Herzogenaurach

Die JU will ein geteiltes Rathaus für Bürger und Verwaltung

Erstmals tritt die Junge Union mit einer eigenen Liste zur Stadtratswahl an. Der CSU-Nachwuchs hat zehn Punkte entwickelt. Die Innenstadt und der Rathaus-Neubau sind ein wichtiger Bestandteil.
Artikel drucken Artikel einbetten
Spitzenkandidat Konrad Körner (rechts) mit seinen Mitstreitern auf der neuen Liste der Jungen Union (von links): Katharina Zollhöfer, Max Stopfer, Andreas Brandl und Alexander Allousch.  Foto: Bernhard Panzer
Spitzenkandidat Konrad Körner (rechts) mit seinen Mitstreitern auf der neuen Liste der Jungen Union (von links): Katharina Zollhöfer, Max Stopfer, Andreas Brandl und Alexander Allousch. Foto: Bernhard Panzer

Man wolle die Debatte um den Rathaus-Standort nicht wieder öffnen, sagte Konrad Körner beim Pressegespräch der Jungen Union (JU). Der Neubau sei beschlossene Sache. Nichtsdestotrotz sieht der Stadtrat Handlungsbedarf, was die Belegung des Neubaus angeht. Denn sobald die Bücherei wieder ins Schloss eingezogen ist, reiche der Platz nicht mehr aus.

Körner sagte das nicht als amtierender CSU-Stadtrat, sondern als Spitzenkandidat der Jungen Union. Der CSU-Nachwuchs tritt zur kommenden Stadtratswahl ja erstmals mit einer eigenen Liste an. Freilich unterscheidet man sich nicht in grundlegenden Dingen von der Position der Mutter. "Wir wollen uns ja nicht abspalten oder so was", erklärt Körner. Gleichwohl wäre man gerne der Antreiber im Stadtrat.

Der erste von zehn Kernpunkten betrifft die Innenstadt, und damit auch das Rathaus. Dieses soll nach Auffassung der JU in zwei Teile gegliedert werden: ein Bürgerrathaus im Schloss und eines für die Verwaltung, dessen Standort(e) noch offen sei(en). Gleichwohl der jetzige Standort in der alten Puma-Verwaltung schon eine Option wäre. Jedenfalls brauche es einen Plan für die gesamte Innenstadt. Und der umfasst auch das Hubmannareal ("Lediglich eine Teilbebauung mit einem Veranstaltungssaal") und das Vereinshaus ("Sanierung oder Umwandlung in Wohnraum"). Im Freizeitheim respektive Generationenzentrum könnte ein Auszubildenden-Wohnheim entstehen, weil das Gebäude für Senioren nicht entsprechend umgebaut werden könne. Und über die Notwendigkeit einer Stadthalle müsse man neu nachdenken.

Die Junge Union will "mehr für die Herzo-Familie erreichen", wie der zweite Punkt des Wahlprogramms überschrieben ist, das Körner gemeinsam mit Katharina Zollhöfer, Max Stopfer, Andreas Brandl und Alexander Allousch vorstellte. Die jungen Leute denken da an eine eigene Wohnungsbaugesellschaft (Herzo-Bau) und an eine Überarbeitung der Bebauungspläne (Körner: "Wir müssen künftig in die Höhe bauen"), auch für neue Wohnformen. Familien sollen einen "Windelsack" gestellt bekommen und an der Dirtbahn soll "Grillen und Chillen" ermöglicht werden.

Die Umwelt will man nach dem Motto "Bunt statt grün" gestalten, fordert einen erweiterten Schlossgraben und wünscht sich, dass für jedes Herzo-Baby ein Baum gepflanzt wird. Deutlich gestärkt werden müsste die Digitalisierung. Die Stadt brauche eine stärkere Social-Media-Präsenz und ein Online-Amtsblatt. Der Glasfaserausbau müsse bereits bis 2030 abgeschlossen sein und es soll ein flächendeckendes Herzo Wlan geben.

Zurück zur Verwaltung: Das Rathaus muss nach Ansicht des CSU-Nachwuchses bürgernähere Öffnungszeiten erhalten. Es müsse auch mal bis 20 Uhr und an Samstagen geöffnet sein. Und auch die schon vor Jahren geäußerte Forderung nach einem Jugendbeirat wird erneuert. Er habe sich schon etwas gewundert, sagte Körner, als er jetzt von einer solchen Forderung der Grünen gehört hat.

Punkt sieben: Die Vereine sollen wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt werden. Die JU schlägt deshalb ein Herzogenauracher Vereinsbündnis an, in dem sich alle örtlichen Vereine gegenseitig unterstützen können. Wichtig wäre da ein regelmäßiger Austausch mit der Stadt. Das von der Stadt vor einiger Zeit angestoßene Modell mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter für mehrere Vereine sei bisher nicht sehr positiv verlaufen, meint Körner.

Dann hat die JU auch noch Ideen zum Verkehr, vor allem zum ÖPNV in Herzogenaurach. Ein Flexibus-System wäre angebracht, "damit auch zu den Randzeiten oder in der Nacht ein attraktiver und gleichzeitig kostenorientierter ÖPNV gewährleistet ist", heißt es in der Darstellung des Programms, das die JU auch im Internet veröffentlicht hat. Auch Verbesserungen bei den Radwegen, vor allem in die umliegenden Ortschaften, seien angebracht.

Als letzten Punkt des Programms startet die Junge Union einen Ausblick bis in das Jahr 2050. Dann werde Herzogenaurach 30 000 Einwohner haben. Zukunftsideen sind beispielsweise eine ICE-Haltestelle an der "bis dahin neu gebauten Strecke" von Nürnberg nach Würzburg. Warum nicht in Burgstall? Herzogenaurach könnte außerdem Universitäts- Standort werden, zumindest für die Sportfakultät der FAU. Vielfältig ist der Blick in die Zukunft und enthält auch den "Traum" von einem dann einmal ganz anders benamten Landkreis. Der sollte weder den Namen Erlangen noch Höchstadt tragen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren