Herzogenaurach
Antrag

Die Grünen wollen, dass Herzogenaurach den Klimanotstand ausruft

Die Grünen fordern die Stadt auf, weitere Zeichen zu setzen und den Klimanotstand auszurufen. Auch eine Bürgerversammlung soll es geben.
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Umtriebige grüne Stadträtin: Retta Müller-Schimmel bei der Freitagsdemo im März  Foto: Bernhard Panzer
Umtriebige grüne Stadträtin: Retta Müller-Schimmel bei der Freitagsdemo im März Foto: Bernhard Panzer

Die Stadt Herzogenaurach soll sich anderen Kommunen anschließen, die für sich den Klimanotstand ausgerufen und damit ein Zeichen gesetzt haben. Das fordert die Stadtratsfraktion der Herzogenauracher Grünen in einem Antrag an Bürgermeister German Hacker (SPD). Des Weiteren soll eine Bürgerversammlung zum Thema Klimaschutz einberufen werden.

"Wir beantragen für die nächste Stadtratssitzung, den Klimanotstand für Herzogenaurach auszurufen." So dramatisch klingt die Formulierung des Antrags, der von Stadträtin Retta Müller-Schimmel unterzeichnet worden ist. Die Herzogenauracher könnten damit "unseren Platz in der Reihe der Städte und Gemeinden einnehmen, die sich schon zum Klimanotstand bekannt haben und somit gemeinsam mit diesen die Bedeutung des Handels vor Ort stärken", begründet sie die Forderung.

Konstanz ging voran

Als erste Stadt in Deutschland hatte Konstanz am 2. Mai den Klimanotstand ausgerufen. Die Anregung hierzu gab eine lokale Fridays-for-Future-Bewegung. Demonstrationen von Schülern hat es inzwischen auch in Herzogenaurach gegeben. Diese wollen durch die Freitagsproteste, wie die Antragstellerin schreibt, "kundtun, endlich in Bewegung zu kommen". Denn die Politiker seien angesprochen, in ihrem Entscheiden und Handeln endlich dem Klimaschutz "den Stellenwert zu geben, den er dringend benötigt".

Bürgerversammlung gefordert

Die Stadt Herzogenaurach sei mit dem goldenen European Energie Award ausgezeichnet und dürfe sich eine fahrradfreundliche Kommune nennen. Im November 2018 habe der Stadtrat ein Klimaschutzleitbild verabschiedet, "in dem wir dokumentieren, dass wir mit unserem Handeln versuchen, dem Klimawandel entgegenzuwirken", erläutert Müller-Schimmel. Nichtsdestotrotz ist es ihrer Auffassung nach notwendig, den Klimanotstand auch in Herzogenaurach auszurufen und damit ein weiteres Zeichen zu setzen, "dass wir die Ängste unserer Kinder um ihre Zukunft ernst nehmen und soweit es in unserer Macht steht ihren Forderungen nachkommen werden".

Weiterhin regen die Antragsteller die Einberufung einer Bürgerversammlung zum Thema Klimaschutz an. Dort könnten die Verwaltung und die Stadträte aufzeigen, "wo wir schon positiv wirken und handeln und welche Maßnahmen wir schon für die Zukunft planen". Außerdem wäre das eine Gelegenheit, sich mit Bürgern gezielt auszutauschen. Auch würde man den Anliegen der Jugendlichen, die sich der Bewegung "Fridays for Future" angeschlossen haben, und der Eltern, die der Bewegung "Parents for Future" beigetreten sind, eine öffentliche Plattform geben.

Hacker antwortet

Bürgermeister German Hacker (SPD) äußert sich im Vorfeld nicht konkret zu dem Antrag. Auf Anfrage des FT sagte er jedoch, dass das Thema Klimaschutz in Herzogenaurach "wie in nur ganz wenigen Kommunen in Bayern seit vielen Jahren zentral bedeutsam ist". Dafür stehe schon die Zertifizierung Gold im eea-Prozess, die Herzogenaurach als eine von nicht mal 20 von gut 2000 Städten und Gemeinden in Bayern schon 2017 erreicht hat. Hacker: "Wir haben das alles getan und tun es auch weiterhin, weil wir eben ja seit langem wissen, wie deutlich gehandelt werden muss. Daran hat sich nichts geändert. Wir müssen weiter mit Hochdruck am Klimaschutz arbeiten." Das aber sei nun auch nichts Neues, sondern stehe seit über 20 Jahren in Schulbüchern.

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