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Höchstadt a. d. Aisch
Amtsgericht

Die Angeklagten schweigen noch

Verhandlung über Getränkediebstahl aus einer Höchstadter Gaststätte geht in eine weitere Runde.
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Am 17. Februar wird der Diebstahl aus dem Getränkelager einer Höchstadter Gastwirtschaft hier weiter verhandelt.  Foto: Bauriedel
Am 17. Februar wird der Diebstahl aus dem Getränkelager einer Höchstadter Gastwirtschaft hier weiter verhandelt. Foto: Bauriedel

Vor dem Amtsgericht Erlangen muss sich derzeit ein Geschwisterpaar aus Höchstadt verantworten. Dem Mann und seiner Schwester wird vorgeworfen, zwischen 27. Juli und 21. August vergangenen Jahres aus dem Getränkelager einer Gaststätte in der Höchstadter Innenstadt 23 Kästen entwendet zu haben.

Darüber hinaus sollen die beiden einen Kühlraum aufgebrochen und dort verschmutzte Kochutensilien hinterlassen haben. Diese sollen dann fotografiert und per E-Mail ans Landratsamt Erlangen-Höchstadt geschickt worden sein, um, wie es Oberstaatsanwalt Peter Adelhardt am Mittwoch, dem zweiten Verhandlungstag, in der Anklage formulierte, "ein öffentliches Verfahren bei einer Behörde herbeizuführen". Diebstahl mit Sachbeschädigung und falsche Verdächtigung hielt Adelhardt den Angeklagten vor.

Opfer der Aktionen war der Gastronom, der das Lokal von einer Brauerei gepachtet hatte. Eigentümer der Immobilie ist das angeklagte Geschwisterpaar. Eine erste Verhandlung war bereits Mitte Januar angesetzt. Diese musste Richter Wolfgang Gallasch allerdings abbrechen, nachdem mit dem betroffenen Gastronom der Hauptzeuge für das Gericht erkrankt und kurzfristig ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Inzwischen erlag der Gastwirt seiner schweren Erkrankung.

Die zweite Verhandlung am Mittwoch wurde erneut abgebrochen. Der Grund: Die Verteidigung des Geschwisterpaares hatte noch zusätzliche Zeugen benannt, die laut Richter Gallasch aufgrund eines Personalengpasses nicht rechtzeitig geladen wurden. Fortgesetzt wird das Verfahren jetzt am Montag, 17. Februar, um 10 Uhr. Zu diesem Termin sollen fünf weitere Zeugen geladen werden.

Zwei Zeugen konnten in der gestrigen Verhandlung vernommen werden. Eine damals noch Nachbarin berichtete, wie das Geschwisterpaar an einem Montag im August gegen 16 Uhr "viele Getränkekisten" aus dem Lagerraum geholt hat. Der Gastwirt sei zu dieser Zeit im Urlaub gewesen.

Der Polizeibeamte, der damals wegen des Einbruchs gerufen worden war, sagte im Zeugenstand, dass er am Gebäude keine Aufbruchspuren gefunden habe. Die habe es aber am Keller- und am Nebenraum gegeben. Richter Gallasch zitierte aus dem Vernehmungsprotokoll des inzwischen Verstorbenen. Demnach habe es eine Schlossfalle gegeben, bei der Schrauben mit schwarzem Lack überpinselt waren. Die Lebensmittelüberwachung am Landratsamt habe am 6. August von der Beschuldigten per E-Mail eine Verbraucherbeschwerde mit Fotos bekommen.

Laut dem ermittelnden Polizeibeamten habe der Gastwirt Probleme mit den Geschwistern bekommen, nachdem deren Vater und Eigentümer des Anwesens verstorben war. Der Gastwirt habe von "enormen Streitigkeiten" berichtet.

Entwendet worden sein sollen neben den 23 Getränkekisten auch ein Holztisch und Lieferscheine der Brauerei eines ganzen Jahres. Der Schaden durch die entwendeten Getränke wurde mit 350 Euro angegeben, der an den Türen mit 50 Euro.

Die angeklagten Geschwister und deren Anwalt äußerten sich zu den Anklagepunkten und den Aussagen der beiden Zeugen nicht.

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