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Adelsdorf
Dreikönig

Die Kinder folgen in Adelsdorf dem Stern

Die meisten Türen öffnen sich für die Sternsinger in Adelsdorf. Bereitwillig erhalten sie Spenden und Süßigkeiten für ihre guten Wünsche und den Segensspruch.
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Melchior(Caterina) klebt die neuen Daten an die Tür. Foto: Johanna Blum
Melchior(Caterina) klebt die neuen Daten an die Tür. Foto: Johanna Blum
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Die Heiligen Drei Könige - oder dieWeisen aus dem Morgenland - wurden durch den Stern nach Bethlehem zur Krippe geführt. Zu ihrem Hochfest iam 6. Januar, dem Dreikönigstag, gehen seit mehr als 50 Jahren drei Heilige Könige mit einem Sternträger von Haus zu Haus. In Adelsdorf allein waren diesmal 18 junge Sternsinger- und zwei Erwachsenengruppen unterwegs.

Den Aussendungsgottesdienst in der St.-Stephanus-Kirche zelebrierte Pater Claus Bayer aus Weisendorf. Alle Adelsdorfer Könige und Sternenträger trafen sich nach dem Gottesdienst hinter der Sakristei, wo an sie Ausweise, Weihrauch, Kreide und auch ihre Wegepläne verteilt wurden. Kaspar (Elisa 8 Jahre), Melchior (Caterina 11) und Balthasar (Johanna 11) machten sich gleich eifrig auf den Weg.
An der ersten Tür läutet Kaspar noch etwas nervös und als sie sich öffnet, stellen sich die Könige mutig vor: "Grüß Gott! Hallo, ihr lieben Leute! Die Sternsinger sind bei euch heute. Als Könige sind wir bekannt und werden Kaspar, Melchior und Balthasar genannt!"
Dann schreibt Melchior mit Kreide die traditionelle Segensbitte 20* C+M+B+16 oben an die Haustür. "Das sind nicht die Anfangsbuchstaben unserer Königsnamen.Das heißt vielmehr: Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus", erklärt Balthasar. Naschzeug wandert in die Tasche, und die Spende kommt in die goldene Spendenbüchse.

Bei der nächsten Tür erklingt der Spruch: "Wir folgten, wie ihr seht, dem Stern und bringen euch von Gott dem Herrn den Segen aus der heil'gen Nacht, der glücklich und lebendig macht." Die Hausfrau hat schon ein Päckchen mit Süßigkeiten bereit gelegt. Sie steckt auch einen Schein in die Büchse.

Beim Haus daneben braucht Melchior einen Stuhl, um den Türrahmen zu erreichen. Der ist vom Hausherrn schon vorsorglich bereitgestellt worden.

Hier macht der kleine König aus der 15 eine 16, weil alles andere noch gut lesbar ist. "Wir sammeln für Kinderprojekte in Bolivien", erzählt Balthasar den Spendern.

Weiter geht es die Straße entlang. Beim nächsten Haus öffnet niemand. "Vielleicht sind die Leute noch im Urlaub", meint Balthasar und wirft eine Mitteilung in den Briefkasten. Die nächste Tür wird geöffnet und die Bewohner hören: "Euch, eurem Haus und euren Lieben sei unser Zeichen nun geschrieben. Es kündet noch das ganze Jahr von Gottes Segen wunderbar!"


Ein Herz für Kinder

Auch diese Familie hat ein großes Herz. Nach dem Segensspruch verabschieden sich alle drei Könige. Der Beutel füllt sich langsam und die Sammelbox wird immer schwerer.

An etlichen Türen läuten die Könige. Manchmal wird geöffnet, manchmal warten sie umsonst.

Die kleine Gruppe zieht die Straße entlang und immer selbstbewusster werden die Sternsinger. Der Spruch geht lockerer über die Lippen und die Angst, verscheucht zu werden, hat sich gelegt. Um die Mittagszeit wird Rast im Pfarrzentrum gemacht. Dort gibt es Schnitzel und Pommes, für Vegetarier überbackenen Camembert. Aber auch Kuchen, Tee und Kaffee haben eifrige, ehrenamtliche Helfer für alle fleißigen Könige vorbereitet.

Nun können sie auch ihre Geldbüchsen und die schweren Beutel mit Süßigkeiten ausleeren. "Bei uns in Adelsdorf sind wirklich alle Leute nett und freundlich", erzählt einer der Könige zufrieden beim Essen.

Auf ihrem Marsch tauschen die Sternsinger Erinnerungen an früher aus, denn sie sind zum Teil schon das vierte Jahr unterwegs: "Uns macht es Spaß. Wir sind bestimmt im kommenden Jahr auch dabei."

An der nächsten Tür hört man wieder einen Spruch: "Gott vergelte es euch allen, ihm wird eure Tat gefallen, dafür mög' er euch belohnen, sein Friede wird immer bei euch wohnen!"

Gegen 17 Uhr haben die meisten der Sternsinger ihre Tour beendet und neugierig wird das Geld gezählt: 483,70 Euro haben die fleißigen Könige gesammelt.

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