Erlangen
Klimawandel

Die Kartoffel der Zukunft kommt aus Franken

Kartoffeln bilden bei hohen Temperaturen weniger bis keine Knollen aus - in Zeiten des Klimawandels ist das ein großes Problem. Forscher der FAU Erlangen haben jetzt eine hitzeresistente Kartoffelsorte entwickelt. Bald soll die Pflanze unter Feldbedingungen getestet werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Biochemiker der FAU Erlangen um Uwe Sonnewald haben herausgefunden, warum Kartoffeln bei höheren Temperaturen kaum oder keine Knollen bilden. Verantwortlich dafür ist eine kleine RNA. Den Forschern ist es sogar gelungen, diese RNA auszuschalten und so wärmeresistente Kartoffelpflanzen zu erzeugen. Foto: FAU/Uwe Sonnewald
Biochemiker der FAU Erlangen um Uwe Sonnewald haben herausgefunden, warum Kartoffeln bei höheren Temperaturen kaum oder keine Knollen bilden. Verantwortlich dafür ist eine kleine RNA. Den Forschern ist es sogar gelungen, diese RNA auszuschalten und so wärmeresistente Kartoffelpflanzen zu erzeugen. Foto: FAU/Uwe Sonnewald

Die Knolle für den Klimawandel kommt aus Mittelfranken: Erlanger Forschern ist nach eigenen Angaben die Entwicklung einer hitzeresistenten Kartoffelsorte gelungen. Selbst bei hochsommerlichen Tagestemperaturen von mehr als 29 Grad bildeten die Pflanzen Kartoffelknollen von guter Qualität aus, teilte das Forscherteam der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) kürzlich mit.

Die Vorteile der Erlanger Kartoffel gegenüber konventionellen Sorten

Konventionelle Kartoffelsorten, wie sie bisher in Deutschland angepflanzt würden, reagierten hingegen auf größere Hitze mit einer "Umschaltung ihres Wachstumsprogramms": Sie bildeten dann mehr grüne Triebe und Blätter aus, aber weniger bis keine Knollen, sagte Uwe Sonnewald, Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie.

Kartoffelpflanze der FAU Erlangen ist jetzt bereit für den Feldversuch

Die Tests fanden bisher allerdings nur unter Laborbedingungen statt. Dabei wurde die Kartoffelsorte im Gewächshaus hohen Temperaturen ausgesetzt - tagsüber von mehr als 29 Grad, nachts von 27 Grad. Im nächsten Schritt wollen die Forscher die Kartoffelpflanze unter Feldbedingungen testen, erläuterte Sonnewald.

Lesen Sie auch: Gekeimte Kartoffeln - kann man sie noch essen? Das sagen Experten dazu

Die Biochemiker waren bei der Suche nach den Ursachen für das gebremste Knollenwachstum bei Hitze auf eine aus 19 Nukleinsäure-Bausteinen (Nukleotiden) bestehende Ribonukleinsäure (RNA) gestoßen. Dabei hätten sie festgestellt, dass die RNA bei höheren Temperaturen ein sogenanntes knolleninduzierendes Eiweiß produziert, das das Knollenwachstum hemme. Den Erlanger Wissenschaftlern sei es gelungen, diese RNA auszuschalten.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren