen-Höchstadt vor. Laut diesem Konzept schlägt in dem nach der Bevölkerungsstruktur einst jungen Landkreis in den nächsten Jahren die Überalterung durch. Die Zahl der betagten und pflegebedürftigen Senioren werde stark ansteigen, haben die Forscher ermittelt.

Die Pflegeeinrichtungen können davon bereits ein Lied singen. Auch das Seniorenzentrum Adelsdorf ist mit seinen 68 Plätzen voll belegt. Das Adelsdorfer Heim ist eines von elf, die von der gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg betrieben werden. "Bei uns sind alle elf Heime voll", sagt Christiane Schlereth, die Pressesprecherin der Krankenhausgesellschaft. Auch hier gibt es Wartelisten. Die Chance, einen der 647 Plätze in den elf Einrichtungen zu bekommen, steigt für den, der kein Wunschheim hat.

Anbieten kann Schlereth für ihre Gesellschaft als Alternative einen täglichen ambulanten Pflegedienst und die Tagespflege in Buttenheim, die auch Bürger aus Mittelfranken nutzen können. Allein der Bau weiterer Pflegeheime löse für sie das Problem nicht, denn damit habe man noch kein Pflegepersonal gewonnen.

Johanna Auerbeck leitet das Vitanas-Seniorenzentrum St. Anna in der Höchstadter Innenstadt. "Auch wir sind voll", sagt sie auf Nachfrage des FT. Die 145 Plätze sind belegt. Ein freies Bett gibt es höchstens kurzzeitig in der Kurzzeitpflege, denn hier möchte sie langfristig zugesagte Termine auch einhalten. Hier werde der Bedarf an vorübergehender Betreuung in der bevorstehenden Weihnachtszeit wieder steigen.

In größerem Umkreis suchen

In St. Anna gebe es auch immer Wartelisten. Vor allem wer Zimmer in bestimmten Bereichen des Hauses möchte, muss sich gedulden. Mit Blick auf die aktuelle Situation in der Region rät Auerbeck Menschen, die einen Heimplatz suchen, den Umkreis der Suche etwas weiter zu ziehen und sich auf die Wartelisten ihres Lieblingsheimes setzen zu lassen.

Im Hemhofener Seniorendomizil Haus Heinrich ist die Situation nicht anders. Das Heim ist eine von rund 30 Einrichtungen, die der Gesellschaft Compassio gehören. "Wir sind voll belegt", sagt Pflegedienstleiter Michael Leitmeier. Auch in Hemhofen gibt es eine Warteliste, die Nachfrage ist groß.

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