Herzogenaurach
Umweltschutz

Die Natur bekommt zwei Bäche zurück

Der Litzelbach bei Burgstall und Hauptendorf sowie der Krebsbach in Höfen sollen teilweise renaturiert werden. Monika Preinl vom Umweltamt der Stadt hofft, dass dadurch die Artenvielfalt an und in diesen Gewässern steigt.
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Diese Stauanlage in Höfen wird zurückgebaut, damit der Krebsbach für Wassertiere wieder durchgängig wird. Foto: Richard Sänger
Diese Stauanlage in Höfen wird zurückgebaut, damit der Krebsbach für Wassertiere wieder durchgängig wird. Foto: Richard Sänger
Bäche und Flüsse sind die Lebensadern der Landschaft, aber frühere Generationen haben aus einstmals kurvigen Bachverläufen oft mehr oder wenige schnurgerade Wasserstraßen gemacht. Dort, wo früher Schlingen auf natürliche Weise Durchflussmengen regulierten, sind jetzt vernachlässigte gerade Gräben zu sehen, abwechslungsreiche Zonen für Fauna und Flora sind heute oft gar nicht mehr vorhanden.

Sicher handelt es sich beim Krebsbach in Höfen und beim Litzelbach von Burgstall nach Hauptendorf nicht um bekannte Bäche, und sie werden von der Öffentlichkeit nur als "Wassergräben" wahrgenommen. Dennoch, "diese kleinen Bäche haben ein Einzugsgebiet, damit eine Bedeutung und auch ihre Berechtigung", erklärt dazu Monika Preinl vom städtischen Umweltamt.
Jetzt sollen der Krebsbach sowie der Litzelbach in Teilbereichen renaturiert werden und wieder ihr natürliches Bachbett bekommen.

Im Planungsausschuss des Herzogenauracher Stadtrats stellten am Dienstagabend Diplom-Biologin Maria Hahner, Horst Krach vom Ingenieurbüro Christofori und Landschaftsarchitekt Herbert Studtrucker ihr Konzept für den Krebsbach im Ortsteil Höfen vor. In der Ortsmitte wurde der natürlich Bachverlauf durch eine Stauanlage unterbrochen. Diese wurde zu Löschzwecken eingebaut, und die Wasserhöhe konnte durch sogenannte Schütze reguliert werden. Da der Ortsteil Höfen schon längst an die Wasserleitung angeschlossen ist, muss für Löschzwecke kein Löschwasser mehr vorgehalten werden.

Nun soll im Ortsbereich wieder eine Durchgängigkeit des Baches hergestellt werden, um Wassertieren Bewegungsfreiheit zu gewährleisten. Nach Vorstellung des Planers werden die Außenmauern der Stauanlage aufgrund der benachbarten Privatgrundstücke bestehen bleiben, und das Wasser fließt über eine Rampe. Auch im weiteren Verlauf werden die Ufer befestigt und durch Steine sowie Bepflanzung wieder ein natürlicher Lebensraum für Fische und weiterer Wassertiere geschaffen.

Auch beim Litzelbach sollen zwei Abschnitte wieder naturnaher und natürlicher gestaltet werden. So im Süden des Orts-teiles Burgstall, dort konnte die Stadt ein Grundstück erwerben. Damit stehen rund 100 Meter des Baches für eine ökologische Umgestaltung zur Verfügung. Auch ein weiterer Abschnitt in den Aurachwiesen bei Hauptendorf kann naturnah umgebaut werden.

Im dortigen Bereich wurde der Bach vermutlich im Zuge des Straßenausbaus in den Graben entlang der Straße verlegt. Weil dort auch Straßenschäden sichtbar sind, möchte Monika Preinl dem Bach ein neues Bett geben und eine flache Mulde anlegen. "Wenn da mehr Wasser kommt, werden sich in der Mulde Frösche und Amphibien ansiedeln und für einen gedeckten Tisch der Störche sorgen", erklärte Preinl.

Für die geplanten Maßnahmen und Renaturierungen sind wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD), dass man mit der Umsetzungen der Maßnahmen nicht unter Zeitdruck stehe und die Maßnahmen nach den Genehmigungen angehen werde.
Damit soll es aber noch nicht getan sein. Monika Preinl stellte mit dem ehemaligen Löschteich und früheren Badeweiher im Ortsteil Zweifelsheim ein weiteres Projekt vor. Da auch Zweifelsheim über ein Hydrantennetz verfügt, wird der Teich nicht mehr für Löschzwecke benötigt. Nach den Plänen des Umweltamtes soll der Teich, der vom Schleifmühlbach durchquert wird, zurückgebaut werden, damit sich ein naturnaher Teich entwickeln kann.

Wie Monika Preinl erläuterte, ist für die Umgestaltung des Teiches sowohl eine wasserrechtliche als auch eine baurechtliche Genehmigung erforderlich. Die mit den geplanten Maßnahmen verbundene ökologische Aufwertung soll in das städtische Ökokonto eingebucht werden. Da Preinl zwei Varianten vorstellte, einmal als Naturteich mit offener Wasserfläche und zum anderen bewachsen mit Schilfröhricht, soll in einer späteren Sitzung über die endgültige Variante entschieden werden.

Auf jeden Fall werden die Nadelbäume am südlichen Ufer gefällt. Diese sorgen nicht nur für eine Verschattung des Weihers, sondern sind auch keine natürlichen Gehölze an Weiherufern. Monika Preinl möchte damit ebenfalls eine Verbesserung des Artenreichtums an Fischen und Kleinlebewesen erreichen. Die Ausschussmitglieder befürworteten die vorgestellten Maßnahmen.

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