Herzogenaurach
Porträt

Die Schmiede wird zum Kunstraum

Bernhard Belzer aus Niederndorf ist Handwerker und Maler zugleich. Nun will er beides in Einklang bringen.
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Bernhard Belzer vor einem Bild, das eine Episode aus seiner Jugend an der Aurach zeigt Foto: Manfred Welker
Bernhard Belzer vor einem Bild, das eine Episode aus seiner Jugend an der Aurach zeigt Foto: Manfred Welker
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In Niederndorf hat Bernhard Belzer, Schmiedemeister im Unruhestand und Maler, viel vor. Er hat begonnen in einem Teil der alten Schmiede einen Ausstellungsraum einzurichten. Darin will er Kunst und Handwerk verbinden.

Die ehemalige Schmiede in Niederndorf wird nicht mehr regelmäßig genutzt und Bernhard Belzer hat den Hammer an seinen Sohn Bruno weitergegeben, so dass er sich dem widmen kann, was ihm mehr gelegen hätte, wäre er nicht der einzige Sohn des Schmiedemeisters Otto Belzer gewesen. Aus diesem Grund wurde er Schmied und nicht Kunstmaler, was ihm bereits seine Kindergartenschwester in Niederndorf zugetraut hätte.

Das Malen ließ ihn aber nie ganz los, er hat auch schon im Herzogenauracher Stadtmuseum seine Bilder ausgestellt und ist natürlich Mitglied im Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach.

Auch wenn es nicht sein Wunsch war, (Dorf-)Schmied zu werden, er hat auf jeden Fall das Beste daraus gemacht. Und dass ein Schmied für ein Gitter und ein Tor auch Entwurfszeichnungen machen muss, um den Kunden vor Augen zu führen, wie es aussieht, wenn etwas in Eisen umgesetzt wird, kam ihm auf jeden Fall zugute.


Anerkannte Autorität

Belzer hat seinen Beruf als Schmied aber auch schätzen gelernt. Niemand kam in einem Ort wie Niederndorf ohne den Schmied aus, kein lebenskluger Bauer verdarb es sich mit ihm. Ganz gleich, ob er seine Kühe, die Ochsen oder die Pferde zum Beschlagen zum Schmied in der Niederndorfer Hauptstraße brachte. Das alte Hufeisen musste abgenommen, der Huf zurechtgeschnitten und das neue Hufeisen wieder aufgenagelt werden. Den Blasebalg, mit dem das Feuer in der Esse angefacht wurde, musste entweder seine Mutter Kunigunde Belzer oder der Lehrling betätigen. Die Mutter stellte auch die Rechnungen zusammen, mit denen dann Bernhard oder seine Schwester zum Kassieren geschickt wurden.

Der Schmied war eine anerkannte Autorität im Dorf, der auch nebenbei eine kleine Landwirtschaft betrieb. Auch aus diesem Bereich hat Belzer seine Erinnerungen in Bildern verarbeitet, von der Arbeit auf dem Feld bis hin zum Schlachten, die Selbstversorgung war zu seiner Zeit als Kind noch selbstverständlich.


Werkzeug als Kunstobjekt

Auch wenn er lieber Maler geworden wäre, der Schmiedeberuf lässt Bernhard Belzer nicht los. Im bereits zum Teil gestalteten Ausstellungsraum finden sich natürlich Objekte, die mit der Schmiede zu tun haben. Werkzeuge und der Krug seines Vaters, den er anlässlich seiner Meisterprüfung bekommen hat. Im Hofraum hat er dargestellt, wie ein eiserner Reif auf ein hölzernes Wagenrad aufgezogen wird.

Auch die Gemäldegalerie verbindet Handwerk und Kunst. In der Ausstellung hängt neben anderen auch ein Bild, das einen Schmied beim Hufbeschlag zeigt, ein Werk von Christian Wilhelm Ernst Dietrich Hofmaler am sächsischen Hof. Ein Motiv, das Belzer auch selber auf Leinwand gebannt hat, schließlich war er in der heimischen Werkstatt oft genug dabei, wenn sein Vater den Pferden der Bauern in Niederndorf die Hufeisen aufnagelte.
Bilder, die ihm thematisch gefallen, kauft Belzer, wie eine Darstellung des Tischgebets, aber auch eine Szene aus dem Soldatenleben. "Alle Bilder haben eine Botschaft, erzählen etwas", so Belzer. In einer gesonderten Abteilung finden sich seine eigenen Gemälde, die seine eigenen Erlebnisse zeigen, aber auch das, was ihn bewegt, Familienmitglieder, Flüchtlinge, Pferdebeschlagen oder Schlachttag.

Eine große Wand hat er für eine Gastkünstlerin bzw. einen Gastkünstler reserviert. Zur Zeit ist er in "Verhandlungen", aber es ist noch nicht in "trockenen Tüchern".

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