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Herzogenaurach
Altstadt

Die "Durchfahrts-Scheune" zwischen Krone und Schütt soll weg

Darf die alte Scheune hinter dem Hotel Krone abgerissen werden? Der Denkmalschutz betrachtete sich das Gebäude, das für sich gesehen nicht schützenswert ist. Wichtig ist für das Landesamt aber auch eine mögliche Bedeutung für das historische Ensemble.
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Diese Scheune, zwischen dem Hotel Krone und der Straße An der Schütt gelegen, soll abgerissen werden.  Ebenso wie das Nebengebäude rechts.  Fotos: Bernhard Panzer
Diese Scheune, zwischen dem Hotel Krone und der Straße An der Schütt gelegen, soll abgerissen werden. Ebenso wie das Nebengebäude rechts. Fotos: Bernhard Panzer
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Nur wenige Sekunden dauerte es in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend, um eine Anzeige zur Beseitigung zur Kenntnis zu nehmen und sich dem nächsten Tagesordnungspunkt zu widmen. Was da so nebenbei bekanntgegeben wurde, ist allerdings eine Angelegenheit, die seit Jahrzehnten immer wieder mal Thema war. Es geht um den Abbruch einer großen Scheune mit Nebengebäude auf dem Gelände des Hotels Krone, genauer gesagt um die zur Schütt hin gelegene so genannte Durchfahrts-Scheune.

Die Bauherren, Eva und Hermann Korder, möchten Platz schaffen. Später einmal könnten die Söhne dort ein Wohnhaus errichten, sagte Hermann Korder auf Anfrage des FT. Und bis dahin könnte man ohne großen Aufwand ja eventuell Parkplätze schaffen. Korder erinnert daran, dass der Abbruch 1974 schon mal genehmigt worden sei, es aber Unstimmigkeiten mit der Stadt gegeben habe. Hätte das damals schon geklappt, stünde jetzt dort ein Hotel mit 40 Betten. Ein Hotel wolle er nicht mehr bauen, aber die alte Scheune will er auch nicht: "Was soll ich damit?"

Denkmalschutz vor Ort

Freilich sprechen bei Vorhaben, die in der Altstadt gelegen sind, auch immer die Behörden mit, allen voran die Denkmalpflege. Denn es handelt sich dort schlicht um einen sensiblen Bereich. Gestern Nachmittag waren die Fachleute vor Ort und nahmen die Scheune in Augenschein, bevor über den Abbruch entschieden werden kann. Gekommen waren Udo Fröhlich von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Erlangen und Tobias Lange vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Begleitet wurden sie von Kreisheimatpfleger Manfred Welker und Anja Wettstein als Leiterin des Planungsamts der Stadt.

Zwei Aspekte

Zwei Aspekte mussten aus Sicht der Denkmalpflege betrachtet werden. Handelt es sich um ein schützenswertes Einzeldenkmal? Und: Wie wichtig ist das Gebäude für die historische städtebauliche Struktur? Als Baudenkmal ist die Scheune in der Liste schützenswerter Bauten nicht geführt und bei genauer Betrachtung konnte Lange ausschließen, dass sie noch im Nachhinein in die Kartierung mit aufgenommen werden könnte. Offenbar ist zu wenig Originalsubstanz erhalten. Scheune aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gebe es noch Hunderte, und viele seien besser erhalten, sagte Lange. Von daher stünde einem Abbruch wohl nichts im Wege.

Sanierung im Zeitplan

Aber da gibt es ja auch noch das innerstädtische Ensemble. Vorne das Wohnhaus, hinten die Scheune - das sei auf dem Krone-Grundstück zwischen Hauptstraße und Schütt so abgebildet. Und auch in der Flucht fänden sich noch weitere Scheunen. Diesen Aspekt wird Denkmalpfleger Lange in seinen Bericht wohl aufnehmen. Vor Ort sprach er auch von der Möglichkeit eines stimmigen Ersatzbaus. Der Abriss des lang gezogenen Anbaus sei völlig unstrittig. "Da wären wir sogar froh, wenn er weg kommt", sagte der Denkmalpfleger.

Entscheiden wird dann das Landratsamt. Für Hermann Korder bleibt jetzt nur abzuwarten: "Wir lassen uns mal überraschen".

Im Zeitplan liegt die Sanierung eines Nachbarhauses. In dem Jugendstilhaus mit seinem liebevoll verzierten Eingangsbereich sollen einmal sechs Familien wohnen können.