Mailach
Wandel

Die Aisch wird wieder urwüchsig

Solange der Hochwasserabfluss gewährleistet ist, darf der Fluss heute ruhig etwas zuwachsen.
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Büsche,die wie hier bei Mailach in die Aisch hineinwachsen, sind durchaus gewollt.  Foto: Andreas Dorsch
Büsche,die wie hier bei Mailach in die Aisch hineinwachsen, sind durchaus gewollt. Foto: Andreas Dorsch
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Droht der Lonnerstadter Ortsteil Mailach schon bald vom nächsten Hochwasser der Aisch geflutet zu werden? Es gibt Bürger, die davor Angst haben, und sie nennen auch die Gründe dafür: "Die Aisch wächst immer mehr zu, sie müsste wieder einmal ausgeräumt werden."

Die Angst davor, dass sich durch die Büsche und Bäume am Ufer, durch im Wasser hängenbleibendes Holz und durch vom Biber errichtete Dämme die Aisch zurückstauen und aus ihrem Bett kommen könnte, möchte Dieter Bayer vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg den Anwohnern nehmen. Bayer ist zuständig für den Wasserbau im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Rückstaugefahr kein Thema

Eine Rückstaugefahr durch den Bewuchs am Aischufer sei weder im Bereich von Mailach noch weiter aischabwärts "aktuell kein Thema", sagt Bayer auf Anfrage des FT. Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes seien ständig unterwegs und schauen sich die Aisch auch mit Blick auf den Hochwasserabfluss an.

Die Pflege der Fließgewässer hat sich gewandelt. "Früher sind wir mit der Motorsäge durchgegangen", so Bayer. Die Ufer wurden blank geputzt und begradigt. Davon ist man weggekommen. Heute lasse man viel mehr am Gewässer zu, solange der Hochwasserabfluss gewährleistet sei. So kann es auch mal ökologisch gewollt sein, einen umgestürzten Baum im Fluss liegen oder Totholz am Ufer stehen zu lassen. Das würden dann wertvolle Lebensräume für Vogel, Insekten und sogar Fledermäuse.

Altarme werden aktiviert

Die Zeiten, in denen Flüsse begradigt wurden, sind ebenfalls vorbei. "Manchmal werden sogar Altarme wieder aktiviert", sagt Bayer. Die Aisch - übrigens ein Gewässer erster Ordnung - werde auch ständig kontrolliert. Beobachtungen und Befürchtungen von Bürgern werden ernst genommen: "Wir bekommen viele Anrufe und gehen denen auch nach."

Bei der Hege und Pflege des Aischufers können die Mitarbeiter des Amtes auch auf Unterstützung durch die Fischereivereine bauen. Um Zugang zu ihrem Fischwasser zu bekommen, müssen die Angler schon mal den einen oder anderen Busch entfernen. Das geschehe aber in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt, sagt Klaus Müller, Vorsitzender des Höchstadter Fischereivereins.

Der Biber ist ein Problem

Seine Mitglieder sorgen auch für Sauberkeit am Ufer, machen aber keinen Kahlschlag. In manchen Punkten sehen die Fischer die Behörden allerdings auch kritisch. Ein Problem sei der sich immer weiter ausbreitende Biber. Der unterhöhle inzwischen Wiesen bis drei oder vier Meter vom Ufer entfernt. Menschen und Fahrzeuge könnten da einbrechen, fürchtet Müller.



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