Drei Wochen lang kein Auto von innen sehen, das war die Abmachung der "Aktion Stadtradeln". Aber war das auch so einfach einzuhalten? Am Freitag war Tag eins nach der Aktion, und die Herzogenauracherin zog Bilanz. Das Fazit der Försterin: "Man fühlt sich toll, wenn man den Inneren Schweinehund besiegt hat". Dank der Stadtradel-Aktion sei das aber leicht gewesen, sie hatte ja schließlich keine Alternative.

"Ich bin ja kein Schnellradler", erläuterte die 41-Jährige. Und ihr Fahrrad ist auch mindestens 17 Jahre alt. Aber dennoch hat der Mutter zweier Kinder die ganze Aktion Spaß gemacht.

So hat Heike Grumann in den vergangenen drei Wochen alle anfallenden Strecken geradelt. Gerade bei Dienstfahrten war das nicht einfach. So musste sie dreimal eine Kollegin in Bubenreuth vertreten. Einfache Fahrtstrecke: 22 Kilometer. Da geht wegen einer Stunde Aufenthalt schon viel Zeit drauf. Und wie reagierte der Chef? Mit dem war das natürlich abgesprochen, sagt Grumann. Doch zur Dauereinrichtung könne das natürlich nicht werden.

Insgesamt hat sie jedenfalls in 21 Tagen 521 Kilometer mit ihrem Drahtesel zurückgelegt. Und eine Radltour war da noch nicht dabei.

Das Ganze hatte auch noch positive Nebeneffekte. Deutlich spürbar sei auch die Steigerung der körperlichen Fitness, berichtet die Radlerin. Außerdem sei man vom Fahrrad aus der Natur auch viel näher. Grumann: "So manches Detail wäre übersehen worden, so manche Begegnung mit Waldbesitzern und -besuchern wäre nicht zustande gekommen, wenn ich mit dem Auto vorbeigerauscht wäre".

Problematisch war höchstens der Transport, zum Beispiel für eine Schulklassenführung Sitzkissen, Bohrstock, Kluppe und ein Haufen Kleinzeug. Aber mit etwas Fantasie und Befestigungsmaterial konnte auch dieses Problem gelöst werden, berichtet sie.

Und doch gibt es für die Försterin noch einen entscheidenden Hauptgrund: "Fahrradfahren schont unser Klima. Und das wiederum ist ganz entscheidend für den Wald."