Höchstadt a. d. Aisch
Fortschritt

Die Orgel erklingt in neuem Glanz

Ein Festgottesdienst umrahmte in der Höchstadter Stadtpfarrkirche die Segnung des restaurierten Kreuzweges und die Weihe der generalsanierten Orgel.
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Domkapitular Wolfgang Klausnitzer übernahm die feierliche Weihe der Orgel und der Stationen des Kreuzweges.  Foto: Tina Meier
Domkapitular Wolfgang Klausnitzer übernahm die feierliche Weihe der Orgel und der Stationen des Kreuzweges. Foto: Tina Meier
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Der Gesang des Chores schallt von der Empore, während sich der feierliche Einzug vom Kirchenportal bis zum Altar erstreckt. Doch dort, wo die Orgel steht, herrscht Stille - noch.

Der erste Teil des Festgottesdienstes in der Höchstadter Stadtpfarrkirche war am Freitagabend der Segnung des Kreuzweges gewidmet. Die vierzehn Gemälde, die den Leidensweg Christi nachzeichnen, schmücken nach ihrer Restaurierung nun wieder die hohen Wände.
Nach und nach entzündete Domkapitular Wolfgang Klausnitzer weiße Kerzen, die von verschiedenen Personen an die Stationen getragen wurden. Gleichzeitig setzte Dekan Kilian Kemmer den Leidensweg Christi in einen lebensnahen Bezug.

Dort, wo Simon von Cyrene Jesus dabei hilft, das Kreuz zu tragen, wurde den Menschen gedacht, die anderen Menschen in Not zur Hilfe eilen. Und dort, wo Jesus mehrfach unter dem Kreuz fällt und seiner Kleider beraubt wird, brennt die Kerze zum Gedenken an die Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Unter der Begleitung des Gitarrenspielers Lorenz Polifke besprengte Domkapitular Klausnitzer schließlich die einzelnen Stationen mit Weihwasser und schwenkte vor ihnen das dampfende Weihrauchfass.

"So wie der Leidensweg Christi mit der Auferstehung endet, können auch die Gläubigen in den Schwierigkeiten des Lebens darauf ihre Hoffnung setzen", erläuterte Klausnitzer, der extra für den Festgottesdienst nach Höchstadt gekommen war.

Jesu' Tod am Kreuz verdeutliche für ihn nicht nur die Gewalt, die Menschen einander zufügen können, sondern proklamiere auch eine starke Botschaft: Der Kreislauf der Gewalt wurde durchbrochen. Denn Jesus reagierte auf die ihm zugefügten Qualen nicht mit Bitterkeit und Hass, sondern betete sogar für die, die ihn verfolgen. "Der Tod Jesu führte nicht zu Gegengewalt, sondern sein Blut wurde zum Symbol der Versöhnung, auch gegenüber den Feinden und Tätern", schlussfolgerte der Domkapitular und rief dazu auf, "das Fest der Versöhnung in der Messe des Alltags zu feiern."


Renovierung geht weiter

Rechtzeitig zum Beginn der Osterzeit ist ein Großteil der Renovierungsarbeiten abgeschlossen, die im Mai 2017 begonnen hatten. Seitdem wurden beispielsweise Risse im Mauerwerk vergossen, das Dach repariert oder auch die Kirchenbänke abgeschliffen und gestrichen. Architektin Ursula Huber berichtete von dem Fortschritt der Maßnahmen und fügte an, dass diese aber noch nicht abgeschlossen seien.

Weitere Arbeiten, wie die Instandsetzung des Natursteinbodens oder der Bau einer Rollstuhlhebebühne stehen noch aus, bis die Kirche Mitte des Jahres komplett saniert sein wird.
Mit dem Wiedereinbau und der feierlichen Weihe der Orgel konnte ein großer Meilenstein auf diesem Weg erreicht werden. "Kirchenmusik hat bei uns schon immer eine große Rolle gespielt", berichtete Karola dos Reis Goncalves, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Das Herzstück ist dabei natürlich die Orgel, die jetzt wieder bereit für ihre nächsten Einsätze ist - "den Menschen zur Freude und Gott zur Ehre", fasste Goncalves zusammen.
"Die Kirche erhält ihren Klang zurück", freute sich auch Landrat Alexander Tritthardt (CSU) und berichtete von mehreren tausend Orgelpfeifen, die innerhalb von zehn Monaten aufwendig saniert wurden.

Dem Team aus sechs Organisten war es eine besondere Freude und Ehre, die Orgel in ihrem frischen Klang erstrahlen zu lassen. "Sie klingt reiner, sauberer und farbenfroh", berichtete Henning Schwarz, dem die Begeisterung für das anspruchsvolle Instrument anzumerken ist. Mit zwölf Jahren ist er der Junior der Organistenteams und sorgte für ein beeindruckendes musikalisches Finale des Festgottesdienstes.
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