Herzogenaurach
Bilanz

Die Aktionäre sind von Adidas begeistert

Der Sportartikelhersteller hat gestern seine Jahreszahlen vorgelegt. Seit der Finanzkrise 2009 ist das Unternehmen nicht mehr so stark gewachsen.
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Adidas-Chef Kasper Rorsted hat den Umsatz des Sportartikelherstellers kräftig angekurbelt. Jetzt will sich der Däne mit dem bisherigen Gewinnzuwachs nicht mehr zufrieden geben. Foto: Daniel Karmann, dpa
Adidas-Chef Kasper Rorsted hat den Umsatz des Sportartikelherstellers kräftig angekurbelt. Jetzt will sich der Däne mit dem bisherigen Gewinnzuwachs nicht mehr zufrieden geben. Foto: Daniel Karmann, dpa
Oftmals dann, wenn der Konkurrent vor der Haustür, Puma, glänzende Zahlen vorgelegt hat, setzt Adidas noch eins drauf. So war es auch in diesem Jahr. Gut vier Wochen nachdem der Sportartikelhersteller Puma seine Bilanz präsentierte, trat gestern Adidas-Chef Kasper Rorsted in Herzogenaurach vor die Presse. Was er zu berichten hatte, sorgte vor allem an den Börsen für Begeisterung und ließ die Adidas-Aktie gleich mal locker um rund zehn Prozent nach oben schnellen.
Der Dax-Konzern hat im vergangenen Jahr beim Umsatz nicht nur die Marke von 20 Milliarden Euro geknackt und damit das beste Wachstum seit der Finanzkrise 2009 erreicht. Er kam auf dem hart umkämpften US-Markt auch spürbar besser voran als die amerikanischen Konkurrenten Nike und Under Armour. Vor allem gegenüber dem Platzhirschen Nike konnten die Herzogenauracher Boden gut machen.


Sorgenkind Reebok

Lediglich das alte Sorgenkind, die US-Tochter Reebok, schwächelt nach wie vor. Wie schon sein Vorgänger Herbert Hainer gibt sich Rorsted aber zuversichtlich, die Verlustmarke aufpäppeln zu können. "Wir werden Reebok dahin bringen, wo es hingehört. Im Moment sind wir im Plan", sagte er gestern. Bis 2020 müsse Reebok aber profitabel sein, sonst stünde der Abschied aus der Adidas-Familie bevor.


Ziele angehoben

Was den Gewinn angeht, so konnte Adidas bei den fortgeführten Geschäftsbereichen (ohne z.B. Golf) um ein gutes Viertel auf 1,35 Milliarden Euro zulegen. Ohne die Belastungen aus der US-Steuerreform wäre sogar ein Gewinn von 1,43 Milliarden Euro herausgekommen.
Was bei den Analysten für Euphorie sorgte, war aber vor allem der Ausblick, den Rorsted gab. Adidas hat angesichts der starken operativen und finanziellen Ergebnisse 2017 sein Profitabilitätsziel für 2020 angehoben. Demnach soll der Gewinn jährlich um durchschnittlich 22 bis 24 Prozent steigen. Der Umsatz soll sich jeweils um zehn bis zwölf Prozent erhöhen.
Umsatzschwerpunkte waren zuletzt vor allem China und Nordamerika. Aber auch das Onlinegeschäft sorgte bei Adidas für zufriedene Gesichter. Der Online-Umsatz schnellte um 57 Prozent nach oben. Wachstumstreiber bleibt dabei die Marke Adidas, die vor allem dank Laufschuhen um 18 Prozent zulegte. Wie die gesamte Branche profitiert das Unternehmen aus Herzogenaurach derzeit davon, dass gerne sportliche Mode im Alltag getragen wird, was auch Adidas-Chef Rorsted gestern bei der Präsentation der Zahlen durch seine Kleiderwahl zu unterstreichen versuchte.
Einen zusätzlichen Schub dürfte heuer die Fußballweltmeisterschaft in Russland geben. Adidas ist hier wieder einmal Hauptsponsor.
Von den Gewinnsteigerungen sollen hauptsächlich die Aktionäre profitieren. Die Dividende für das vergangene Jahr soll um 60 Cent auf 2,60 Euro je Aktie steigen. Zudem plant Adidas bis Mai 2021 einen bis zu drei Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf.
900 Millionen Euro will der Sportartikelhersteller dieses Jahr in die firmeneigene Infrastruktur, die Renovierung von Läden, den Ausbau der Firmenzentrale und die IT stecken. Die eigenen Strukturen hätten zuletzt nicht mehr mit dem Wachstum mitgehalten, sagte Rorsted.
So habe es zeitweise Lieferengpässe gegeben. Als Reaktion darauf habe das Management die Lagerlogistik ausbauen lassen.
"2018 ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Erfüllung unserer Langfristziele bis 2020", sagte Rorsted.
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