Adelsdorf

Die neue Drehleiter der Feuerwehr Adelsdorf heißt "Joe"

Seit 140 Jahren gibt es die Freiwillige Feuerwehr Adelsdorf. Beim Festakt wurde die neue Drehleiter eingeweiht. Ihr Pate ist Joachim Herrmann.
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Landtagsabgeordneter Walter Nussel enthüllt den Namenszug der neuen Drehleiter. Neben ihm Thomas Lay, Vorsitzender der Feuerwehr Adelsdorf, und Jürgen Hörrlein, Kommandant.  Fotos: Britta Schnake
Landtagsabgeordneter Walter Nussel enthüllt den Namenszug der neuen Drehleiter. Neben ihm Thomas Lay, Vorsitzender der Feuerwehr Adelsdorf, und Jürgen Hörrlein, Kommandant. Fotos: Britta Schnake
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140 Jahre löschen, retten, bergen, schützen. 140 Jahre unermüdlicher Einsatz für die Bürger. Dies ist die Bilanz, auf welche die Freiwillige Feuerwehr Adelsdorf am Wochenende voller Stolz zurückblickte. Gleichzeitig wurde die neue Drehleiter der Feuerwehr eingeweiht.

Seit der Gründung im Februar 1878, zu einer Zeit, in welcher an modernes Rettungsgerät nicht einmal zu denken war und man mit den einfachsten Mitteln versuchte, des Feuers Herr zu werden, hat sich technisch einiges getan. Das beste Beispiel dafür ist die "DLK 23/12", eine Drehleiter der in Feuerwehrtechnik weltweit führenden Firma Metz-Rosenbauer, die die Adelsdorfer jetzt ihr eigen nennen dürfen.

Die alte Drehleiter von 1990 war mit einer Rettungshöhe von 18 Metern und einer Korbbelastbarkeit von 180 Kilogramm einfach nicht mehr zeitgemäß. Doch an die "DLK 23/12" zu kommen, war kein einfaches Unterfangen. So dauerte es geschlagene sieben Jahre, bis dieses "Baby" geboren werden konnte. 2011 wurde die Neuanschaffung beantragt und schließlich auf den Weg gebracht.

Zusammen mit einem Planungsteam startete Feuerwehrkommandant Jürgen Hörrlein die europaweite Ausschreibung in Eigenregie, was Kosten sparte, dennoch wurde für die "DLK 23/12" die stolze Summe von 610 000 Euro fällig.

Bis zu 32 Meter hoch

Doch wie sich zeigt, ist jeder Cent gut investiert. Die neue Drehleiter besitzt die Möglichkeit der Unterflurrettung, welche eine Rettung zum Beispiel aus Baugruben ermöglicht, da der Korb gut dreieinhalb Meter tiefer abgesenkt werden kann. Außerdem hat sie ein Gelenk, welches die Ansteuerung von Dachgauben verbessert und so die Rettung von Menschenleben erleichtert. Zudem weist sie eine Rettungshöhe von 32 Metern auf und der Korb kann mit bis zu 500 Kilogramm belastet werden.

Die "alte" Drehleiter wurde inzwischen an eine Wehr in Polen verkauft und wird bis Dezember ihre Reise antreten.

Der katholische Pfarrer Thomas Ringer sowie sein evangelischen Amtsbruder Pfarrer Jens Arnold segneten die Neuanschaffung mit Zitaten aus Genesis, Kapitel 28, indem sie den Vergleich zur Jakobsleiter erläuterten: Bei Jakob wie auch bei der Feuerwehr gehe es um den ungewissen Ausgang bei einem unbekannten Einsatz.

Fischkal übergibt Schlüssel

Gleich danach übergab Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) die Schlüssel an die Kommandanten Jürgen Hörrlein und Rainer Hubert. Pate für die neue Drehleiter stand Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Da sich Herrmann erst für den Festkommers am Abend angekündigt hatte, übernahm Walter Nussel (CSU) die Enthüllung des Schriftzugs, wonach die Drehleiter von nun an auf den klangvollen Namen "Joe" hört.

Angeführt von der Kinderfeuerwehr, gefolgt von den Ehrengästen sowie Abordnungen von fünf Patenfeuerwehren und 31 weiteren Wehren aus den umliegenden Orten, ging es geschlossen Richtung Marktplatz, um am Ehrenmal der Toten zu gedenken. Thomas Lay, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Adelsdorf, erklärte, das Erbe weitergeben zu wollen, als Bekräftigung, dass die Wehr stets da sein würde, wenn Menschen in Not gerieten.

Musikalisch begleitet von den Adelsdorfer Musikanten, der Jugendkapelle Großenseebach und dem Höchstadter Spielmannszug, formierte sich der Festzug neu und marschierte zur Aischgrundhalle, wo das Jubiläum der Adelsdorf Wehr mit dem Festkommers abgerundet wurde.

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