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Herzogenaurach
Blutkrebs

Diagnose Leukämie: Typisierungsaktion für Jakob (11) aus Herzogenaurach

Jakob Conrads aus Herzogenaurach hat vor einem Jahr die Diagnose Blutkrebs bekommen. Mit der DKMS sucht er nun händeringend nach einem Spender.
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Jakob Conrads musste die Diagnose Leukämie verkraften.  Foto: privat
Jakob Conrads musste die Diagnose Leukämie verkraften. Foto: privat
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Jakob Conrads war bis vor einem Jahr ein Junge wie jeder andere auch. Er hat gelacht, Fußball gespielt, sich mit seinen Freunden verabredet und sich schon sehr auf die Herausforderung Gymnasium gefreut.

Doch es sollte anders kommen. Zwei Tage vor seiner Verabschiedung der vierten Klasse erhielt Jakob eine lebensverändernde Diagnose. Er hatte Blutkrebs. Seit diesem Tag, also seit nunmehr über einem Jahr, bekämpft er mit der Unterstützung seiner Familie die Krankheit.

"Auf einmal standen wir mit der Diagnose Leukämie da. Das war natürlich ein großer Schock", sagte Daniel Conrads, Jakobs Vater. Nach langen Krankenhaus-Aufenthalten und vielen Therapien wurden er und seine Familie vor wenigen Wochen mit der niederschmetternden Nachricht konfrontiert: Der Krebs konnte nicht besiegt werden.


Stammzellenspende als Hoffnung

Die einzige Überlebenschance für den Jungen ist nun lediglich eine Stammzellenspende. Er kann also nur weiterleben, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist.

"Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden", macht Daniel Conrads deutlich.

Aus diesem Grund organisieren die Freunde der Familie gemeinsam mit der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, eine Registrierungsaktion in Herzogenaurach. Unter dem Motto "Gemeinsam für Jakob und andere" appellieren die Initiatoren an die Menschen in der Region, sich am Samstag, 30. September, zwischen 12 und 17 Uhr in der Cunz-Reyther-Grundschule in Niederndorf, Schulstraße 19 in Herzogenaurach in die DKMS aufnehmen zu lassen.

Besonders am Herzen liegt diese Aktion auch Landrat Alexander Tritthart (CSU). "Ich war ja schon oft für Projekte Schirmherr. Aber dieses Mal geht es um das Leben eines kleinen Jungen. Das macht mich als Vater natürlich auch selbst sehr betroffen", sagte Tritthart. "Deswegen ist es mir, und natürlich auch meiner Kollegin, der Zweiten Bürgermeisterin Renate Schroff, ein Anliegen, unseren Namen und unsere Positionen darauf zu verwenden, dieses Projekt nach Kräften unterstützen zu können."


Ablauf der Spende

Yvonne Renz von der DKMS war besonders der Ablauf der Stammzellenspende wichtig. "Die Leute müssen wissen, dass das Ganze kein Hexenwerk ist", erklärte sie. Um herauszufinden, ob man als Spender in Frage kommt, müsse man lediglich zehn bis fünfzehn Minuten investieren. Dazu "einen Teelöffel Blut", wie es Yvonne Renz formulierte, spenden. "Danach befinden sich die Spender im System und können von Patienten gefunden werden, für die sie mit einer Spende die letzte Überlebenschance sind", meinte Renz.


Zwei Entnahmeverfahren

Sollte sich der in Frage kommende Spender dazu entscheiden, Stammzellen zu spenden, wird er zunächst auf Herz und Nieren geprüft und untersucht. Nach ungefähr 30 Tagen Wartezeit entscheidet sich der Patient dann zwischen zwei Stammzellenentnahmeverfahren. Entweder mittels Lösung unkompliziert per Blutabnahme, oder per Entnahme aus dem Knochenmark, "über die viele Falschinformationen im Umlauf sind", stellte Renz klar.


Gute Heilungschancen

Für Jakob und seine Familie zählt nun erst mal eine hohe Teilnehmerzahl am 30. September. Denn nur wenn möglichst viele mögliche Spender sich testen lassen, kann auch ein genetisches Gegenstück zu Jakob gefunden werden.


Die Heilungschancen nach der Transplantation sind in seinem Alter jedenfalls noch sehr gut.
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